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Jan Scherrer nach seinem Weltcup-Erfolg: «Wusste, dass ein Sieg drin liegen müsste»

Vier Jahre und elf Monate nach seinem letzten Podestplatz gewinnt Halfpipe-Snowboarder Jan Scherrer den Weltcup in China. Trotzdem verfügt er leistungsmässig noch über Luft nach oben.
Urs Huwyler
Jan Scherrer holt sich in China zum ersten Mal einen Weltcup-Sieg. (Bild: Ng Han Guan/AP Photo)

Jan Scherrer holt sich in China zum ersten Mal einen Weltcup-Sieg. (Bild: Ng Han Guan/AP Photo)

Nicht überraschend glückte Freestyle-Boarder Jan Scherrer im chinesischen Wintersport-Resort Secret Garden der erste Weltcupsieg. Der 24-jährige Toggenburger hatte fern der Heimat nicht nur die Qualifikation dominiert, sondern er durfte sich in den beiden ersten von drei Final-Runs mit 94.00 beziehungsweise 95.50 Punkten jeweils die Bestnote schreiben lassen.

«Ein Podestplatz war mein Ziel. Ich wusste, dass der Sieg aufgrund der Trainingsleistungen und der aktuellen Form drin liegen müsste», erzählt der neu für den SC Speer Ebnat-Kappel (und nicht mehr Davos) startende Halfpipe-Artist. Selbst die tiefere Punktzahl aus seinen beiden geglückten Runs hätte gereicht, um die Angriffe der drei hinter ihm klassierten Japaner abzuwehren. Ruka Hirano auf Platz 2 erreichte 92.50 Punkte.

Vor bald fünf Jahren letztmals auf dem Podest

Vermutlich hätte sich der polysportiv veranlagte Freizeit-Volleyballer, -Fussballer, -Skateboarder, -Läufer oder -Tennisspieler auch über Rang zwei gefreut. «Aber», gesteht er nach einer Feier mit Nachwehen, «die Gefühle und Emotionen nach einem Sieg sind spürbar intensiver als bei einem zweiten Platz.» Und Weltcup-Sieger töne nun einmal anders als Weltcup-Zweiter.

«Es ist das Ziel jedes Sportlers, ein solches Rennen zu gewinnen. Ich wäre wohl doch enttäuscht gewesen, hätte es bei dieser Ausgangslage nicht gereicht.»

Vor bald fünf Jahren stand der heute 24-jährige Jan Scherrer in Kanada als Zweiter letztmals auf dem Podest, im April 2011 beim Heim-Weltcup in Arosa erstmals – ebenfalls als Zweiter. Dazu kamen in den letzten beiden Wintern zwei vierte Ränge in Laax. Der jetzige Erfolg war nur eine Frage der Zeit.

«Aber mit jeder verpassten Chance steigt die Anspannung. Ist es soweit, kommt dies einer Befreiung gleich.»

Er hat noch Potenzial

«Nein», lautet die Antwort kurz und knapp, wird der Olympia-Neunte von Pyeongchang gefragt, ob er nun sein Potenzial ausgeschöpft habe. Zwar fühle er sich derzeit so gut wie noch nie, besitze das nötige Selbstvertrauen. Aber es habe in China starker Wind geherrscht, die Tricks hätten nicht in die Höhe getrieben werden können. Es gebe trotz der hohen Noten noch Luft nach oben. Einen Grund für das Hoch sieht Jan Scherrer in der Vorbereitung: «Bisher benötigte ich jeweils einige Zeit, um anfangs Saison den Rhythmus zu finden. Diesmal ist dies dank mehr Schneetagen nicht der Fall. Die Mischung aus Quantität und Qualität der Trainings passte offensichtlich.»

Noch beim Weltcup-Auftakt in Copper Mountain (USA) deutete allerdings wenig auf eine baldige Scherrer-Show hin. Rang 13 entsprach nicht den Erwartungen. «Anfangs Dezember», so die neue Nummer eins im Team, «fehlten mir einige Intensivtage. Danach fand ich die Sicherheit.»

Sturz von Olympiasieger Iouri Podladtchikov

Bisher entstand in der Öffentlichkeit der Eindruck, als bestünde die Szene einzig aus Iouri Podladtchikov. In Secret Garden startete der Olympiasieger direkt vor Jan Scherrer, stürzte und zog sich einen Nasenbeinbruch sowie eine Gehirnerschütterung zu. Keine einfache Situation für den schon bereitstehenden Mitfavoriten. Beeinflussen liess er sich dadurch nicht.

«Es gelang mir, mich auf den Start zu konzentrieren, Iouris Sturz auszublenden und den Run so runter zu bringen, wie ich es mir vorgestellt hatte.»

Doch die Schlagzeilen wegen des Sturz und der Verletzung von Podladtchikov waren grösser als jene über Scherrers Sieg. Immerhin gab es auch für den Toggenburger einen positiven Aspekt: Weil die SRF-Tagesschau über den Sturz des Zürchers berichtete, kam sogar der Toggenburger zu Fernseh-Ehren. Jan Scherrers Erfolg hätte dafür kaum genügt.

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