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Premiere am kommenden Samstag: Theatergruppe Toggenburg verwandelt Klinik in ein Tollhaus

Die Patienten der Psychiatrischen Klinik Toggenburg leiden an verschiedensten Störungen. Die Komödie «Nöd ganz 100!» des Theatervereins feiert am Samstag Premiere.
Michael Hug
Alle nicht ganz 100: Claude Sachser, Urs Heeb, Carmen Villa, Joêl Franco, Monika Weilenmann, Larissa Baer und Christian Heeb. (Bild: Michael Hug)

Alle nicht ganz 100: Claude Sachser, Urs Heeb, Carmen Villa, Joêl Franco, Monika Weilenmann, Larissa Baer und Christian Heeb. (Bild: Michael Hug)

Sexsucht, Persönlichkeitsstörung, Wahnsinn – da schützt auch Geld nicht vor. Aber es hilft vielleicht bei der Heilung. Die Frage ist nur: Glaubt der oder die Wahnsinnige überhaupt, krank zu sein? Sind nicht sie vielleicht gesund und «die da draussen» nicht ganz Hundert? Die Hotelerbin Agnes Adolon jedenfalls hätte sich selbst sicher keine Sexsucht attestiert – bis sie in die Psychiatrische Klinik Toggenburg zwangseingewiesen wurde. Doch auch hier meint sie, die Normalste aller hier lebenden Durchgeknallten zu sein und spielt ihrer Mutter vor, dass die «Psychi» in Wahrheit ihre Villa sei, und alle, die sich darin aufhalten, ihre Hausangestellten sind.

Es rollt in der Klapsmühle

Sex, Drugs und Rock’n’Roll. Es rollt in der Klapsmühle, es gibt Drogen (Medikamente) löffelweise und Sex ist auch im Spiel. Eine wunderbare Ausgangslage für ein Theaterstück mit allerlei Täuschungen und Verwirrungen bis zum totalen Chaos.

«Neurosige Zeiten» heisst der Dreiakter der deutschen Autorin Winnie Abel im Original, als «Nöd ganz 100!» wird und wurde es erfolgreich auch auf Schweizer Dorfbühnen aufgeführt. Nun hat sich auch die Theatergruppe Toggenburg dem turbulenten Irren-Schwank aus Deutschland angenommen. Seit September probt das Ensemble fast jeden Sonntagabend am Stück. Am vergangenen Sonntag folgte mit zwei Hauptproben das Finale vor der Premiere am kommenden Samstag in Wattwil. Die Theatergruppe Toggenburg – Theato – verlangt von seinen Beteiligten viel Engagement. Wohl keine Gruppe im Toggenburg probt ein halbes Jahr lang fast jeden Sonntag für eine Aufführung.

Es bleibt nur der Sonntag

Regisseur Beat Thalmann meint dazu: «Es ist schwierig, alle unter der Woche zusammenzubringen. Unsere Leute kommen aus dem ganzen Toggenburg und dem Linthgebiet und sind beruflich und nebenberuflich auch recht stark engagiert. Es bleibt einfach nur der Sonntag zum Proben.» Doch die gemeinsame Arbeit mit dem Stück mache dermassen viel Spass, so die einhellige Meinung der Akteure, dass die «Sonntagsarbeit» überhaupt nicht als Last empfunden werde.

Leidenschaftliche Nebenbeschäftigung

Laien sind sie alle, mit viel Talent ausgestattet und theaterverrückt. Auch für Beat Thalmann, für den «Nöd ganz 100!» die zweite Produktion unter seiner Regie ist, ist das Theaterspielen eine leidenschaftliche Nebenbeschäftigung.

Letztes Jahr führte er im Frühling Regie bei der Theato-Produktion «Irgendwo im Nirgendwo», im Sommer spielte er beim Freilichtspiel «Krabat» die Rolle eines Müllersjungen. Julia Schmucki, Regieassistentin, und Barbara Tapasco, Darstellerin der Brigitte, waren letztes Jahr ebenfalls bei beiden Produktionen dabei. Man müsse schon ein bisschen angefressen sein, sagt Beat Thalmann und lacht – oder einfach sehr viel Leidenschaft dafür haben. Schon nächstes Jahr ruft die nächste Rolle, verraten darf er darüber noch nichts. Jedenfalls wird er beim Theato wieder Regie führen, «wenn sie mich wieder engagieren». Das Stück dafür werde schon in zwei Monaten ausgewählt. Doch vorerst stehe am Samstagabend die Premiere an. «Die Premiere ist ausverkauft. Für die Vorstellungen vom 17., 22. und 23. März gibt es noch Tickets», sagt Julia Schmucki.

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