Regionalfussball
«Sie werden sicher keine Freude an unserem Platz haben»: Bazenheid-Trainer Daniel Bernhardsgrütter vor dem Derby in der 2. Liga inter gegen Wil 2

Am vergangenen Wochenende mussten sowohl der Wiler Nachwuchs beim 0:2 gegen Balzers als auch die Bazenheider (1:2 in Uster) den Platz als Verlierer verlassen. Nun möchten beide Mannschaften im direkten Vergleich das Fussballjahr mit einem Erfolgserlebnis abschliessen.

Beat Lanzendorfer
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Das letzte Spiel zwischen Bazenheid und Wil 2 war spektakulär. Die Toggenburger holten im vergangenen April beim 2:2 trotz 0:2-Rückstand einen Punkt.

Das letzte Spiel zwischen Bazenheid und Wil 2 war spektakulär. Die Toggenburger holten im vergangenen April beim 2:2 trotz 0:2-Rückstand einen Punkt.

Bild: Beat Lanzendorfer

Zum Abschluss des regionalen Fussballjahres kommt es am Samstag in der 2. Liga inter zum Derby FC Bazenheid – FC Wil 2. Es ist auch der Kampf um die regionale Nummer eins in der fünfthöchsten Schweizer Fussballliga. Die Wiler haben mit 20 Punkten ein paar Plätze Vorsprung auf Bazenheid, das bisher 19 Punkte auf dem Konto hat.

Im Vorfeld sprechen beide Trainer mit Respekt vom Gegenüber, trotzdem sind sie von den eigenen Fähigkeiten überzeugt. Dazu sagt Daniel Bernhardsgrütter, Trainer der Alttoggenburger: «Meine Mannschaft verfügt über mehr Erfahrung. Wir werden den richtigen Plan haben, um die Wiler Schwächen auszunutzen.» Dabei spricht er unter anderem die äusseren Bedingungen an. «Sie werden sicher keine Freude an unserem Platz haben. Er ist sehr tief, was sich in dieser Jahreszeit aber kaum verhindern lässt.»

Fabinho ist mit dem Saisonverlauf nicht ganz zufrieden

Betreffend Platz gibt Fabinho Entwarnung: «Mit den Verhältnissen muss sich auch Bazenheid arrangieren, denn ich kenne keinen Fussballer, der nicht gerne auf einer guten Unterlage spielt.» Der Wiler Übungsleiter geht davon aus, dass die Begegnung von hohen, langen Bällen geprägt sein wird. «Ein Kurzpassspiel wird kaum möglich sein.» Trotzdem freut er sich auf das Spiel: «Ein Derby ist immer etwas Spezielles.»

Den bisherigen Saisonverlauf findet Fabinho okay, mehr nicht. «Wir hatten vor einem Jahr nach Abschluss der Vorrunde 29 Punkte. Jetzt sind es bei einem noch ausstehenden Spiel 20, ganz zufrieden kann ich nicht sein.» Obwohl sie vergangene Saison lange an der Spitze mitmischten, hätten sie aufgrund des Reglements nicht aufsteigen dürfen. In dieser Spielzeit sei es zwar möglich, aufgrund der fehlenden Punkte und der drückenden Überlegenheit von Balzers aber wohl kaum realistisch.

Bazenheid verteilt Verantwortung auf mehrere Schultern

Sie hätten fünf bis sechs Punkte unnötig liegengelassen, wobei ihn die Niederlage am letzten Sonntag gegen Balzers noch immer ärgert. Fabinho sagt: «Wir waren die bessere Mannschaft.»

Ähnlicher Meinung ist Bernhardsgrütter, der die Wiler persönlich beobachtete: «Sie haben mir einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Die Mannschaft ist technisch stark und pflegt einen guten Spielaufbau.» Weil Luan Abazi, der 13-fache Saisontorschütze, aber mit der U21-Nationalmannschaft von Nordmazedonien unterwegs war, hätte vorne etwas die Durchschlagskraft gefehlt.

Während der 20-Jährige bisher 40 Prozent der Wiler Tore erzielt hat, ist Bazenheid weniger auf einen Einzelnen angewiesen. Sechs Spieler haben vier und mehr Tore geschossen, wobei Philipp Roth mit sieben Treffern die interne Rangliste anführt.

Und noch eine andere Statistik erstaunt: Mit 32 (Wil) respektive 35 Strafpunkten (Bazenheid) sind die beiden Teams die fairsten der Gruppe 5. Das Spiel am Samstag wird nicht wie üblich um 17.30 Uhr auf dem Bazenheider Ifang angepfiffen, sondern bereits um 15 Uhr. Der letzte Vergleich im vergangenen April endete 2:2. Damals konnten die Bazenheider dank einer starken zweiten Halbzeit einen 0:2-Rückstand wettmachen.