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Online-Kommentare genügen Anforderungen nicht: Preis für Toggenburgerin

Die in Dietschwil aufgewachsene Claudia Züger erhielt für eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema Online-Kommentare einen Ethikpreis der katholischen Kirche im Kanton Zürich.
Ruben Schönenberger
Claudia Züger schrieb in ihrer Bachelorarbeit über den Umgang der Medienhäuser mit Online-Kommentaren. (Bild: PD)

Claudia Züger schrieb in ihrer Bachelorarbeit über den Umgang der Medienhäuser mit Online-Kommentaren. (Bild: PD)

Wer sich auf verschiedenen News­portalen durch die Kommentare klickt, wundert sich oft, wie es dort zu und her geht. Entsprechend anspruchsvoll ist der Umgang mit Online-Kommentaren für die Medienhäuser. Claudia Züger, die in Dietschwil aufgewachsen ist, hat sich im Rahmen ihrer Bachelorarbeit dieses Themas angenommen.

Dabei hat sie festgestellt, dass die Medienhäuser meist auf eine Art automatischer Selektion setzen. Es existieren beispielsweise Listen von Wörtern, die dazu führen, dass ein Kommentar nicht veröffentlicht wird. Das funktioniere allerdings nur bedingt. «Auch mit schönen Wörtern kann man Schlimmes sagen», sagt Züger. Eigentlich müssten alle Kommentare manuell freigeschaltet werden, ist Züger überzeugt. Das sei aber wegen der Masse an Kommentaren nicht zu bewerkstelligen. «Die Menschen haben ein ungeheures Bedürfnis, sich kundzutun.» Die Ressourcen seien denn auch im Gespräch mit den Medienhäusern – Züger hat sich mit Vertretern des «Tagesanzeigers», des «Blicks» und der NZZ unterhalten – immer wieder Thema gewesen.

Kommentarschreiber «flüchten» zur NZZ

Das Mitteilungsbedürfnis des Publikums hat Züger auch in ungewöhnlichen Ausprägungen festgestellt. «Als einige grosse deutsche Medienhäuser die Kommentarfunktion deaktivierten, wechselten viele Nutzerinnen und Nutzer zur NZZ», erklärt Züger.

Ein weiteres Problem ortete Züger bei der Anonymität. «Obwohl der Presserat empfiehlt, dass für Kommentatoren die Klarnamenpflicht gelten sollte, machen das nicht alle Medienhäuser.» Züger kommt denn in ihrer Arbeit auch zum Schluss, dass ein Drittel der untersuchten Online-Kommentare den berufsethischen Anforderungen nicht genüge. Sie hat allerdings auch festgestellt, dass die Journalistinnen und Journalisten sich oft ohnehin nicht auf einen Dialog eingelassen hätten.

Katholische Kirche verleiht Ethik-Preis

Seit der Abgabe der Bachelorarbeit ist bereits einige Zeit verstrichen. In der Zwischenzeit sei weitgehend klar, dass es im Umgang mit Leserkommentaren Strategien brauche. Daraus seien auch schon konkrete Massnahmen entstanden. Ob diese schon greifen, konnte Züger nicht sagen. Nichtsdestotrotz fand die katholische Kirche im Kanton Zürich die Arbeit auch heute noch als relevant und belohnte sie mit einem Ethikpreis. «Ethische Fragen wurden nicht durch Moralismus beantwortet, sondern mit wissenschaftlicher Distanz», erklärte Professor Alberto Bondolfi anlässlich der Bekanntgabe. Mit dem Preisgeld leistete sich Züger einen Urlaub, bevor die mittlerweile in St. Gallen wohnhafte Preisträgerin ihre neue Stelle als Assistentin des Rektors der Fachhochschule St. Gallen antrat.

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