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Rege Teilnahme von Wattwiler Kantischülern am Klimastreik: «Es braucht die Revolution»

Hunderte Jugendliche demonstrierten in St.Gallen gegen die laufende Klimapolitik. Mit dabei waren auch Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Wattwil.
Corinne Bischof
Sie sind jung, engagiert und wollen ein Zeichen gegen die Klimapolitik setzen (von links): Mattia Messmer aus Wattwil, Lena Eberhard aus Ebnat-Kappel und Céline Eberl aus Bazenheid. (Bild: PD)

Sie sind jung, engagiert und wollen ein Zeichen gegen die Klimapolitik setzen (von links): Mattia Messmer aus Wattwil, Lena Eberhard aus Ebnat-Kappel und Céline Eberl aus Bazenheid. (Bild: PD)

Auch am Samstagabend ist der Klimastreik ein beliebtes Thema bei Lena Eberhard, Mattia Messmer und Céline Eberl aus dem Toggenburg. Wie so oft haben sie auch heute die Köpfe zusammengesteckt und diskutieren über die vergangenen Ereignisse am Klimastreik.

Rund siebzig Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Wattwil sind am vergangenen Freitag mit ihnen nach St. Gallen gereist, um gemeinsam gegen den Klimawandel zu demonstrieren.

Die Schülerschaft wird zum Protest aufgerufen

Dass so viele Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Wattwil am Freitagmorgen den Weg nach St.Gallen gefunden haben, ist insbesondere dem Engagement von einzelnen Schülerinnen und Schülern zu verdanken. «Nach dem ersten Klimastreik kurz vor Weihnachten haben wir die Initiative ergriffen, und die Schülerinnen und Schüler zum Protest aufgerufen», erzählt Lena Eberhard.

Über ein Rundmail an die ganze Schülerschaft, Gruppennachrichten auf Whats App und Plakate im ganzen Schulhaus wussten bald alle Bescheid: Auch die Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Wattwil schliessen die Augen nicht, wenn eine schweizweite Bewegung im Aufmarsch ist.

Aber nicht nur Schülerinnen und Schüler wie Lena Eberhard motivierten die Jugendlichen zur Teilnahme am Klimastreik. Auch das Rektorat der Kantonsschule Wattwil war der Aktion nicht abgeneigt. «Wir haben das Gespräch mit unserem Rektor gesucht und gemerkt, dass wir bei ihm auf ein offenes Ohr stossen», sagt Lena Eberhard. «Nach einigen Absprachen verkündete die Schulleitung, dass wir während des Klimastreiks im Unterricht fehlen dürfen.»

Aber ist denn der Klimastreik überhaupt noch ein Streik, wenn man für das Fehlen eine Erlaubnis erhält? «Ich glaube, das ist hier gar nicht die Frage», meint Céline Eberl. «Dadurch, dass die Schulleitung das Teilnehmen an der Demonstration bewilligte, haben wir vermutlich viel mehr Schülerinnen und Schülern zum Protest motivieren können – und das ist ja die Hauptsache.» Mattia Messmer stimmt seiner Schulkollegin zu. «Je mehr wir sind, desto mehr können wir erreichen», fügt er hinzu.

Eine Demonstration alleine ändert nichts

Doch den beiden Kantonsschülerinnen und dem Kantonsschüler ist auch bewusst, dass mit einer Demonstration gegen die laufende Klimapolitik noch nichts getan ist. Mattia Messmer sagt:

«Mit einer Demonstration gegen den Klimawandel alleine haben wir noch nichts erreicht. Es braucht eine schweizweite Revolution»

Er spricht von wochenlangen Schülerstreiks in der ganzen Schweiz und von konkreten Initiativen und Forderungen. «Wir leben in einer direkten Demokratie, das ist unser grosses Glück», meint Mattia Messmer, «wenn wir schon auf nationaler Ebene handeln können, sollten wir das auch tun.»

Ganz sinnlos war die Demonstration vom Freitag aber auch nicht: «Der Klimastreik hat schon vieles bewirkt», meint Céline Eberl. Zwar ändere sich nichts am Klimawandel direkt, aber man spreche darüber. «Die Lehrerinnen und Lehrer ermutigen uns. Der Klimawandel war sowohl im Unterricht als auch unter uns noch nie so präsent wie in den letzten Tagen.»

Die drei Jugendlichen aus dem Toggenburg sind sich einig: Der Klimastreik ist auch nach der Demonstration von letztem Freitag noch nicht vorbei. Ob es an der Kantonsschule Wattwil bald eine eigene Bewegung gibt, sind sie sich noch unsicher. «In St.Gallen hat man eine viel grössere Reichweite», sagt Lena Eberhard, und die anderen beiden stimmen ihr zu. Das nächste Mal sind sie bestimmt wieder dabei, wenn es heisst: «Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!»

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