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Podiumsdiskussion in Wattwil: Jungparteien im Trend und Wahlkampf

Fünf frische Gesichter präsentierten im Hinblick auf die anstehenden Nationalratswahlen ihre Jungparteien.
Julia Engel

«Die Jungen haben das Wort!» lautete der Slogan auf einem Flyer, der auf das Podium am Mittwochabend in der Aula der Kanti Wattwil aufmerksam machte. Organisatoren des Anlasses waren die Jungfreisinnigen Toggenburg.

Noah Menzi und Christian Vogel (von links). Bild: Julia Engel

Noah Menzi und Christian Vogel (von links). Bild: Julia Engel

Jugendquote statt Frauenquote gefordert

Während seiner Begrüssungsrede meinte Kilian Looser, Nesslauer Gemeindepräsident: «Wir diskutieren zwar über Frauenquoten. Viel wichtiger fände ich es persönlich, würde man über eine Jugendquote diskutieren, denn ihr seid die Zukunft.» Er räumte ein, dass es für Junge schwierig sei, eine Stimme zu bekommen. Somit dürfte dieser Abend ganz nach seinem Geschmack verlaufen sein, standen die Jungen doch für einmal im Zentrum.

Später übergab Looser das Wort an Nicolas Stillhard, Präsident der Jungfreisinnigen Toggenburg, der den Abend moderierte. Auf die Bühne bat dieser eine Nationalratskandidatin und vier junge Nationalratskandidaten zwischen 18 und 25 Jahren (siehe Box).

Parlament in Bern braucht frischen Wind

«Aus meiner Sicht steht die Schweiz still. Die aktuellen Politiker in Bern können unsere Probleme nicht lösen», meinte Noah Menzi noch, bevor er sich selbst vorstellte. Die Lösungen für die Probleme seien da, die Politiker trauten sich einfach nicht, diese umzusetzen, so Menzi weiter. Den Wunsch, ins Parlament nach Bern zu gelangen und dort etwas bewegen zu können, teilen alle Teilnehmer des Podiums. Bei Anlässen wie dieser Podiumsdiskussion haben sie die Chance, ihre Ideen zu präsentieren und zu beweisen, wieso sie in den Nationalrat gehören.

Legaler Cannabis für die Altersvorsorge

Unter dem Titel «Unsere Schweiz – wie weiter?» wurde über das Verhältnis Schweiz – EU, die Altersvorsorge und das Klima diskutiert. Dabei unterschieden sich die Meinungen der Jungparteien kaum von denen ihrer Mutterpartei, die Lösungsvorschläge waren aber teilweise innovativer. Einen Ansatz für eine zusätzliche Finanzspritze für die AHV brachte Tobias Bruderer auf den Tisch: «Wenn man Cannabis legalisieren und mit einer gleich hohen Steuer belegen würde wie Tabakwaren, könnte man bis zu 150 Millionen Franken pro Jahr einnehmen.» Diese könne man für eine AHV-Sanierung verwenden, meinte Bruderer. Als man sich der Klimapolitik widmete und über regionale Landwirtschaft debattierte, machte Lena Eberhard als Verfechterin der biologischen Landwirtschaft einen Vorschlag. Mit Lenkungsabgaben von nicht biologischen Produkten könne man die biologische Landwirtschaft subventionieren und so die lokale Produktion fördern. Das nütze sowohl den Bauern als auch dem Klima.

Lena Eberhard, Tobias Bruderer und Silvan Zingg (von links). Bild: Julia Engel

Lena Eberhard, Tobias Bruderer und Silvan Zingg (von links). Bild: Julia Engel

Am Apéro wurde rege weiterdiskutiert

Die ganze Debatte verlief respektvoll und hörte auch nach dem eigentlichen Ende noch nicht auf. Beim anschliessenden Apéro wurden in einer lockeren Atmosphäre weitere Ansichten ausgetauscht und die Teilnehmer bedankten sich beieinander für die Diskussion.

Als Geschenk für die Teilnahme am Podium wurde für jeden Teilnehmenden fünf Bäume in Mexiko gepflanzt, erklärte Nicolas Stillhard zum Schluss und meinte: «Es zeugt von grossem Mut und Verantwortungsbewusstsein, dass ihr heute hier steht und für den Nationalrat kandidiert.»

Die fünf Nationalratskandidaten kurz vorgestellt:

Lena Eberhard (18, Juso) aus Ebnat-Kappel, setzt sich für eine gute Klimapolitik sowie gegen Homophobie, Sexismus und Rassismus ein.
Noah Menzi (21, Jungfreisinnige) aus Oberhelfenschwil, betont, seine Partei solle man für mutige Junge mit gesellschafts- und wirtschaftsliberalen Lösungen wählen.
Silvan Zingg (22, junge CVP) aus Bazenheid, plädiert für eine starke Mittepartei, die als Lösungsfinder zwischen links und rechts agieren kann.
Christian Vogel (23, junge SVP) aus Dietfurt, kämpft für die Unabhängigkeit der Schweiz, gegen die «Klimaabzocke» und für einen lebenswerten Kanton St. Gallen.
Tobias Bruderer (25, junge GLP) aus Nesslau, steht mit seiner Partei für die Umwelt und die Wirtschaft ein. (jue)

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