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Warum man von den Bienen lernen kann und im Obertoggenburg ein Bienenpfad entstanden ist

Auf dem Thurwanderweg zwischen Stein und Nesslau wurde vom Verein Thurtaler Bienenfreunde ein Bienenpfad errichtet – am Sonntag wurde er eingeweiht.

Franz Steiner
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Trotz Regenwetter hatten die Initianten des Bienenpfads allen Grund zur Freude (von links): Hans Jud, Rosalie Metzger und Thomas Abderhalden bei der letzten Tafel neben der Turnhalle Rünggel in Stein.

Trotz Regenwetter hatten die Initianten des Bienenpfads allen Grund zur Freude (von links): Hans Jud, Rosalie Metzger und Thomas Abderhalden bei der letzten Tafel neben der Turnhalle Rünggel in Stein.

Bild: Franz Steiner

Der Wanderweg von Nesslau nach Stein – oder umgekehrt – hat seit diesem Wochenende eine neue Attraktion. Zum 125-Jahr-Jubiläum des Vereins Thurtaler Bienenfreunde beschenkten sich die Hobbyimker mit einem Bienenpfad gleich selber. Mit ihnen darf sich auch die Bevölkerung freuen. Auf insgesamt 14 Tafeln erfährt sie viel Wissenswertes über die Bienen.

Bevor die Idee in die Tat umgesetzt werden konnte, wurden Bienenwege in Pfäffikon SZ, Vaduz FL und Rehetobel AR besichtigt. Besonders jener in Rehetobel AR hat die Initianten überzeugt. Die Bauart und die Qualität der Tafeln sowie die Bilder mit kurzen, prägnanten Texten auf farbigem Hintergrund gefiel und liess den Entschluss für eine Realisierung reifen.

Die Tafeln können im Herbst demontiert und im Frühling wieder in die Sockel eingesetzt werden. Sie sind witterungsfest, und mit 1,20 Metern Höhe und 1 Meter Breite haben sie zudem ein ideales Format.

Gut zugänglicher Wanderweg

Die Planung, wie und wo dieser Weg entstehen soll, und die Sponsorensuche wurden in vielen Stunden von Rosalie Metzger, Hans Jud (beide aus Stein) und Thomas Abderhalden (Nesslau) angegangen. Jetzt darf sich das Ergebnis auf dem gut drei Kilometer langen Wanderweg sehen lassen.

Ein Spass für die ganze Familie, auf diesem Bienenpfad in herrlicher Natur so viel Unbekanntes über die Bienen zu erfahren. Der Höhepunkt befindet sich in der Mitte der Wanderung. Dort kann man durch eine Glasscheibe einen Blick in den Bienenschaukasten und die emsige Arbeit eines Bienenvolks werfen.

Etwas Nachhaltiges realisiert

«Uns war es wichtig, zum Jubiläum, das coronabedingt um ein Jahr verschoben werden musste, mit dem Bienenpfad etwas Nachhaltiges zu realisieren. Eines unserer Ziele ist es, unsere Begeisterung für die Bienen weiterzugeben. Der Bienenpfad soll auch ein Plädoyer sein für bewusste Honigbienenhaltung. Die Bienen leisten einen unschätzbaren Beitrag mit ihrer Bestäubungstätigkeit für den Erhalt des Ökosystems», sagt Thomas Abderhalden, der viele Jahre als Präsident amtete.

Eine von 14 Tafeln, die sich gut in die Umgebung einfügen.

Eine von 14 Tafeln, die sich gut in die Umgebung einfügen.

Bild: Franz Steiner

Seit letztem Jahr ist Rosalie Metzger die erste Präsidentin in der 125-jährigen Geschichte des Vereins Thurtaler Bienenfreunde. Zur offiziellen Eröffnung am Sonntag bei der Turnhalle Rünggel sagte sie mit berechtigtem Stolz: «Heute stehen wir hier und dankbar erfreuen wir uns am gelungenen Werk. In meinen wenigen Jahren als Imkerin habe ich vor allem gelernt, dass die Bienen nicht durchschaubar sind und wir Imker flexibel sein müssen.»

Und weiter: «Wir können von ihnen lernen, im grossen Ganzen zu denken, denn eine Biene handelt nicht nur für sich selber, sondern für das ganze Bienenvolk. Das Ziel des Bienenpfads Toggenburg ist es, der Bevölkerung Einsicht in das Leben der Honigbiene zu verschaffen. Es wird dann wohl jeder und jede den Honig mit Dankbarkeit und Achtung geniessen, denn er ist im wahrsten Sinn des Wortes das Gold der Natur.»

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