Interview

Raffael Spescha, neuer Trainer beim FC Bazenheid: «Wir müssen die Köpfe freibekommen»

Am Montag hat sich der FC Bazenheid von Trainer Edgar Coutinho getrennt. Am gleichen Tag gab der Verein die Verpflichtung von Raffael Spescha bekannt, der die Toggenburger vor dem Abstieg in die regionale 2. Liga bewahren soll. Dazu will er unter anderem den Kader verändern.

Beat Lanzendorfer
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Noch gibt Raffael Spescha seine Anweisungen in der Fussballakademie in Valencia. Mit Beginn des Trainingslagers Ende Februar in Lissabon übernimmt er das Zepter beim FC Bazenheid.

Noch gibt Raffael Spescha seine Anweisungen in der Fussballakademie in Valencia. Mit Beginn des Trainingslagers Ende Februar in Lissabon übernimmt er das Zepter beim FC Bazenheid.

Bild: PD

Wie lange war Ihre Bedenkzeit, um dem FC Bazenheid zuzusagen?

Raffael Spescha: Der FC Bazenheid gehört trotz der aktuellen Tabellenposition sportlich noch immer zu den Aushängeschildern der Region. Daher benötigte ich nach der Anfrage keine Bedenkzeit, um zuzusagen.

Kennen Sie den Verein bereits näher?

Näher noch nicht, aber ich habe in den letzten Tagen mit Präsident Danny Lüthi, Sportchef Hans «Hasä» Stadler und Captain Dejan Baumann, der im Sommer das Amt des Sportchefs übernimmt, einige Gespräche führen und sie besser kennenlernen dürfen. Sie haben mir den FC Bazenheid mit seinen Zielen und Werten näher gebracht. Zudem kenne ich einige Spieler und Rui Luis aus gemeinsamer Zeit beim FC Tobel-Affeltrangen. Ganz unbekannt ist mir der FC Bazenheid somit nicht.

Zurzeit arbeiten Sie noch in Valencia an einer internationalen Fussballakademie und betreuen dort die U19-Mannschaft. Wie kommt man zu so einem Engagement?

Erich Wild, ein bekannter Trainer in der Region, hat den Kontakt nach Spanien hergestellt und wusste, dass die Akademie einen Trainer sucht. Ihn kenne ich aus meiner Zeit beim FC Tobel-Affeltrangen. Nach meiner Bewerbung erhielt ich eine Zusage.

Wie verständigen Sie sich dort mit den Spielern? Können Sie Spanisch?

Da es sich um eine internationale Akademie handelt, ist die Verständigung mehrsprachig. Wir kommunizieren auf Spanisch, Englisch, Französisch und ab und an huscht auch mal ein deutsches Wort über den Platz.

Seit ich in Valencia bin besuche ich einen Spanischkurs. Für Anweisungen auf dem Platz reichen meine Kenntnisse schon.

Nun kehren Sie in die Schweiz zum FC Bazenheid zurück. Wie lange wäre Ihr Vertrag in Spanien gelaufen?

Ich habe einen Vertrag über sechs Monate unterschrieben, der Ende Februar ausläuft. Ich habe mit den Verantwortlichen vereinbart, dass ich meine Tätigkeit eine Woche früher beenden kann, um mit dem FC Bazenheid ins Trainingslager nach Lissabon fliegen zu können. Bis dann wird mein Assistenz-Trainer Rui Luis das Training leiten und in erster Linie an der Physis der Spieler arbeiten.

Anschliessend wartet einiges an Arbeit auf Sie. Was braucht es, damit der FC Bazenheid in der Liga bleibt?

Die Mannschaft hat in der Vorrunde den Beweis erbracht, dass Potenzial in ihr steckt. Immerhin kletterte sie in der Tabelle nach einem schlechten Start auf Platz 3.

Danach folgte nach fünf Niederlagen in Folge aber der Absturz auf einen Abstiegsplatz.

Stimmt. Ich bin aber überzeugt davon, dass die Mannschaft mehr kann, als es der Tabellenplatz zum Ausdruck bringt. Meine Aufgabe wird es sein, die Spieler auf ihre taktischen Aufgaben vorzubereiten und ihnen für jedes Spiel einen Plan mitzugeben. Dazu müssen wir die Köpfe frei bekommen.

Uns steht viel Arbeit bevor, wenn wir
uns alle unserer Stärken bewusst sind, uns an unseren Plan halten und wir
immer als Kollektiv auftreten,
werden wir es schaffen.

Sind für das Projekt Ligaerhalt noch Transfers vorgesehen?

Es wird im Kader sicherlich noch zu einigen Veränderungen kommen. Konkrete Namen möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt aber noch keine nennen.

Wie lange ist die Laufzeit Ihres Vertrages?

Das ist bisher gar noch nicht fixiert worden. Über die Details meines Vertrages kann ich mich mit den Verantwortlichen des FC Bazenheid im Trainingslager unterhalten oder danach – dann finden wir bestimmt Zeit dafür. Zurzeit geniesst anderes Priorität.