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Damals: Aus dem Wattwiler Foto-Album

Aus vergangenen Zeiten – das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Die phantastische Guggenmusik, die Wadewiler Sumpfomiker.

Die phantastische Guggenmusik, die Wadewiler Sumpfomiker.

Bild: PD

Vor 100 Jahren

9. März. Wattwil. Vergangenen Donnerstagabend versammelten sich im freundlich geschmückten Saale zur «Toggenburg» die Mitglieder und Freunde des Krankenpflegevereins Wattwil zur Abhaltung der Hauptversammlung. Die Präsidentin, Frau Pfarrer Wieser, eröffnete die Tagung. Protokoll, Rechnungsbericht und Jahresbericht gaben den Anwesenden ein klares Bild über Tätigkeit und Finanzen des Vereins. Man bekam so recht einen Begriff über die grosse Arbeit, welche die Kommission des Krankenpflegevereins das Jahr über zu bewältigen hat und manch stille, dankbare Frau, die Hilfeleistungen oder gar ihre Genesung der werktätigen Liebe des Vereins zu verdanken hat, freute sich, dass es wieder einmal öffentlich gesagt wurde, wie viel Gutes für die Armen und Kranken von dieser Institution ausgeht und wie unentbehrlich solche geworden ist. Nach Abwicklung der Verhandlungen folgte dieses Jahr zur allgemeinen Freude wieder der übliche «Nidel» mit allerlei Backwerk, was an die «gute alte Zeit» erinnerte.

9. März. Gross und klein fabrizieren Wybert-Tabletten. Lassen Sie sich nicht täuschen, verlangen Sie Gaba-Tabletten, wenn Sie das ursprüngliche Präparat der Goldenen Apotheke gegen Halsweh, Husten, Heiserkeit zu erhalten wünschen. Vorsicht beim Einkauf! Stets Gaba-Tabletten verlangen. In blauen Dosen à Fr. 1.75

Vor 50 Jahren

5. März: Wattwil. Aus dem Wattwiler Foto-Album. Eine fröhliche Farbenfoto von der Fasnachtszeit in Wattwil machte Hobby-Fotograf A. Rast in Wattwil. Wir haben sie hier schwarz-weiss reproduziert. Man sieht auf ihr die fantastische Gruppe der Wadewiler Sumpfomiker, der Guggenmusik, die seit vier Jahren das Wattwiler Fasnachtsleben so gut bereichert. Die Guggenmusik umfasst 25 Mitwirkende. Ihr Hintergrund ist die Wattwiler Fasnachtsgesellschaft, ein vor einiger Zeit gegründeter Verein. Heuer ist dieser Verein, der echte Fasnachtsstimmung bereiten will, mit einem umfassenden Fasnachtsprogramm herausgekommen. Viele Gönner haben die Herausgabe unterstützt. Die Wadewiler Sumpfomiker machten auch am dritten Internationalen Maskentreffen in Siebnen mit und ihr Auftritt in den einheitlichen Kostümen, welche die Frauen erstellt hatten, begeisterte 30'000 Zuschauer.

10. März: Ebnat-Kappel. Weitere Tollwutfälle in Ebnat-Kappel. Da sich kürzlich neue Tollwutfälle ereigneten, wobei mehrere Hunde von Füchsen und im Gieselbach sogar Menschen von einem tollwütigen Reh angegriffen wurden und neuerdings infizierte Füchse auch im Steintal angetroffen wurden, ruft die Gemeindebehörde die Bevölkerung zu strikter Einhaltung der bekannten Vorsichtsmassnahmen auf.

Vor 20 Jahren

7. März: Wattwil. Die UBS in Wattwil hat den Kundenbereich radikal umgestaltet. Ein Signal an die Zentrumsgemeinde. Mit dem Umbau ihres Kundenbereiches reagierte die UBS auf die veränderten Ansprüche ihrer Kunden. Die Bankschalter wurden durch eine helle und leichte Innenarchitektur ersetzt. Nicht länger soll das Beratungsgespräch durch eine dicke Glasscheibe behindert werden. Neue technologische Entwicklungen haben unsere Gesellschaft in den letzten Jahren stark beeinflusst. Computer stehen heute in bald jedem Haushalt. Eine breite Öffentlichkeit verfügt über einen Anschluss ans Internet und die Handys haben sich endgültig durchgesetzt. Veränderungen werden auch im Bankenwesen deutlich: Rund 80 Prozent aller Bargeldbezüge führt die Kundschaft der Wattwiler UBS am Bancomat durch. Ein Viertel aller Zahlungsaufträge wickelt der Kunde heute bereits über E-Banking, übers www ab! Zu den Merkmalen des digitalen Kapitalismus zählt auch die starke Nutzung des Plastikgeldes für einen grossen Teil der Zahlungsgeschäfte – Bargeld steht für viele Geschäfte eindeutig nicht mehr an erster Stelle. «Wir müssen heute kommunikative Kundenberater sein, wir kennen unsere Kunden und nehmen uns gerne Zeit für sie. Unsere Tätigkeiten reichen von der persönlichen Beratung bis zur Vermittlung der sehr breit gefächerten Dienstleistungen unserer Bank», erklärt Jakob Fehr. Um all diesen neuen Anforderungen gerecht zu werden, wurde der Umbau der UBS zur ersten Beraterbank im Toggenburg vorgenommen. Für Andi Hilbert, Marktbetriebsleiter für die Region Wil/Toggenburg, setzt die Bank damit ein klares Signal für den Wirtschaftsstandort Toggenburg und seine Zentrumsgemeinde. «Damit bekennt sich die UBS zur Talschaft», bekräftigte er an der Einweihung der neuen Räumlichkeiten.

Vor 10 Jahren

7. März: Wald. «Ist Google Gott oder Gott Google?», fragt Ingo Börchers. Der Mann auf der Bühne lässt die Frage im Raum stehen, gibt aber hintenrum doch eine Antwort: «Google kommt auf Google auf eine Milliarde Einträge, Gott aber nur auf 65 Millionen!» Fragen wie diese müssen den Datenautobahnfahrer von heute interessieren, meint der Kabarettist, denn: «Ist ein Leben ohne Netz und doppelten Mausklick überhaupt noch möglich?» Was Hänschen noch gelernt hat, kann Hans nicht mehr gebrauchen. Das Leben geht immer schneller voran, der Wissensdurst nimmt ab, aber das Wissensangebot wird trotzdem immer grösser. «Wer sind die Menschen, die sich auf Facebook meine Freunde nennen?» Der deutsche Kabarettist Ingo Börchers hat sich in seinem fünften Soloprogramm der digitalen Revolution gewidmet. «Es kommt nicht mehr darauf an, dass wir etwas wissen, sondern nur noch darauf, wo wir Wissen finden.» Google ist das Werkzeug dazu. Börchers hat erkannt: «Wenn das Suchen wichtiger ist als das Finden, ist die Antwort egal.» «Genial der Typ!», raunte jemand in den hinteren Reihen. Und die Asselkellermacher reiben sich die Hände: «Ein Volltreffer!»

8. März: Wattwil. Am «Tag der Kranken» besuchte Regierungsrätin Heidi Hanselmann das Spital Wattwil. Die Vorsteherin des Gesundheitsdepartements des Kantons St.Gallen sprach mit den Patienten und dankte dem Personal. Begleitet wurde sie von Roman Wüest, Generalsekretär. Die Regierungsrätin bekundete schliesslich all jenen, die sich mit grossem beruflichem und persönlichem Einsatz für das Wohl der kranken Mitmenschen einsetzen, ihren aufrichtigen Dank.