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Open Stage im Zeltainer: «I bin e Sürmel!»

«Open Stage» hiess es einmal mehr für Laienbühnenkünstler im Zeltainer in Unterwasser.
Michael Hug
Der elfjährige Moritz Boll jongliert mit messerscharfen Säbeln. (Bild: Michael Hug)

Der elfjährige Moritz Boll jongliert mit messerscharfen Säbeln. (Bild: Michael Hug)

«Am Morge bin möff - über min Kafi looni nüt – i mach e grosse Boge rund um quischfideli Lüüt – i bin e Sürmel!» Klaus Estermann ist Liedermacher aus Amriswil und stellt sein Lied als ein autobiografisches vor. Somit müsse er über sich nicht mehr viel erzählen, meint er. «D’Schue si düretschiengget – d’Hose Löcher wie blööd – aber Chleider goge chaufe wötti gliich denn lieber nööd – i bin e Sürmel!» Natürlich lacht das Publikum ob so viel Witz und Selbstironie, obwohl der Mann mit der Gitarre auf der Bühne eigentlich gar nicht den Eindruck eines nonchalanten Schlendrians macht. Viel mehr ist der Interpret seiner selbst geschriebenen Gedanken ein hochkorrekter, detailversessener Wort- und Notenakrobat, der sich sehr wohl Gedanken um die Wirkung seines Sermons macht.

Michael Jackson in goldenen Hosen

Ebenso detailversessen, aber auf einem ganz anderen Gebiet ist der 17-jährige Cyrill Kaufmann aus Alt St.Johann. Er lässt singen und die Musik spielt für ihn aus den Lautsprechern. Sein Talent ist das Tanzen. Im Besonderen widmet sich Kaufmann seinem Idol, dem «King of Pop», Michael Jackson nämlich. Tatsächlich: da scheint doch veritabel der junge Jackson auf der Bühne den «Moonwalk» zu tanzen, in goldenen Hosen, die Hand im Schritt und den Hut tief ins Gesicht gezogen. Kaufmann bekommt nach der Pause nochmals einen Auftritt – er hat offensichtlich nicht nur einen Auftritt einstudiert. Und nochmals gibt es Ovationen für den jungen Toggenburger.

Sechs Männer und acht Frauen

Sechs Solo-Laienkünstler, vom Siebenjährigen bis zum Mann im besten Alter, und eine achtköpfige Damentanzgruppe – die «Crazy Chicken Dancers Toggenburg» – gestalteten am Samstagabend das Programm im Zeltainer. Längst zur Tradition geworden ist die «Open Stage», also die für jede und jeden offene Bühne im Unterwassner Zirkuszelt. Die Regeln für den Auftritt sind klar: Alles ist möglich, aber nur zehn Minuten lang. Nicht nur Künstler und Künstlerinnen aus der Region können teilnehmen, sondern alle, die den langen Weg und ein erwartungsfrohes Publikum nicht scheuen. Für viele ist es der erste Auftritt vor Publikum überhaupt. Weder das Publikum noch Martin Sailer, der Zeltainer-Betreiber, wissen, was an diesem Abend geschehen wird, die meisten der Angemeldeten kennt Sailer nicht und er sieht sie eine Stunde vor dem Beginn zum ersten Mal.

«You raise me up» ins Zelt schmettern

Das Open Stage birgt also für alle Überraschungen. Überraschend tritt da also ein junger Mann aus Sevelen namens Roger Stüssi auf die Bühne und schmettert zur Playbackbegleitung ein «You raise me up» (Brendan Graham/Rolf Løvland) und das selbst geschriebene «Life» ins Zelt. Ebenso überraschend sind die Jonglierkünste des einheimischen Moritz Boll, elf Jahre alt erst, der sich nicht scheut, auch drei rasiermesserscharfe Säbel zu jonglieren. Wie scharf die Säbel sind, demonstriert er zur Anschauung, in dem er zuerst eine Gurke damit kleinhäckselt. Jan Geiger, bekannt als Musiklehrer an der Kanti Wattwil, überzeugt mit klugen Überlegungen zur Zeit, die er mit Stimme, einem Keyboard auf den Knien und mit einem Konservendosen-Schlagzeug ans Publikum bringt. Und am Schluss spielt der Primarschüler und Puppenspieler David Neff aus Unterwasser ein selbst geschriebenes Märchen und bezieht dazu das halbe Publikum als Darsteller und Komparsen mit ein.

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