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Dem Druck nicht standgehalten: Bazenheid reist als Favorit nach Chur, muss sich aber nach einer enttäuschenden Leistung mit 1:3 geschlagen geben

Im letzten Meisterschaftsspiel des Jahres konnten die Bazenheider nicht an die Vorstellungen der vergangenen Monate anknüpfen und kassierten im Bündnerland eine verdiente Niederlage.

Beat Lanzendorfer
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Giovanni Pentrelli erzielte zwar seinen achten Saisontreffer, die Niederlage gegen Chur 97 konnte aber auch er nicht verhindern.

Giovanni Pentrelli erzielte zwar seinen achten Saisontreffer, die Niederlage gegen Chur 97 konnte aber auch er nicht verhindern.

Bild: Beat Lanzendorfer

Wenn der Berg vermeintlich zu leicht zu bezwingen ist, kommt es meistens nicht gut. Bazenheid fuhr mit der klaren Absicht nach Chur, in der 13. Runde den siebten Sieg einzufahren. Es kam anders, die 1:3-Niederlage kommt einer Enttäuschung gleich.

Dabei sprach nicht nur die Tabellenlage klar für die Toggenburger. Die Einheimischen mussten auch Mittelfeldstratege Aron Sele ersetzen, der tags zuvor mit der liechtensteinischen Nationalmannschaft während 83 Minuten auf dem Platz stand und eine 0:9-Packung in der WM-Qualifikation gegen Deutschland bezog. Statt David Herren hiess sein Gegenspieler Leon Goretzka. Nicht dabei war auch der gesperrte Rafael Deplazes. Mit vier Saisontoren hinter Lars Caduff der zweitbeste Torschütze der Bündner.

Die Toggenburger wirkten gehemmt

Dies alles schien die Bazenheider mehr zu hemmen, statt zu beflügeln. War Halbzeit 1 noch ausgeglichen mit wenigen Möglichkeiten hüben wie drüben, zeichnete sich das Unheil bereits kurz nach Wiederbeginn ab. Caduff brachte das Heimteam mit 1:0 in Führung. Die Matchuhr zeigte 45 Minuten und 37 Sekunden an.

Auf den Rückstand wussten die Bazenheider aber eine Antwort. Giovanni Pentrelli nahm nach einem Freitstoss Anlauf und traf unter gütlicher Mithilfe des gegnerischen Torwarts zum 1:1. Es war sein achter Saisontreffer.

Wer jetzt auf Seiten der Bazenheider erwartete, die Partie würde in die richtigen Bahnen gelenkt, wurde enttäuscht. Chur war in der zweiten Halbzeit das bessere Team und konnte auch kämpferisch überzeugen. Mehrmals erhielt die Elf von den über 400 Zuschauerinnen und Zuschauern aufmunternden Applaus.

Besonders der fehlende Kampfgeist gegenüber Chur stiess Bazenheid-Trainer Daniel Bernhardsgrütter sauer auf: «Chur hat die Zweikämpfe angenommen und den Sieg mehr gewollt als wir. Mit der kämpferischen Einstellung meiner Jungs kann ich heute nicht zufrieden sein.»

Keine Reaktion nach dem Rückstand

Der Führung von Chur ging ein verlorenes Laufduell von Roman Bollhalder gegen seinen Gegenspieler voraus. Der Bazenheider konnte sich danach nur noch mit einem Foul behelfen. Den verhängten Strafstoss verwertete Cavegn souverän zum 2:1. Als vier Zeigerumdrehungen später Lymann mit seinem Weitschuss sogar das 3:1 gelang, war der Kessel geflickt.

Bazenheid blieb noch eine knappe Viertelstunde, um auf den Zweitore-Rückstand zu reagieren, die Mannschaft war bei den garstigen Bedingungen und dem strömenden Regen aber zu keiner Reaktion fähig.

Ganz anders die Churer, sie waren sich nach der enttäuschend verlaufenen Vorrunde der prekären Situation bewusst und konnten sich mit den drei Punkten etwas von den Abstiegsrängen absetzen. «Das Schöne ist, dass wir uns in einer Woche zu Hause im Cup gegen Chur sofort revanchieren können», sagte Daniel Bernhardsgrütter abschliessend.

Hier ist das Matchtelegramm zu finden.

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