Serie

Adventsserie: Rolf Geiger aus Lichtensteig: «Ich sammle schon seit bald 30 Jahren Erzgebirgeengel»

An vielen Orten schmücken Adventsfenster das Ortsbild. Die Redaktion des «Toggenburger Tagblatts» besucht die kreativen Geister, die hinter diesen Fenstern stehen und bereits seit Jahren ihrer Fantasie freien Lauf lassen.

Notiert von Urs M. Hemm
Hören
Drucken
Teilen
Rolf Geiger aus Lichtensteig schmückt seine Adventsfenster jeweils mit handgefertigten Figuren aus dem Erzgebirge.

Rolf Geiger aus Lichtensteig schmückt seine Adventsfenster jeweils mit handgefertigten Figuren aus dem Erzgebirge. 

Bild: Urs M. Hemm

Ich weiss gar nicht mehr, wie lange ich schon Adventsfenster dekoriere. Ich weiss aber, dass ich immer Szenen mit handgefertigten Figuren aus dem Erzgebirge, vor allem die berühmten Engel und Nussknacker, ausgestellt habe. Ich sammle diese Figuren schon seit bald 30 Jahren. Angefangen hatte es im Jahr 1988, als unsere Partnergemeinde Adelberg für den ehemaligen Lichtensteiger Stadtammann Robert Forrer zum Geburtstag ein Freilichtspiel im Städtli organisierte und ihm die Aufführung widmete. Der damalige Intendant der Adelberger Freilichtspiele war Achim Plato, mit dem ich bis heute gut befreundet bin. Heute lebt er in Dresden, ursprünglich aber stammt er aus dem Erzgebirge. Anlässlich verschiedener Besuche bei ihm bekam ich Zugang zum Erzgebirge, zu dessen Geschichte und Tradition.

Rolf Geiger, Lichtensteig.

Rolf Geiger, Lichtensteig.

Bild: Sascha Erni

Wie der Name Erzgebirge schon vermuten lässt, lebten die Menschen dort vornehmlich vom Bergbau, also vom Abbau von Erz. Im Winter jedoch verdienten sie ihr Geld mit dem Verkauf von selbstgeschnitzten Figuren, insbesondere den heute weltberühmten Engeln. Das sind bis heute Familienbetriebe, die ihre Figuren an Grosshändler weiterverkauften. Es gibt die kleinen Engel oder die grösseren Lichterengel, so wie den einen, den ich oben rechts im diesjährigen Adventsfenster ausgestellt habe. Daneben gibt es natürlich auch Sujets, die den Bergbau-Alltag zum Thema haben. Auf dem Weihnachtsmarkt in Dresden gibt es diese Figuren überall und ich kaufe mir jedes Mal ein paar, wenn ich dort bin.

Zu Hause stelle ich die Figuren aber nicht aus – die sind während des Jahres gut in Kisten verpackt. Ich hole die Kisten erst hervor, wenn es darum geht, das Fenster zu dekorieren. Auch wenn ich jedes Jahr Erzgebirgeengel im Fenster habe, waren es nie die gleichen, ich stelle das Fenster jedes Jahr neu zusammen. Dabei orientiere ich mich nicht an einem bestimmten Thema. Es kommt immer aus einer Bauchentscheidung heraus, was ich ausstelle. Den Engelschor beispielsweise hatte ich schon einmal ausgestellt, aber in einer anderen Zusammenstellung, da immer wieder neue Engel dazukommen. Auch die Nussknacker haben mit Weihnachten zu tun. Denn während des Jahres werden keine oder kaum Nüsse gegessen, zur Weihnachtszeit jedoch schon. Berühmt sind aber auch die Pyramiden, die sich durch die aufsteigende warme Luft von Kerzen drehen. Diesen Advent habe ich aber keine ausgestellt.

Auch dieses Jahr werde ich mir die anderen Adventsfenster ansehen. Es ist immer schön zusehen, wie die anderen ihre Fenster ausgestaltet haben, welche Ideen sie hatten und wie sie diese umgesetzt haben.