REGION
Auch im Toggenburg suchen Jäger mit Hilfe von Drohnen nach Rehkitzen

Drohnen können dazu beitragen, Rehkitze im hohen Gras zu finden. Dank Crowdfunding konnten Drohnen beschafft werden. Im Frühsommer fand ein Pilotprojekt im Alttoggenburg statt.

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Rehkitze sind dank ihrer Zeichnung im hohen Gras fast unsichtbar.

Rehkitze sind dank ihrer Zeichnung im hohen Gras fast unsichtbar.

Bild: PD

(pd) Im Kanton St. Gallen haben vor rund fünf Jahren die ersten Reviere Drohnen für die Kitzrettung eingesetzt. Damals waren die Jagdreviere auf die Unterstützung von routinierten Drohnenpiloten angewiesen.

Seither wurden Jäger selbst als Piloten ausgebildet. Vor diesem Hintergrund lancierte Revier Jagd St. Gallen (RJSG), der Dachverband der St. Galler Jäger, 2019 eine Crowdfunding-Aktion zur Beschaffung von Drohnen zur Rehkitzrettung.

Mehr als 2'000 Hektaren abgeflogen

Innert einem Monat kamen so rund 35'000 Franken an Spenden zusammen, für die fünf Drohnensysteme gekauft wurden, wie Peter Weigelt, Präsident der RJSG, in seiner Mitteilung schreibt. Auch das kantonale Amt für Natur, Jagd und Fischerei leistete Startbeitrag von 10'000 Franken.

Insgesamt kamen während der Rehkitzrettungssaison 2021 in 44 St. Galler Jagdrevieren 26 Drohnen zum Einsatz, mit denen gesamthaft eine Fläche von über 2'000 Hektaren abgeflogen wurde.

Rund 400 Rehkitze gerettet

Jäger leisteten dabei über 500 Stunden ehrenamtliche Arbeit, in der Regel sehr früh am Morgen. 393 Rehkitze konnten vor dem qualvollen Mähtod gerettet werden, wie es in der Mitteilung heisst. Auch im Toggenburg wurden es im Frühsommer in einem Pilotprojekt Wiesen in der Gemeinde Mosnang auf diese Weise abgesucht.

Der Ausbildung der Piloten und der Retter kommt entscheidende Bedeutung zu. Ncht nur das Fliegen selbst muss gelernt sein, auch die Einbindung der Drohnenteams in die Jagdorganisation, die Erfassung der relevanten Wiesen und Felder sowie der Kontakt zu den Landwirten und die rechtlichen Rahmenbedingungen erfordern entsprechende Instruktionen.

Verblenden ist immer noch wichtig

Obwohl die Rehkitzrettung mit Drohnen und Wärmebildkameras die effizienteste und sicherste Lösung ist, kommt dem konventionellen Verblenden immer noch grosse Bedeutung zu. Einerseits ist es undenkbar, an den Mähtagen alle Felder und Wiesen mit Drohnen abzufliegen. Andererseits gibt es Wetterbedingungen, bei denen der Drohneneinsatz nicht möglich ist.

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