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Interview

«Unser Ziel ist der Ligaerhalt»: Volley Toggenburg ist zurück in der höchsten Spielklasse

Am Samstag beginnt für Raiffeisen Volley Toggenburg die Nationalliga-A-Meisterschaft. Als erster Gegner reist Genève Volley in die Rietsteinhalle in Wattwil.
Beat Lanzendorfer
Mit dieser Mannschaft startet Raiffeisen Volley Toggenburg am Samstag zur Meisterschaft. (Bild: PD)

Mit dieser Mannschaft startet Raiffeisen Volley Toggenburg am Samstag zur Meisterschaft. (Bild: PD)

Nach dreijährigem Unterbruch schaffte Raiffeisen Volley Toggenburg am Ende der vergangenen Saison die Rückkehr in die Nationalliga A. Nun wagt Trainer Marcel Erni einen Ausblick und äussert sich zur am Samstag, 12. Oktober beginnenden Meisterschaft.

Wie ist die Vorbereitung verlaufen, jetzt wo Raiffeisen Volley Toggenburg wieder der höchsten Liga angehört?

Marcel Erni: Mit einem reduzierten Programm sind wir schon vor den Sommerferien gestartet. Weil einige unserer Spielerinnen noch im Beachvolleyball engagiert waren, lag der Fokus mehr auf polysportiven Aktivitäten. Offizieller Trainingsbeginn war am 4. August. Seither bestreitet jede Spielerin wöchentlich fünf bis neun Trainings. Nebst drei Einheiten mit der Mannschaft kommen zwei Krafttrainings hinzu. Darüber hinaus absolvieren die Spielerinnen noch individuelle Trainings.

War die Vorbereitung intensiver als in den Vorjahren?

Aus meiner Sicht nicht. Wir haben schon in der Nationalliga B einen vergleichbaren Aufwand betrieben.

Gab es Veränderungen im Kader?

Die gab es – leider. Uns ist aus diversen Gründen (Verletzungspause, Schwangerschaft, Studium) in erster Linie die Routine abhandengekommen. Die Abgänge sind mit jungen Spielerinnen sowie zwei Chinesinnen kompensiert worden. Es zeichnet sich aber schon jetzt ab, dass uns, zumindest in der Startphase der Meisterschaft, die Erfahrung abgehen wird.

Trainer Marcel Erni und Co-Präsidentin Maja Hedinger mit den beiden Chinesinnen Liu Xinrui (links) und Rong Yi. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Trainer Marcel Erni und Co-Präsidentin Maja Hedinger mit den beiden Chinesinnen Liu Xinrui (links) und Rong Yi. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Mit Rong Yi und Liu Xinrui sind zwei Chinesinnen zum Team gestossen. Konnten sie sich in der kurzen Zeit schon mit den hiesigen Verhältnissen vertraut machen?

Rong Yi lebt schon seit ein paar Wochen hier im Toggenburg. Liu Xinrui ist letzte Woche zur Mannschaft gestossen. Die beiden wohnen gemeinsam in einer Wohnung und hinterlassen bisher einen sehr offenen und aufgeschlossenen Eindruck. Dazu gehört die Bereitschaft, schnellstmöglich die deutsche Sprache zu erlernen und das Kochen von Schweizer Gerichten.

Wie sind Ihre Eindrücke von Ihnen auf dem Spielfeld?

Die bisherigen Eindrücke stimmen mich optimistisch, das kommt gut. Sowohl Passeuse Rong Yi als auch Angreiferin Liu Xinrui haben in der höchsten chinesischen Liga gespielt. Ich bin überzeugt davon, dass wir noch viel Freude an ihnen haben werden.

In den vergangenen Jahren hiess das Ziel jeweils «erreichen der Playoffs». Das war aber eine Liga tiefer. Wohin soll die Reise jetzt gehen?

Wenn wir die Playoffs wieder erreichen würden, wäre dies ein riesiger Erfolg. Die Nationalliga A besteht aus zehn Teams, acht davon qualifizieren sich für die Playoffs. Die Positionen neun und zehn bestreiten ein Playout. Der Verlierer spielt anschliessend in einer Dreierpoule eine Auf-/Abstiegsrunde mit den zwei besten Teams der Nationalliga B.

Das Ziel lautet aber auf jeden Fall Ligaerhalt?

Absolut. Und sollten wir die Playoffs auch tatsächlich erreichen, wäre dieses Ziel schon frühzeitig erreicht.

Wie schätzen Sie die Chancen ein, die Playoffs zu schaffen?

Sm’Aesch Pfeffingen, Schaffhausen, Düdingen und Neuchâtel dürften den Titel unter sich ausmachen. Genf stufe ich als Geheimfavorit ein, der dem erwähnten Quartett durchaus Ärger bereiten könnte. Zwischen den Positionen sechs und zehn ist alles möglich.

Kann sich Raiffeisen Volley Toggenburg aus finanzieller Sicht das Abenteuer Nationalliga A überhaupt leisten?

Finanziell, unser Budget beträgt rund 130'000 Franken, können wir in der höchsten Liga nicht mithalten. Andere haben zwischen 600'000 und 800'000 Franken veranschlagt. Uns am nächsten kommt Cheseaux, das als Budget 200'000 Franken angibt.

Was unternimmt Raiffeisen Volley Toggenburg, um die Finanzen im Lot zu halten?

In erster Linie müssen wir sparsam haushalten. Dann freut es uns ausserordentlich, dass sich die Raiffeisenbanken im Toggenburg zum Volleyball bekennen und ihr Engagement erweitert haben. Mit verstärkten Bemühungen wollen wir weitere Unternehmen ins Boot holen. Ich denke, es ist nicht selbstverständlich, dass im Toggenburg Volleyball auf höchstem Niveau zu sehen ist – dies sollte die hier ansässige Wirtschaft noch vermehrter honorieren. Darüber hinaus möchte ich betonen, dass der Eintritt zu unseren Heimspielen kostenlos ist. Nach Spielschluss ziehen wir jeweils eine freiwillige Kollekte ein, die vollumfänglich unserem Nachwuchs zugutekommt.

Zum Auftakt der Meisterschaft trifft Raiffeisen Volley Toggenburg im ersten Heimspiel am Samstag auf Genève Volley. Was trauen Sie ihren Spielerinnen zu?

Wie bereits erwähnt, stufe ich Genf als Geheimfavorit ein. Der Verein hat sich gezielt verstärkt und möchte sich weiter nach vorne orientieren. Wir hingegen müssen uns als Mannschaft zuerst finden. Für uns dürfte es vorerst darum gehen, uns schnellstmöglich mit dem höheren Rhythmus vertraut zu machen und uns von Rückschlägen nicht verrückt machen zu lassen. Aber vielleicht gelingt uns bei der Premiere ja eine Überraschung. Ich hoffe auf viel Unterstützung seitens des Publikums.

Sind alle Spielerinnen an Bord?

Stand heute ja – und sie freuen sich, wenn es jetzt losgeht.

Das Kader in der Saison 2019/2020

Martina Koch (Nummer 2), Jahrgang 1999, Grösse 184 Zentimeter, Position Mitte. Loredana Cantoni (3), 1999/176/Pass. Jasmine Fiechter (6), 2000/181/Aussen. Liu Xinrui (7), 1995/182/Diagonal. Rong Yi (10), 1996/180/Pass. Jasmin Kuch (11), 2002/185/Mitte. Annouk Erni (12), 2003/179/Aussen. Jana Pfyl (13), 1995/164/Libera. Diandra Vögtlin (15), 2000/179/Mitte. Nicht auf dem Bild: Chiara Bigger (5) 1998/176/Aussen. Trainer: Marcel Erni. Assistent: Daniel Lorenc und Philipp Brunner. Betreuer: Reinhard Kolb. (bl)

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