Rigotex AG erweitert «Webschtoff»-Produktion in Bütschwil um zwei Maschinen

Um flexibler auf Sortimentserweiterungen und die steigende Nachfrage nach den Geschirr- und Küchentüchern reagieren zu können, nimmt die Rigotex AG Mitte September zwei weitere Webmaschinen in Betrieb. Nach der Erweiterung der eigenen Webmanufaktur Webschtoff werden auf zehn Sulzer-Rüti-Webmaschinen Heimtextilien produziert.

Drucken
Teilen
Die Anlieferung der Webmaschinen erfolgte bereits im Juli. Sie werden Mitte September in Betrieb genommen.

Die Anlieferung der Webmaschinen erfolgte bereits im Juli. Sie werden Mitte September in Betrieb genommen.

Bild: PD

(pd/dh) Rund 25 Jahre nach der Stilllegung der Textilproduktion in Bütschwil rattern seit März 2016 wieder Webmaschinen in den Produktionshallen im Soorpark und produzieren die bekannten «Kult-Tüechli». Die Rigotex AG wagte mit der Webmanufaktur namens Webschtoff den Schritt vom reinen Textilhändler zum Textilproduzenten und produzierte ihre Geschirr- und Küchentücher wieder im Toggenburg.

Die Firma schreibt in einer Mitteilung: «Was damals als ‹Heimkehr der Weberei ins Tal› mit vier gebrauchten Webmaschinen Sulzer-Rüti begann, hat sich zur Erfolgsgeschichte ‹Made im Toggenburg› entwickelt.»

Erweiterung der Webmanufaktur in Bütschwil

Um flexibler zu werden und um besser auf laufende Sortimentserweiterungen zu reagieren, werden per Mitte September zwei zusätzliche Sulzer-Rüti in Betrieb genommen, wie es in der Mitteilung heisst. Die beiden Maschinen wurden am 17. Juli mit einem Spezialtransport in Bütschwil angeliefert. Dabei handle es sich um gebrauchte und sorgfältig revidierte Greifer-Webmaschinen vom gleichen Typ wie die mittlerweile acht bereits bestehenden Maschinen.

Die Rigotex AG erhofft sich mit den neuen Maschinen eine flexiblere Produktion.

Die Rigotex AG erhofft sich mit den neuen Maschinen eine flexiblere Produktion.

Bild: PD

Hans Hauser, Inhaber und Geschäftsführer der Rigotex AG, erhofft sich denn auch einiges von dieser Investition. Der Erfolg der Webmanufaktur und der Ausbau der Sortimente der beiden Traditionsmarken «Mayer-Mayor» und «Kultschtoff» erfordere eine flexiblere Produktion. Mit neu zehn Webmaschinen könnten die sich bietende Marktchancen genutzt und flexibel auf Kundenwünsche reagiert werden.

«Um unser Wachstum auch administrativ im Griff zu haben, stellen wir zudem unsere IT auf eine neue Serverumgebung um und installieren eine neue Software für Auftrags- und Lagerverwaltung sowie die Buchhaltung», wird Hauser zitiert. Mit den Projekten will die Rigotex AG den eigenen Ansprüchen an das Qualitätsversprechen als «swiss house of textiles» auch in Zukunft gerecht werden.

Rigotex erobert Singapur

Derzeit werden die Toggenburger Qualitätstextilien über den Fachhandel, den eigenen Webshop sowie den Selbstbedienungsladen Webschtübli im Soorpark in Bütschwil vertrieben. Aber auch international seien die Textilien «Made in Bütschwil» – «Made im Toggenburg» immer beliebter. So hat das Startup «Helvetia and Sons» Küchentücher von Meyer-Mayor in das Sortiment seines Pop-up-Stores in Singapur aufgenommen. Dabei hätten sich in Singapur vor allem die Küchentücher der Kollektion «Alfredo Häberli» bereits zu einem Bestseller entwickelt, teilt der Textilproduzent mit.

Mehr zum Thema

Die Webmaschinen rattern wieder im Toggenburg

Vor vier Jahren verlor die Bütschwiler Textilfirma Rigotex AG ihren wichtigsten Kunden. Daraufhin beschloss das Toggenburger Unternehmen, die Weberei des Kunden selbst zu übernehmen. Auf ein Geschirrtuch mit Kultpotenzial musste sie aber ein Blogger hinweisen.
Ruben Schönenberger