Remo Forrer und Simon Keller begeisterten das Publikum im Zeltainer in Unterwasser.

Die beiden Hemberger haben aus der Not eine Tugend gemacht und ein Zwei-Mann-Musical geschrieben. Am Sonntag war es zu sehen.

Adi Lippuner
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Remo Forrer (links) und Simon Keller traten mit einem Zwei-Mann-Musical im Kleintheater Zeltainer in Unterwasser auf.

Remo Forrer (links) und Simon Keller traten mit einem Zwei-Mann-Musical im Kleintheater Zeltainer in Unterwasser auf.

(Bild: Adi Lippuner)

Was tun, wenn der Lockdown sowohl für den Sänger Remo Forrer als auch den Schauspieler und Regisseur Simon Keller Nichtstun bedeutet? Die beiden Hemberger entschieden sich, gemeinsam ein kleines Projekt, sie nennen es ein «Zwei-Mann-Musical», auf die Beine zu stellen.

Und was die beiden in kurzer Zeit realisierten, konnte am Sonntag bei einer Vorstellung am Nachmittag sowie einer weiteren am Abend genossen werden. Das Publikum, darunter sehr viele Gäste aus Hemberg, war begeistert.

Plötzlich ganz viele Freunde

Die Geschichte dreht sich um den jungen Säger Kevin, der gerne auftreten will, sich aber weder als Interviewpartner noch als Opfer eines gewieften Agenten sieht. Auch der Belzebub und der Teufel können seine Einstellung nicht ändern.

Remo Forrer als Kevin (links) und Simon Keller beim Auftritt als Schulfreund Reto.

Remo Forrer als Kevin (links) und Simon Keller beim Auftritt als Schulfreund Reto.

(Bild: Adi Lippuner)

Erstaunt ist Kevin dagegen, dass sich bei ihm, nur Minuten nachdem sein erster Auftritt in den sozialen Medien erscheint, schon so viele vermeintliche Freunde melden. Insbesondere ein Schulkamerad, allerdings einer, der sich während der Schulzeit immer gegen ihn stellte, will nun sein guter Freund sein.

Schauspielerische Glanzleistungen

Dass Remo Forrer als Sieger von «The Voice of Switzerland» mit gesanglicher Leistung überzeugt, darf von seinen Fans erwartet werden. Sein schauspielerisches Können überzeugt aber ebenso.

Zudem brilliert Simon Keller als Schulfreund, Agent, Belzebub und Groupie von Remo Forrer, um nur einige Rollen zu erwähnen, mit Können und Spielfreude. Und dann wäre da noch der onimöse Ehrengast, der zwar im Hintergrund agiert, aber nicht ein Erscheinung tritt. In diesem Bereich wird Martin Sailer alias «Mister Zeltainer» in die Geschichte einbezogen. Wie das Ganze endet, soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Einbezug des Publikums bewährte sich

14 verschiedene Rollen haben sich die beiden Protagonisten verpasst. Dabei werden Kostüme und Perücken in Sekundenschnelle gewechselt.

Im Musical geht es nicht nur um Spass und Schau, es sind auch tiefgründige und nachdenkliche Passagen vorhanden. Die Abwechslung, viele Überraschungen und gekonntes Spiel bilden ein begeisterndes Ganzes.

Um Pausen zu überbrücken, wird das Publikum ins Spiel mit einbezogen. Coronabedingt nicht mit Singen, dafür aber mit Klatschen von Rhythmus. Und genau dieses Mit-Einbeziehen begeistert, sind sich doch Schauspieler und Publikum im Zeltainer sehr nahe. Ein Ambiente, wie es nur in einem Kleintheater möglich ist.

Exklusive Premiere geglückt

Die spontane Zusage von Martin Sailer an Remo Forrer und Simon Keller, die kurzfristige Organisation des Auftritts und die vier Spieldaten an einem Nachmittag und drei Abenden wurden von Anfang an belohnt. Das Publikum kam am Sonntag für die Nachmittags- und Abendvorstellung in Scharen.

Auch der Montagabend war, wie Martin Sailer erklärte, gut gebucht. Für heute Dienstagabend gibt es noch einige Plätze, Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr, Türöffnung und die Möglichkeit, sich einen Feierabendtrunk zu gönnen, erfolgt 45 Minuten früher.