Präsidentenwechsel
Thomas Bösch folgt auf Mirco Gerig an der Spitze der SVP Toggenburg

Stabsübergabe bei der SVP-Kreispartei an der Hauptversammlung, die am Sonntag im Haus der Freiheit in Ebnat-Kappel durchgeführt wurde. Nach sieben Jahren trat Kantonsrat Mirco Gerig als Präsident zurück. Sein Nachfolger, der Ebnat-Kappler Thomas Bösch, wurde einstimmig gewählt.

Franz Steiner
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Stabsübergabe: Mirco Gerig (rechts) übergibt das Präsidium der SVP Toggenburg an Thomas Bösch.

Stabsübergabe: Mirco Gerig (rechts) übergibt das Präsidium der SVP Toggenburg an Thomas Bösch.

Bild: Franz Steiner

Der lüpfige musikalische Auftakt von Kathrin Zürcher am Bass und ihrem Mann Hans am Schwyzerörgeli passte perfekt zu diesem sonnigen Sonntag und läutete eine Hauptversammlung ein, die ganz im Zeichen des Abschieds von Mirko Gerig nach sieben Jahren Präsidialzeit stand. Er könne eine solide Partei seinem Nachfolger übergeben, meinte er. Sein Résumé:

«Die SVP ist nach wie vor eine starke Grösse im Kanton, und die SVP Toggenburg verlor bei den letzten Kantonsratswahlen lediglich 0,7 Prozent an Wähleranteilen.»

Im Kanton besetzt die SVP 35 von 120 Kantonsratssitzen.

Gerigs Erbe übernimmt der 37-jährige Thomas Bösch aus Ebnat-Kappel. «Seit der Oberstufe und somit die Hälfte meines bisherigen Lebens bin ich in der SVP», sagte Bösch mit Stolz, der beruflich als Bankleitungsmitglied im Kader einer hiesigen Bank steht. Er sei als Bauernbub gross geworden und sei zu 100 Prozent Toggenburger geblieben, sagte der neue Taktgeber.

Hauptversammlung als eine Art Landsgemeinde

Die SVP gibt sich nach aussen traditionalistisch. So erstaunt es nicht, dass in Pandemiezeiten die HV als eine Art Landsgemeinde proklamiert wurde und im Freien auf der Terrasse stattfand. Bei den Gastgebern Toni Brunner mit Lebenspartnerin Esther Friedli ist man bei der SVP sowieso am nächsten.

Der Ebnat-Kappler Gemeindepräsident Jon Fadri Huder überbringt Grüsse.

Der Ebnat-Kappler Gemeindepräsident Jon Fadri Huder überbringt Grüsse.

Bild: Franz Steiner

Die Grüsse der Gemeinde Ebnat-Kappel überbrachte Gemeindepräsident Jon Fadri Huder. Er sei sich sicher, dass solche Anlässe für den gegenseitigen Austausch wichtig seien für einen offenen und fliessenden Dialog.

Auch Toni Brunner begrüsste die Anwesenden mit markigen Worten. Besonders freute ihn das Zusammenstehen des Bundesrats im eben gescheiterten Rahmenabkommen. «Das ist wegweisend für unsere Selbstbestimmung und in der Geschichte mit dem EWR-Nein vergleichbar.»

Traditionsveranstaltungen blieben wegen Corona auf der Strecke

«In der Pandemie braucht es mehr SVP», eröffnete Mirko Gerig die Hauptversammlung. «Da die Appenzeller ihre Landsgemeinde absagen mussten, haben wir heute ennet dem Alpstein für Ersatz gesorgt. Mit den Öffnungsschritten geht es wieder Richtung Normalität. Und genau hierfür setzt sich die SVP ein. Denn wer sich aus der politischen Arbeit absetzt, überlässt das Zepter jenen politischen Kräften, die diese Pandemie für mehr Macht ausnützen», so der Präsident.

Toni Brunner (Bildmitte), Gastgeber im Haus der Freiheit, sorgt für gute Laune.

Toni Brunner (Bildmitte), Gastgeber im Haus der Freiheit, sorgt für gute Laune.

Bild: Franz Steiner

In seinem letzten Jahresbericht streifte Mirko Gerig das vergangene Jahr, das coronabedingt mit grossen Einschränkungen zu kämpfen hatte. «Auch als Partei blieben wir davon nicht verschont, mussten doch jegliche Anlässe ohne Geselligkeit stattfinden. Traditionsveranstaltungen blieben auf der Strecke», bedauert Gerig. Er erwähnte weiter sämtliche Abstimmungen und stellte fest, dass Städte und urbane Räume immer mehr das Land diktieren.

«In allen Gemeinden sind auch viele SVPler um ein Amt ins Rennen gestiegen und haben bei den Kommunalwahlen unter dem Strich stabil oder sogar besser abgeschnitten.»

Mit diesen Worten zeigte sich der scheidende Präsident, der in Wildhaus aufgewachsen und heute mit seiner Familie in Mosnang wohnt, zufrieden.

Im Anschluss an die Hauptversammlung gaben Kantonsrat Ivan Louis und Nationalrätin Esther Friedli Informationen für die kommende Abstimmung vom 13. Juni.