Interview

Rolf Züllig nach dem knappen Ausgang der Abstimmung: «Das Gemeindehaus gehört den Bürgern»

Die Stimmbürger von Wildhaus-Alt St. Johann bewilligten am Sonntag einen Kredit über 2,48 Millionen Franken für einen Teilneubau des Gemeindehauses. 487 Stimmbürger legten ein Ja in die Urne, 413 sprachen sich dagegen aus. Somit betrug der Anteil Ja Stimmen lediglich 54 Prozent. Gemeindepräsident Rolf Züllig versucht, dieses Ergebnis einzuordnen.

Sabine Camedda
Drucken
Teilen
Der Anbau des Gemeindehauses in Alt St.Johann (links) kann abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden. (Bild: Christiana Sutter)

Der Anbau des Gemeindehauses in Alt St.Johann (links) kann abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden. (Bild: Christiana Sutter)

Die Stimmbürger sagten knapp Ja zum Teilneubau des Gemeindehauses. Haben Sie das Resultat so erwartet?

Gemeindepräsident Rolf Züllig. (Bild: Sabine Camedda)

Gemeindepräsident Rolf Züllig. (Bild: Sabine Camedda)

Rolf Züllig: Nein, ich hätte nicht gedacht, dass die Abstimmung so knapp ausgehen würde. Klar, zunächst ist es positiv, dass 54 Prozent der Stimmbürger den Kredit gutgeheissen haben und wir unser Vorhaben wie geplant realisieren können. Trotzdem stelle ich mir die Frage, warum es an der Urne so viele Nein-Stimmen gab. In der Vorlage ging es ja um das Gemeindehaus, das den Bürgern gehört. Es geht uns nicht um Repräsentation und um die Bequemlichkeit für die Mitarbeitenden. Vielmehr können wir mit diesem Teilneubau des Gemeindehauses die Sicherheit erhöhen und der Bevölkerung bei ihren Behördengängen mehr Vertraulichkeit und Diskretion bieten. Zudem wird das öffentliche Gebäude endlich behindertengerecht zugänglich, was heute eine Selbstverständlichkeit sein sollte.

Haben Sie vor der Abstimmung negative Stimmen zu der Vorlage gehört?

Nein, ich habe nichts gehört. Wir hatten im Vorfeld der Abstimmung eine Informationsveranstaltung organisiert, zu der jedoch wenig Besucher kamen. Auch an diesem Abend gab es keine ablehnenden Voten.

Worin vermuten Sie den Grund für die vielen Nein-Stimmen?

Wie gesagt, ich kenne die Gründe nicht. Vielleicht meinen einige, der Teilneubau wäre zu teuer. Wobei, mit was wird ein öffentliches Gebäude verglichen? Es mit seinem Einfamilienhaus zu tun, ist der falsche Ansatz. Zu den Kosten für vergleichbare Kubaturen gibt es Erfahrungswerte, in unsere Fall sind sie stimmig. Ich hoffe nicht, dass das Votum gegen mich oder gegen den Gemeinderat gerichtet ist, denn es profitieren ja in erster Linie die Bevölkerung und die Mitarbeitenden von den neuen Verhältnissen im Gemeindehaus.