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Kesb macht die Dienstleistung professioneller und unabhängiger

Die Fallzahlen haben sich nicht stark verändert, seit die Kesb Toggenburg vor bald einmal sechs Jahren ihre Arbeit aufgenommen hat. Bemerkbar ist aber, dass die Dienstleistung professioneller geworden ist.
Sabine Schmid
Die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde Toggenburg hat ihre Büros im Soorpark in Bütschwil. (Bild: Sabine Schmid)

Die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde Toggenburg hat ihre Büros im Soorpark in Bütschwil. (Bild: Sabine Schmid)

Wegen Einzelfälle steht die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) immer wieder im Gegenwind. Intakte Familien würden zerstört, betagte Menschen enteignet und bevormundet, Alleinerziehenden würde das Leben mit ihren Kindern so gut wie unmöglich gemacht. «Eine Behörde, die sich Kinder und Erwachsenen Schutzbehörde nennt, verbreitet Angst und Schrecken», heisst es auf einer Internetseite der Kesb-Gegner.

Glen Aggeler, Präsident der Kesb Toggenburg, kennt die Vorwürfe und hält fest, dass nicht alles so ist, wie es oft dargestellt wird. Er ist sich bewusst, dass seit dem Inkrafttreten des Kinder- und Erwachsenenschutzrechts am 1. Januar 2013 nicht alles rund gelaufen ist. Aber: «Das Zivilgesetzbuch, das seit bald 100 Jahren gültig ist, trägt gewissen Veränderungen in der Gesellschaft nicht Rechnung. Daher war es nötig, dass sich die Gesetzgebung an die neuen Verhältnisse anpasste», sagt er. Heute laufe es insbesondere in unserer Region recht gut und die Umsetzung hat sich weitgehend konsolidiert.

Schwere Entscheidungen fällen Fachpersonen

Glen Aggeler, Präsident Kesb Toggenburg (Bild: PD)

Glen Aggeler, Präsident Kesb Toggenburg (Bild: PD)

Glen Aggeler blickt zurück in die Zeit vor der Einführung der Kesb. Damals war die Vormundschaftsbehörde in der Gemeinde zuständig, wenn beispielsweise ein Kind misshandelt oder das Besuchsrecht nicht eingehalten wurde, ein Erwachsener verwahrloste oder aufgrund von Krankheit oder einem Unfall urteilsunfähig wurde. «Häufig war der Gemeindeschreiber als Vormundschaftssekretär mit diesen Aufgaben betraut und musste zusammen mit einer Milizkommission schwierige und folgenschwere Entscheide treffen», erklärt Glen Aggeler.

Hier setzt heute die Kesb ein. Fachpersonen, die aus verschiedenen Disziplinen kommen, beurteilen die Fälle, die bei der Kesb landen. Dass Juristen, Sozialarbeiter, Psychologen und Mediziner gemeinsam die Sachlage analysieren und nach einer Lösung suchen, sieht Glen Aggeler als grossen Fortschritt. Dabei wird auch der Betroffene stets eingebunden.

Im Gegensatz zu den Gemeinden kenne die Kesb vielleicht das Umfeld der Menschen nicht von vornherein im Detail. Entsprechend werden Abklärungen getroffen. Sie sei aber unabhängiger im Handeln, findet Glen Aggeler. In einer Gemeinde bestehe die Gefahr, die finanziellen Auswirkungen im Hinterkopf zu haben, die eine Massnahme mit sich bringt. Die Kesb sei hingegen unabhängig und achte auf das Prinzip der Verhältnismässigkeit.

Glen Aggeler sieht noch einen weiteren Vorteil gegenüber der früheren Lösung. «Wir betreuen pro Jahr rund 900 Dossiers», sagt der Präsident der Kesb Toggenburg. «Hinter jedem von ihnen steht zwar eine andere Geschichte. Aber gewisse Abläufe wiederholen sich, sodass sich die Experten einen gewissen Erfahrungsschatz aufbauen konnten.»

Die Anfänge der Kesb Toggenburg verbindet Glen Aggeler mit guten Erinnerungen. «Die Politik im Toggenburg hat ihre Verantwortung wahrgenommen und den Wechsel von den kommunalen Vormundschaftsbehörden zur Kesb gut vorbereitet.» Bereits im August 2012 wurde mit dem Aufbau der Stelle begonnen. Mit einem Einzugsgebiet von rund 45000 Personen hat die Kesb Toggenburg gemäss Glen Aggeler eine gute und ideale Grösse. «Mit unserem Standort in Bütschwil sind wir rasch in den Dörfern und bei den Menschen, aber haben trotzdem eine gewisse Distanz», sagt er.

In den vergangenen fünf Jahren hat sich gezeigt, dass die Kesb durchschnittlich 900 Verfügungen im Jahr fällt. Viele davon seien mit wenig Aufwand verbunden, wie beispielsweise die Berichtsgenehmigungen der Beistände. Doch auch mit der Arbeit der Toggenburger Kesb sind nicht alle einverstanden. Etwa 30 Entscheide führen zu Beschwerden, davon werden zwischen 15 und 20 beurteilt. «In wenigen Fällen hat sich auch schon herausgestellt, dass wir falsche Entscheide getroffen haben oder sich die Lebenssituation seit dem Entscheid verändert hat», sagt Glen Aggeler.

Gutes Zeugnis für die Kesb Toggenburg

Derzeit läuft die Unterschriftensammlung für die Initiative «Eigenständiges Handeln in Familien und Unternehmen (Kindes- und Erwachsenenschutz-Initiative)». Sie will vor allem der Familie mehr Verantwortung übertragen. «Bereits heute werden die Familien bei uns miteinbezogen», sagt Glen Aggeler. «Nicht wenige Male müssen wir eingreifen, da das Familiensystem gerade nicht funktioniert. Das von den Initanten suggerierte Bild entspricht oft nicht den Tatsachen.» Er hält weiter fest, dass mit den vier Prinzipien Selbstbestimmung, Familiensolidarität, Subsidiarität und Schutz der Urteilsunfähigen bei den Behörden in die richtige Richtung gearbeitet wird. Glen Aggeler stellt nach den ersten fünf Jahren der Kesb Toggenburg ein gutes Zeugnis aus: «Wir haben in allen unseren Bereichen die Ziele erreicht und Fortschritte gemacht».

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