Oliver Schmid will einen sanften Tourismus in Nesslau

Im Februar 2018 wechselte fast der ganze Vorstand von Nesslau Tourismus. Die neue Crew um den Präsidenten Oliver Schmid zieht eine positive Bilanz des ersten Sommers. Nicht nur wegen des Wetters.

Sabine Schmid
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Der Platz oberhalb des Bühls gefällt Oliver Schmid wegen des Panoramas besonders gut.. (Bild: Sabine Schmid)

Der Platz oberhalb des Bühls gefällt Oliver Schmid wegen des Panoramas besonders gut.. (Bild: Sabine Schmid)

«Es war eine lässige Zeit», bilanziert Oliver Schmid den ersten Sommer als Präsident von Nesslau Tourismus. Voller Elan sind er und seine Vorstandskollegen – sieben neue haben sich zu zwei bisherigen gesellt – gestartet. «Die Motivation hält an», sagt der eidgenössisch diplomierte Tourismusfachmann. Er ist sich bewusst, dass ohne das Engagement von ihm und seinen Freunden der Verein Nesslau Tourismus aufgelöst worden wäre. Sie wollten das verhindern und liessen sich im Februar in den Vorstand wählen. Ein Entscheid, den niemand von ihnen bereut.

Bewährtes soll beibehalten werden

Der neue Vorstand hat viele Ideen, wie Nesslau für die Touristen, aber auch für die Einheimischen aufgewertet werden kann. «Wir wollen aber nicht alles verändern, sondern auch bestehende Veranstaltungen und Angebote aufrecht erhalten», sagt Oliver Schmid. Als Beispiel nennt der die Veranstaltungsreihe des Treff 12 oder die Bundesfeiern, die in den Dörfern der Gemeinde Nesslau von den Einwohnervereinen organisiert werden.

Im touristischen Fokus steht die Wolzenalp. Auf die Sommersaison hin gab es eine neue Wanderkarte, die von der Sportbahn Krummenau-Wolzenalp AG und Tourismus Nesslau gemeinsam gestaltet wurde. Aus dieser Zusammenarbeit heraus wurde bei der Bergstation im Rietbach eine 360°-Kamera aufgestellt, die Bilder auf die Webseite der Wolzenalp schickt. «Wir sind überzeugt, dass dies einen Mehrwert bietet», sagt Oliver Schmid. In Fronarbeit hat der Vorstand des Tourismusvereins, zusammen mit einigen freiwilligen Helfern, eine Feuerstelle und ein Wasserspiel aus Holzrinnen erstellt. Derzeit sei der Verein daran, die Ortseingangstafeln zu modernisieren. Es soll gelingen, mehr Anlässe zu bewerben. Trotzdem wolle man den rustikalen Stil beibehalten, verrät der Tourismus-Präsident. Auch die Informationstafeln an den Bahnhöfen und an anderen öffentlichen Plätzen sollen bald ersetzt werden.

Der Gast kommt, um in Nesslau etwas zu erleben

Nesslau lebt touristisch gesehen von Ferienhausbesitzern, in den Hotels steigen auch Gäste ab, die beruflich im mittleren Toggenburg zu tun haben. Auch Grossveranstaltungen wie das Irish-Openair in Ennetbühl oder das Bergschwingfest auf der Schwägalp bringt Übernachtungsgäste in die Gemeinde. Den grössten Teil des Tourismus machen aber Tagesgäste aus. Nesslau wird zum einen als Drehpunkt in Richtung Obertoggenburg und Schwägalp genutzt, zum anderen als Ausgangspunkt für Wanderungen. «Unsere Gäste wollen hier etwas erleben, sie kommen nicht in erster Linie wegen der Dörfer», ist Oliver Schmid überzeugt. Aus diesem Grund möchte Tourismus Nesslau auf Themen setzen. Mit dem Energieerlebnisweg, der auf der Wolzenalp entstehen wird, ist ein Grundstein gelegt.

«Der Tourismus in Nesslau soll sanft sein und zeigen, was wir haben»

Tradition, Geschichte und Urchigkeit dürfen durchaus gezeigt werden, sei es an der Viehschau oder auch bei den Buurebeizli. Nicht zu vergessen sind dabei auch die Klosterkirche, die Beinstampfi oder die Schwefelquelle im Rietbad.

Projekte über die Gemeindegrenze anschauen

Der Tourismus wird für Oliver Schmid keine Nebentätigkeit bleiben. Am 1. Januar 2019 übernimmt er die Geschäftsführung von Berg & Bett, der Tochterfirma von Toggenburg Tourismus. Dazu kommt ein kleines Pensum als Projektleiter Marketing bei Toggenburg Tourismus. Für den 29-Jährigen ist dies eine gute Kombination, von der er sich einiges verspricht. «Wir von Nesslau Tourismus können unser Netzwerk erweitern, Synergien nutzen und über die Gemeindegrenze schauen.» Zudem sei es möglich, die Zusammenarbeit mit Toggenburg Tourismus noch mehr zu stärken. Toggenburg Tourismus als Dachorganisation könne sicher Unterstützung bieten. «Aber wir von Nesslau Tourismus sind an der Front und müssen unsere Ideen selber umsetzen», sagt er.