Ralph Webers Holzimperium: Eine Kirchberger Firma hat sich ganz dem Holz verschrieben

Die Kirchberger Firma «Die Bau-Profis» baut alles, was mit Holz zu tun hat – und eckt damit in einem Bündner Dorf an.

David Grob
Drucken
Teilen
Geschäftsführer Ralph Weber mit einem der Barhocker, die er in Savognin einsetzen will.

Geschäftsführer Ralph Weber mit einem der Barhocker, die er in Savognin einsetzen will.

Bild: David Grob

Holz ist allgegenwärtig in Ralph Webers Wirkungsstätte: als Rohstoff im Lager, als Barhocker und Bretter in der Werkstatt, als Staub in der Luft. Und sogar in Webers Büro am Ende der Lagerhalle stehen Gegenstände aus Holz: ein Aktenkoffer, ein Aschenbecher, ein Gewürzhalter. Holz ist das Material, aus dem Ralph Webers kleines Imperium gezimmert ist.

Dieses besteht aus sieben Firmen, die verschiedenste Arbeiten erledigen, die direkt oder indirekt mit Holz zu tun haben: Schreinerarbeiten, Möbeldesign, Holzbau, Bauplanung, Immobilien. Weber, Jahrgang 1973, gelernter Zimmermann, verschiedene Weiterbildungen in Unternehmensführung, leitet das Unternehmen in der vierten Generation. 1905 gründete sein Urgrossvater die Firma mitten in Kirchberg. Jetzt, 115 Jahre später und sechs Firmen grösser, ist das Unternehmen immer noch im Dorfzentrum. Jede Generation hat den Firmensitz umgestaltet und vergrössert.

Ein klassischer «Büezer»

Weber ist umtriebig, ein klassischer «Büezer», der anpackt, immer erst die Arbeit und dann die Freizeit sieht. Er habe keine Zeit zum Fernsehen, sagt Weber von sich. Er ist einer, der aktiv auf die Leute zugeht und sich so Aufträge sichert. Einer, der zeigt, was er geleistet hat. Etwa das alte Haus in Savognin, das er und seine Frau umgebaut haben und jetzt Beispiel-Haus in Katalogen ist. Oder die zahlreichen Gegenstände aus Massivholz, die er als eigene Designlinie verkauft. Und nicht zuletzt ist er einer, der umsetzt, was er sich vorstellt. Und sich auch von Widerstand nicht abbringen lässt.

Weber sitzt in seinem Büro und erzählt von seinem jüngsten Projekt: einer Après-Ski-Hütte aus Holz in Savognin. Im Sommer ist er auf die Bergbahnen zugegangen, präsentierte seine Idee und plante. Doch damit weckte der Toggenburger Widerstand im Bündner Bergdorf. «Viele fragten sich: Warum errichtet kein Einheimischer die Après-Ski-Hütte?», sagt Weber. Einige grüssten daraufhin nicht mehr. Ohnehin war Webers Stand schwierig. Vor zwei Jahren, als er ein Zweitbüro in Savognin eröffnete, steigerte sich die Skepsis in offene Feindseligkeit:

«Man hat uns die Luft
aus den Autoreifen gelassen.»

Doch er liess sich nicht abbringen und errichtet die Hütte derzeit – und konnte einige seiner Kritiker überzeugen. Am Samstag soll die Hütte eröffnet werden.

5 Bilder

«Alpen-Chic» nennt Weber seine Après-Ski-Hütte. In ihr zeigt sich, was Weber ausmacht: den Ehrgeiz, Einzigartiges zu schaffen. Weber führt durch die Werkstatt und zeigt die verschiedenen Hocker und Barstühle, die er eigens für seine Hütte kreiert hat. «Ich hätte die Barhocker auch einfach irgendwo kaufen können. Doch ich wollte etwas Eigenes haben», sagt Weber. Also skizzierte er und einer seiner Schreiner stellte einen Prototyp her. Probesitzen, anpassen, herstellen.

Wachsen im Bündnerland

Seine Hütte ist nicht nur Prestigeobjekt, sondern auch eine Werbefläche. Weber sagt:

«Wir wollen in Savognin bekannter werden.»

Weber möchte wachsen und neue Kunden im Bündnerland gewinnen. Seit vier Jahren haben er und seine Frau Carmen, die in der Firma die administrativen Arbeiten erledigt, in Savognin ein umgebautes Ferienhaus. Webers Plan: Ferienwohnungen zu bauen und zu verkaufen.

Und nicht zuletzt möchte Weber seine Designlinie bekannter machen. Seit einiger Zeit fertigt er verschiedene Produkte aus Massivholz an. Deshalb hat er immer sein Skizzenheft dabei. Kommt eine Idee, so greift er zum Bleistift. Und später entsteht daraus ein neues Möbelstück. Und Webers Imperium wird ein wenig grösser.