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Post wirbt in Kirchberg um Goodwill

Im November wird die Poststelle in Kirchberg aufgehoben. Postdienstleitungen gibt es ab dann im Volg-Laden. Die Informationsveranstaltung, die die Post dazu nun angeboten hat, verlief ohne grosse Emotionen.
Richard Clavadetscher
Im November erfolgt das Aus für die Poststelle in Kirchberg in ihrer heutigen Form. (Bild: Claudio Weder)

Im November erfolgt das Aus für die Poststelle in Kirchberg in ihrer heutigen Form. (Bild: Claudio Weder)

Nein, zu emotionalen Ausbrüchen oder gar tumultuösen Szenen ist es nicht gekommen. Die Informationsveranstaltung der Post zu ihrem neuen Angebot im Volg-Laden in Kirchberg verlief manierlich. Dies lag zum einen wohl daran, dass die Nachricht über die Aufhebung der Poststelle im Dorf nicht neu war für die rund 60 Personen, die sich im «Toggenburgerhof» einfanden. Zum andern aber lag es auch an der Post, die sich sichtlich Mühe gab, die Anwesenden spüren zu lassen, dass sie geschätzte Kunden sind – trotz allem.

Diese demonstrative Wertschätzung zeigte sich nicht zuletzt dadurch, dass gleich ein halbes Dutzend Postkader anwesend war, darunter Marcel Stillhard, Leiter Region Winterthur-Schaffhausen, und Roger Bongiorno, verantwortlich für das Gebiet Wil. Absicht war, für jede erdenkliche Frage aus dem Publikum den in der Region dafür Zuständigen antworten zu lassen.

Auch lag für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer ein «Feedbackblatt» samt Bleistift bereit, auf dem unter anderem angekreuzt werden konnte, ob der Anlass aufschlussreich war: «Bitte Karte vor Ort ausfüllen und einwerfen.» – «Vielen Dank für Ihr Feedback.»

Nach dem Dialog zum Apéro

Eigentlicher «Dompteur» des Abends war Primus Hartmann, Spezialist Netzentwicklung. Es war ganz offensichtlich nicht seine erste Veranstaltung dieser Art; die Routine war augenfällig. Er wolle diesen Abend «nicht als Frontschulung» gestalten, so Hartmann, sondern dialogisch – mit abschliessendem Apéro, wo man dann noch Fragen stellen könne, die von individuellem Interesse seien.

Keine «Frontschulung» – dies war dann doch zu viel versprochen. Denn genau darauf lief es erst einmal hinaus: Während geschlagenen 45 Minuten zeigten Stillhard und Hartmann im Wesentlichen auf, was die Herausforderungen der Post angesichts eines sich rapide verändernden Kundenverhaltens sind und wie der Bundesbetrieb darauf antworten will.

Angesichts der bereits seit langem laufenden Diskussionen über die Schliessung von Poststellen und der Integration von Postdienstleistungen in Verkaufsstellen von Partnern dürften die Anwesenden wenig Neues erfahren haben. Immerhin konnten Stillhard und Hartmann plausibel machen, weshalb es sich «die Post nicht leisten kann, Ballenberg zu sein» (Stillhard) und weshalb es gerade Kirchberg getroffen hat mit der Poststellenschliessung und nicht zum Beispiel Bazenheid.

Sachbezogen und ohne Polemik

Lag es an einer gewissen Ermattung der Zuhörerschaft nach drei Viertelstunden Vortrag? Die anschliessende Fragerunde jedenfalls verlief überwiegend sachbezogen und ohne jede Polemik. Angesichts des Reputationsverlusts der Post durch die Geschehnisse der letzten Wochen und Monate ist dies nicht selbstverständlich.

Lediglich einer der Anwesenden verwies dann doch darauf, dass die Informationspolitik der Post in der Vergangenheit gerade im Zusammenhang mit Kirchberg «eine Schande» gewesen sei: «Man hätte es wahrlich besser machen können.» Sonst aber drehten sich die Fragen um praktische Probleme im Umgang mit dem neuen Postangebot im Verkaufsladen, um die Bewirtschaftung der Postfächer und die Hauszustellung. Hartmann und die anderen Vertreter der Post gaben sich dabei alle Mühe, Bedenken zu zerstreuen. Und wo dies nicht auf Anhieb gelang, offerierten sie das persönliche Gespräch beim anschliessenden Apéro und die Prüfung einer allfälligen individuellen Lösung.

Den verhaltenen Applaus des Publikums am Ende der Veranstaltung darf man wohl so interpretieren, dass die Anwesenden das offene Ohr der Postvertreter für ihre Fragen schätzten. Der Schliessung der eigenständigen Poststelle in Kirchberg, die nun im November erfolgen soll, galt er sicher nicht.

Die Zukunft der Poststellen im Toggenburg

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