Auch die Blochers kamen zur Jubiläumsfeier

Mit prominenten Gästen, darunter alt Bundesrat Christoph Blocher und Nationalrat Toni Brunner, feierte die SVP Wattwil am Freitagabend in der Wattwiler Markthalle ihr 20-jähriges Bestehen.

Peter Jenni
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Referenten und Gäste anlässlich der Feier der SVP Wattwil von Freitagabend in der Markthalle: Mirco Gerig, Alois Gunzenreiner, Hansueli Hofer, Silvia und Christoph Blocher sowie Esther Friedli und Toni Brunner (von links). (Bild: Peter Jenni)

Referenten und Gäste anlässlich der Feier der SVP Wattwil von Freitagabend in der Markthalle: Mirco Gerig, Alois Gunzenreiner, Hansueli Hofer, Silvia und Christoph Blocher sowie Esther Friedli und Toni Brunner (von links). (Bild: Peter Jenni)

Präsident Hansueli Hofer stand am Freitagabend die Freude ins Gesicht geschrieben, als er in der Markthalle rund 120 Personen zur Jubiläumsfeier 20 Jahre SVP Wattwil begrüssen konnte. Darunter als Referenten Alt Bundesrat Christoph Blocher und Nationalrat Toni Brunner sowie als Gäste Thomas Vögeli, Vertreter der FDP Wattwil, SVP Kantonsrätin Ursula Egli-Seliner aus Wil und Lisa Leisi, Dietfurt, Präsidentin der EDU-SG. Ebenfalls zugegen war Gemeindepräsident Christian Spoerlé, Ebnat-Kappel.

Wattwils Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner (CVP) überbrachte die Grüsse des Gemeinderates Wattwil. Er betonte, jede Generation müsse für sich walten und gestalten können. Die Ortsparteien seien kommunal weiterhin wichtig. In Wattwil funktioniere die Zusammenarbeit gut, jeder Partner könne seine Anliegen und seine Sichtweisen vertreten. Bezüglich der positiven Gemeindeentwicklung könne sich die SVP einen Teil des Kuchens abschneiden.

Zunächst belächelt, nun bedeutend

Kantonsrat Mirco Gehrig, der als Präsident der SVP Toggenburg die Grüsse der Kreispartei überbrachte, sagte, die SVP Wattwil sei anfänglich belächelt worden. Heute handle es sich um die wichtigste Partei im Toggenburg. Der Anfang der SVP Wattwil, die am 29. Juni 1998 gegründet wurde, sei schwierig gewesen, «da die etablierten Parteien unisono gegen uns waren», erzählte Hansueli Hofer in seinem Rückblick.

Doch mit Geduld und Ausdauer habe es die SVP über Jahre geschafft, Mandate zu gewinnen (siehe Kasten). Heute sei die Politlandschaft besser verteilt als früher. Hansueli Hofer würdigte speziell das Engagement des Gemeindepräsidenten und jenes von Wattwils Schulratspräsidenten Norbert Stieger.

Toni Brunner sorgte für beste Stimmung

Toni Brunner, 1995 im Alter von 21 Jahren in den Nationalrat gewählt – «das nächste jüngste Mitglied hätte mein Vater sein können» – liess unter dem Titel «Bericht aus den Sümpfen von Bern» sein bisheriges Leben als Nationalrat Revue passieren. Dies jedoch nicht auf trockene, sondern auf lockere Art, womit er trotz der zu Denken gebenden Ausführungen beste Stimmung in den Saal zauberte.

Besonders erwähnte er unter vielen anderen Tatsachen die Feier 150 Jahre Eidgenossenschaft 2017 auf dem Bundesplatz in Bern. Ebenso das Anliegen von politischen Gegnern, ihm die Immunität zu entziehen, um Anklage erheben zu können, was nur einmal erfolgreich gewesen sei. Vorgängig hatte Toni Brunner Reminiszenzen von den Parteiengründungen zum Besten gegeben. Zum Beispiel, als er – bereits als Nationalrat im Amt – mit dem Töffli anreisen musste, da er noch keinen Autoführerschein besass.

«Auf unsere eigene Stärke berufen»

Alt Bundesrat Christoph Blocher sagte über sich selber: «Wenn ich eine oder zwei Wochen nicht angegriffen werde, habe ich das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben.» Die Gemeinden seien unsere Zellen, betonte er. Dies sei Ausdruck der Schweiz, die von unten entstanden sei.

Auch er liess in der Wattwiler Markthalle vor den Gästen zuerst die Zeit seit 1992 (EWR-Abstimmung) nochmals aufleben. Dann stellte er fest, seit dem Ost-West-Zusammenschluss hätten die Schweizer Politiker den Kopf verloren. Früher habe unter den Mitteparteien gute Zusammenarbeit gegeben, was heute nicht mehr der Fall sei.

Christoph Blochers wichtigstes Anliegen aber ist die Selbstbestimmungsinitiative der SVP, «Schweizer Recht statt fremden Richter», über der am 25. November, abgestimmt wird. Die Partei stehe vor einer grossen Herausforderung, dafür zu sorgen, dass die Schweiz auch Schweiz bleibe. «Gegenüber der EU müssen wir uns auf eigene Stärke berufen», so sein Credo.