Positives Fazit für das Jahr 2019 an der Generalversammlung der Genossenschaft: Das Kino Passerelle überzeugt sein Publikum

Das Wattwiler Kino kann auf ein ausgezeichnetes Jahr 2019 zurückblicken, die Coronakrise wird aber wohl einschneidend wirken.

Sascha Erni
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Leona Fischer (links) unterstützt Geschäftsführer Peter Bötschi bereits seit 2017 im operativen Geschäft des Kinos Passerelle in Wattwil.

Leona Fischer (links) unterstützt Geschäftsführer Peter Bötschi bereits seit 2017 im operativen Geschäft des Kinos Passerelle in Wattwil.

Bild: Sascha Erni

«Heute gibt es einen CC-Apéro», sagte Peter Bötschi zum Schluss der 32. Generalversammlung der Genossenschaft Kino Passerelle vom letzten Donnerstag. Der Geschäftsführer des Kinos lachte.

«Nicht Cash-und-Carry, sondern Coronacompatible.»

Und tatsächlich sieht man überall im Kino, das drei Monate geschlossen bleiben musste, Spuren der gegenwärtigen Pandemie: Plexiglas trennt die Bar ab, Markierungen am Boden weisen auf den geforderten Mindestabstand hin, überall stehen Flaschen mit Desinfektionsmittel.

Trotz der Gesundheitskrise fanden sich am Donnerstagabend 16 Genossenschaftlerinnen und Genossenschaftler ein; im Vorjahr waren es noch 55 gewesen.

Steigende Besucherzahlen für ein spezielles Kino

Peter Bötschi äusserte sich in seinem Bericht sehr zufrieden über das vergangene Geschäftsjahr. Während die Besucherzahlen schweizweit von 2017 bis 2019 um 6,4 Prozent abgenommen hätten, in der Stadt St.Gallen gar um 15,5 Prozent, könne das «Passerelle» ein Wachstum von 27,5 Prozent ausweisen. «Und das mit einem Programm, in dem Arthouse-Filme dominieren», freute sich Bötschi.

Das Kino habe sich die letzten zwei Jahre konsolidieren, festigen und stärken können. Als besonderen Punkt führte Bötschi die Begegnungsmöglichkeiten im Kino Passerelle aus, sei es mit den Filmen selbst, aber auch mit den Filmemacherinnen und -machern, geladenen Darstellern oder anderen Besuchern. Er sagte:

«Wir sind ein spezielles Kino und nicht austauschbar.»

Idealbesetzung für Vizepräsidium gefunden

«Dass wir schon vorher als kulturelle Konstante wahrgenommen wurden, hilft uns nun weiter», ergänzte Leona Fischer im Gespräch. Die Generalversammlung wählte die 21-Jährige an diesem Abend einstimmig zur neuen Vizepräsidentin. Aufgewachsen in Lichtensteig und Wattwil gehört sie seit 2017 zum Team des Kinos. Als Geschichts- und Filmwissenschaftsstudentin sei sie die Idealbesetzung, waren sich die Stimmberechtigten einig.

In ihrer Position möchte Fischer die weibliche Perspektive verstärkt mit ins Kino Passerelle bringen. Kino und Genossenschaft seien in der Hinsicht bereits sehr gut aufgestellt. Bötschi sagte:

«Leona ist Garant dafür, dass das weitergeführt wird.»

Leona Fischer folgt auf Hansruedi Kugler, der seit 2017 im Vorstand war und sich aus Zeitgründen nicht mehr zur Wiederwahl stellte.

Die Generalversammlung selbst verlief gewohnt zügig und humorvoll. Präsident Florian Schällibaum zeigte sich froh darüber, dass die Genossenschaft Schulden abbauen konnte, und dank eines hervorragenden Jahresergebnisses hätte das Kino auch keine Coronakredite aufnehmen müssen. Schällibaum räumte ein:

«Aber die Pandemie wird dieses Jahr prägen.»

Die Jahresrechnung für 2019 kann sich jedenfalls sehen lassen: Sie weist einen Unternehmensgewinn von 22'831 Franken bei einem Umsatz von 276'890 Franken (+23,5 Prozent) aus. Normalerweise würde sich das Budget an der Vorjahresrechnung orientieren, erklärte Kassier Marco Knaus. «Aber das wäre jetzt vermessen.»

Das Budget 2020 rechnet wegen des Totalausfalls von einem Vierteljahr vorsichtig mit einer schwarzen Null, falls auf Abschreibungen des Betriebsgebäudes verzichtet wird. Ansonsten mit rund 20'000 Franken Verlust. «Das ist auch nicht anders zu erwarten, mit drei Monaten Ertragsausfall», sagte Knaus.