Neues Pflegeheim Wier in Ebnat-Kappel nimmt Gestalt an

Die Gemeinde stellte am Mittwochabend das Vorprojekt des Neubaus des Pflegeheims Wier vor. Das Gebäude soll für die rund 90 Bewohner wohnlich sein und den Mitarbeitenden einen effizienten Betrieb ermöglichen.

Sabine Schmid
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Ansicht des Vorprojekts des Neubaus Pflegeheim Wier in Ebnat-Kappel. (Visualisierung: PD)

Ansicht des Vorprojekts des Neubaus Pflegeheim Wier in Ebnat-Kappel. (Visualisierung: PD)

38 Millionen Franken stellt die Bevölkerung von Ebnat-Kappel für einen Neubau des Pflegeheims Wier zur Verfügung. Wie dieser aussehen soll, ist schon seit längerem bekannt. Das Architekturbüro Zach und Zünd aus Zürich hat mit dem Projekt «Weite Nähe» den Architekturwettbewerb gewonnen.

In den vergangenen Monaten wurde diese Idee zu einem Vorprojekt ausgearbeitet. Wie die Architektin Gundula Zach am Mittwochabend an einer gut besuchten Informationsveranstaltung sagte, ist damit der erste von vier Planungsschritten gemacht. Es sei nun eine gute Gelegenheit, um die Pläne vorzustellen. Zusammen mit Lenka Dobis, Gemeindepräsident Christian Spoerlé, Daniel Thoma, Geschäftsführer Alters- und Pflegeheim, sowie dem Publikum machte sie eine virtuelle Führung durch das neue Pflegeheim, das Wohnraum für maximal 94 Personen bietet.

Viel Holz für ein heimeliges Haus

Erschlossen wird das Gebäude neu über die Hüslibergstrasse. Für die Fussgänger wird es einen Weg geben, entlang dessen Bäume gepflanzt werden. Das Haus soll optimal in die Umgebung mit viel Grünfläche eingefügt werden, betonte Lenka Dobis. Im Untergeschoss wird eine Parkgarage für 32 Autos gebaut. Bezüglich der Besucherparkplätze sei noch keine Lösung erarbeitet worden, antwortete Gemeindepräsident Christian Spoerlé auf eine entsprechende Frage.

Wer ins neue Pflegeheim tritt, findet sich in einem Foyer wieder. Dieses, wie auch ein Restaurant und ein Mehrzwecksaal, können öffentlich genutzt werden. Über eine offene Treppe oder mit einem Lift gelangt man ins erste Obergeschoss. Dort ist die geschützte Wohngruppe geplant, mit Einer- und Zweierzimmer. Verschiedene Räume, beispielsweise für Gymnastik und Aktivierung sowie Räume für die Pflegepersonen, runden das Raumangebot ab. Da das Gebäude am Hang gebaut ist, können die Bewohner stufenlos in einen geschützten Garten gehen.

«Beim ganzen Haus haben wir dafür gesorgt, dass die Wege kurz sind, um einen effizienten Betrieb zu ermöglichen. Das bedeutet zudem, dass das Haus kompakt und wohnlich wird», sagte Lenka Dobis. Heimelig wird es zudem, weil im Gebäude viel Holz verbaut wird. Die Fassade wird ebenfalls aus diesem Baustoff gemacht.

Französische Balkone in jedem Zimmer

Im zweiten und dritten Obergeschoss sind Zimmer vorgesehen. Diese verfügen jeweils über eine eigene Nasszelle. Der Wohnraum bietet verschiedene Möglichkeiten für die Einrichtung. Dem Thema Balkon wurde speziell Rechnung getragen. In jedem Zimmer gibt es einen so genannten französischen Balkon, sprich ein grosses dreiflügeliges Fenster, vor dem zur Sicherheit ein Geländer angebracht ist. Die Fenster können mit einer Markise beschattet werden. Zudem gibt es in jedem Stock und in jeder Himmelsrichtung Balkone, die gemeinsam genutzt werden können. Mehrere Aufenthaltsräume auf den Stockwerken laden überdies zum Verweilen ein.

Auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage angebracht, mit welcher der Strom produziert wird. Um das Haus zu heizen, realisiert die Gemeinde in der neuen Schulanlage Wier eine Holzschnitzelheizung, an welche das Pflegeheim angeschlossen wird. Diese wird auch genutzt, um Warmwasser zu produzieren.

Daniel Thoma, Geschäftsführer des Alters- und Pflegeheims, äusserte dreimal Grund zur Freude: Mit dem Zeitplan sei man auf Kurs, ebenfalls könne der finanzielle Rahmen eingehalten werden. «Und die Planung beschert, und zwar viel Arbeit, macht aber auch viel Freude», sagte er.