Perfektion beim Ensemble des Wattwiler Rigolo Tanztheaters – Jedes Detail muss sitzen

Die Tänzerinnen des Rigolo Tanztheaters bereiten sich im «Fabriggli» in Buchs auf die Premiere von «Sospiri» vor.

Adi Lippuner
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Naomi Schwarz als Sonne, tanzend und eine Palmblattrispe auf dem Kopf balancierend.

Naomi Schwarz als Sonne, tanzend und eine Palmblattrispe auf dem Kopf balancierend.

Bild: Adi Lippuner

Späterer Mittwochvormittag im Kleintheater Farbriggli in Buchs: Marula Eugster und die beiden Tänzerinnen Naomi Schwarz und Schanika Mohn vom Rigolo Tanztheater wärmen sich für ihre Probe auf. Im Hintergrund ist Mädir Eugster mit letzten Vorbereitungen beschäftigt und dann wird die erste Szene, welche nach der Pause aufgeführt wird, geprobt.

Dabei geht es ums Atmen, wobei rasch deutlich wird, dass tiefes und bewusstes Atmen ganz unterschiedlich klingen kann. Ist es eher ein leises Windflüstern in den Blättern oder doch ein Fauchen und Toben der Elemente? Der Probeteil wird immer und immer wieder genau analysiert, denn jedes Detail soll sitzen, so der hohe Anspruch der Beteiligten.

Für Marula Eugster, Gesamtleiterin, Choreografin und Tänzerin, stehen die Proben aktuell an einem Punkt, an dem an den Details gefeilt wird. «Wir haben ganz verschiedene Requisiten, alle werden jeweils für das aktuelle Stück selbst hergestellt. Aktuell geht es darum, zu probieren, ob alles so funktioniert, wie wir uns das vorstellen und geplant haben. Ab und zu muss etwas in die Werkstatt zurück und es werden Kleinigkeiten angepasst oder verbessert.»

Palmblattrispen und eine weisse Feder

Fans des Rigolo Tanztheaters wissen, dass die Objekte bei allen Inszenierungen einen wichtigen Platz einnehmen. So auch bei «Sospiri», was so viel heisst wie «Seufzer». Es werden 13 Szenen getanzt, 13 Palmblattrispen verschiedener Grösse und eine weisse Feder begleiten die Tänzerinnen durch das Stück.

Marula Eugsters Tanz mit der weissen Feder.

Marula Eugsters Tanz mit der weissen Feder.

Bild: Adi Lippuner

Erzählt werden Episoden aus dem Leben, denn die drei jungen Frauen suchen nach ihrem Platz auf der Welt. Während bei der Probe im «Fabriggli »noch ohne Sandboden getanzt wird, dürfen sich die Theaterbesucher darauf freuen, dass die Spielfläche bei den Aufführungen dann mit mehreren hundert Kilo Sand bestreut sein wird und damit an eine Wüstendüne erinnert.

Die Handschrift der jüngsten Tochter des Rigolo-Gründerpaars, Marula Eugster, ist unverkennbar. Sie war schon immer vom Sand und dessen Wirkung fasziniert und setzt dieses natürlich vorkommende Mineral nun bei «Sospiri» gekonnt in Szene. Doch zurück zur Probe. Die weisse Feder ist an unsichtbaren Fäden befestigt und wird von Marula Eugster gekonnt geführt. Ihre fliessenden Bewegungen, die sphärische Musik und der Tanz der Feder versprechen ein Tanztheater-Erlebnis der besonderen Art.

Rund ein Drittel weniger Plätze

Corona verschont auch das Rigolo Tanztheater nicht vor Einschränkungen. Rund ein Drittel weniger Plätze können angeboten werden und so sind die ersten Aufführungen in Lichtensteig bereits ausverkauft.

Doch damit alle Rigolo-Fans einen zauberhaften Abend verbringen können, gibt es in Lichtensteig vier Zusatzaufführungen. «Für uns sind die Platzbeschränkungen einschneidend», so Marula Eugster. Doch aktuell konzentrieren wir uns auf die Proben und hoffen einfach, dass es im Zusammenhang mit Corona nicht noch weitere Einschränkungen geben wird.»

Tourneeplan Rigolo Tanztheater

4. bis 19. September im Rigolo-Palais in Lichtensteig;
30. September bis 11. Oktober Kreuzlingen;
23. und 24. Oktober, Tonhalle Wil;
3. bis 6. Dezember, Fabriggli Buchs.

Ticketbestellungen unter www.rigolo.ch.