Raiffeisen Volley Toggenburg bleibt in Genf chancenlos und muss weiterhin um den Verbleib in der Nationalliga A bangen

Die Wattwilerinnen verlieren auch das dritte Playoutspiel gegen Genève Volley mit 0:3, können sich ihren Platz in der höchsten Liga aber in einer weiteren Zusatzschlaufe gegen Teams aus der Nationalliga B sichern.

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Auch die Toggenburger Topscorerin Liu Xinrui blieb oft am starken Block der Genferinnen hängen.

Auch die Toggenburger Topscorerin Liu Xinrui blieb oft am starken Block der Genferinnen hängen. 

Bild: Reinhard Kolb

Raiffeisen Volley Toggenburg stand vor dieser dritten Partie gegen Genève Volley mit dem Rücken zur Wand. Nur mit einem Sieg hätte man zu Hause eine Chance erhalten, die Westschweizerinnen nochmals in Bedrängnis bringen zu können.

Volley Toggenburg startet schwach

Bereits unter der Woche standen die Zeichen aber schlecht für die Toggenburgerinnen. Spielführerin Jasmine Fiechter laboriert schon seit zwei Wochen an einer Entzündung im Knie und musste darum in den Trainings auf Sprünge verzichten. Diese Schonung führte aber zu keiner Besserung.

Im Gegenteil: Die junge Wilerin versuchte in Genf zu Beginn mit Schmerzen aufzulaufen, nach der Hälfte der Spieldauer musste sie und das Trainerteam aber einsehen, dass die Einschränkung zu gross war. Tamara Riesen, die nach einer Meniskusverletzung wieder zur Verfügung steht, versuchte die entstandene Lücke so gut wie möglich zu schliessen.

Zu einem Satzgewinn reichte es aber trotz Aufbäumen im dritten Satz nicht. Die Genferinnen spielten vor allem in den beiden ersten Sätzen gross auf. Mit dem Selbstvertrauen zwei gewonnener Partien servierte das Heimteam sehr stark und beging kaum Fehler. Trainerin Aida Shouk ging trotz der klaren Führung in der Serie auch in diesem Spiel kein Risiko ein und liess die fünf US-Angreiferinnen praktisch konstant auf dem Feld.

Genf spielt Toggenburg phasenweise an die Wand

Die Gäste aus dem Toggenburg wurden phasenweise richtiggehend an die Wand gespielt. Bereits im Aufbau zeigten die Wattwilerinnen grosse Mängel, so dass am Angriff kaum Druck aufgebaut werden konnte. Immer wieder blieben die Angreiferinnen am gut postierten Block der gross gewachsenen Gegnerinnen hängen. Die logische Folge waren so zwei klar verlorene Sätze nach genau 40 Spielminuten.

Die Ostschweizerinnen stellten nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Fiechter ihr Spielsystem um und setzten Annouk Erni im dritten Durchgang neben der Zuspielerin Rong Yi ein. Diese Umstellung zeigte zusammen mit einem kleinen Nachlassen des Heimteams Wirkung.

Plötzlich war das Spiel wieder umkämpft und die Wattwilerinnen liebäugelten bis zum Stande von 18:18 sogar mit einem schmeichelhaften Satzgewinn. Mit einer starken Serviceserie legte Genf schliesslich den wichtigen Grundstein für den Gewinn des dritten Durchgangs. Toggenburg konnte den 23:20-Rückstand nicht mehr wettmachen und musste sich so auch im dritten Spiel gegen die gleichen Gegnerinnen klar geschlagen geben.

Genf hat im Januar den Königstransfer realisiert

Die Verantwortlichen von Genf haben vor dieser Playout-Serie mit dem Engagement von Julia Brown auf die verkorkste Qualifikation reagiert und Ende Januar den wichtigen Königstransfer gelandet. Toggenburg gelang es zwar, dieses erstarkte Kollektiv phasenweise unter Druck zu setzen.

Doch über die gesamte Spieldauer waren die jungen Wattwilerinnen zu wenig stabil, um die auf dem Papier klar stärkeren Gegnerinnen in Bedrängnis zu bringen. Genève Volley gewann darum die Playout-Serie verdient mit 3:0 und sicherte sich so den Ligaerhalt.

Ligaerhalt für Toggenburg weiterhin noch möglich

Trotz der verlorenen Serie bleibt Raiffeisen Volley Toggenburg immer noch die Möglichkeit, sich über die Barrage gegen zwei Vertreterinnen der Nationalliga B für die höchste Liga der Schweiz zu qualifizieren. Jetzt folgt aber zuerst einmal das grosse Warten.

Bis Ende Februar müssen die NLB-Teams dem Verband gegenüber kommunizieren, ob sie überhaupt aufsteigen wollen. Die Spiele um den letzten NLA-Platz finden dann ab dem 4. April statt. Nach fünf Wochen Pause muss Toggenburg dann in nur zehn Tagen die vier entscheidenden Partien austragen. (pd)

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