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Ohne sie gäbe es keine Jazztage: Eine Woche mit den Jazztage-Helfern

Die Jazztage Lichtensteig feierten am Wochenende ihr 30-jähriges Bestehen. Aber was geschieht im Vorfeld eines solchen Grossanlasses? Wir haben die Chrampfer der Baucrew eine Woche lang begleitet.
Sascha Erni
Die Chrampfer zeigen vollen Einsatz und machen die Jazztage so erst möglich. (Bild: Sascha Erni)

Die Chrampfer zeigen vollen Einsatz und machen die Jazztage so erst möglich. (Bild: Sascha Erni)

Samstag, 4. August 2018

«Eins! Zwei! Drei!» Die Frauen und Männer auf dem Postplatz schwitzen, als sie das Gerüst für das erste Zelt der Jazztage aufrichten. Noch sind die Temperaturen angenehm, aber die Sonne verspricht einen weiteren Hitzetag.

Die Chrampfer, wie sich die Mitglieder der Baucrew nennen, arbeiten routiniert als eingespieltes Team. In einer Woche werden verschiedene internationale Formationen im «thurcom Postplace» auftreten. Und: Hier sollen am Sonntag in einer Woche die Jazztage mit der Matinee ihren traditionellen Abschluss finden.

Wir treffen Urs Castelberg, als er bepackt mit Brot, Aufschnitt und Getränken die Strasse hochkommt – der Znüni für die 17 Chrampfer am Postplatz. Der 62-Jährige kennt den Ablauf der Jazztage genau, denn er ist seit 1989 mit dabei und war zehn Jahre lang, bis und mit 2016, Bauchef. «Heute bin ich eher die Mutter der Bau- und Materialcrew», sagt Urs Castelberg lachend. Später wird er den Grill anwerfen sowie für die Crew Besorgungen erledigen.

Auch Urs Castelberg (links) feiert ein Jazztage-Jubiläum. (Bild: Sascha Erni)

Auch Urs Castelberg (links) feiert ein Jazztage-Jubiläum. (Bild: Sascha Erni)

Mittwoch, 8. August 2018

Die letzten Tage über hat die Baucrew kleinere Dinge abgearbeitet. Heute ist der erste grosse Aufbautag. Bereits um 6 Uhr geht es auf dem Goldenen Boden los – wegen der Hitze hat Bauchef Dino Kleger den Arbeitsanfang vorverlegt. Bis zum Abend soll nicht nur das «Elchzelt» auf dem Goldenen Boden stehen, auch Hauptbühne, Eingangsbereich und die Baldachine müssen fertig werden. Denn am Donnerstag folgt die «Materialschlacht», wie die Crew das Installieren der Licht- und Verstärkerelektrik nennt.

Die Baucrew stellt heute mit etwa 20 Männern und Frauen einen kleinen, aber entscheidenden Teil der Helfenden – gesamthaft werden an den Jazztagen über 300 Menschen den Anlass für gut 5000 Gäste erst möglich gemacht haben.

Urs Castelberg ist gut gelaunt, als wir ihn in der Gall’schen Offizin besuchen. Hier ist sein Reich, der gelernte Drucker führt die Offizin seit 2004 nebenberuflich als Buchdruck-Museum und -Werkstatt. Während der Jazztage wird sie zum Teil zum Backstage, wo sich Künstler wie Philipp Fankhauser und Steff la Cheffe vorbereiten können. Es laufe bisher sehr rund, so schnell seien sie noch nie vorangekommen, erklärt Urs Castelberg. Donnerstag werde dann der hektische Tag. Neben der Elektrik stehen auch erste Getränkelieferungen, Dekoration und sonstiges Material auf dem Programm – die Bauführung hat seit 2017 Dino Kleger inne, aber Urs Castelberg ist noch immer Lager- und Equipment-Chef. Und das Wetter? Donnerstag und Freitag soll es regnen. Urs nickt. «Wir sind hart im Nehmen.»

Freitag, 10. August 2018

Die Chrampfer haben die Materialschlacht schnell und routiniert über beziehungsweise auf die Bühne gebracht. «Es gab keine Unfälle, das ist das Wichtigste», sagt Dino Kleger. Es stehen nur noch Kleinigkeiten an – Absperrungen, Sicherheitsprüfung der Installationen, letzte Tische verrücken. Als um 14 Uhr der Soundcheck auf der Hauptbühne beginnt, schickt der Bauchef seine Crew in den wohlverdienten Feierabend. Samstag um 6 Uhr morgens steht die erste Zwischenreinigung der Hauptgasse, der Kalberhalle und der Zelte an. Und Sonntag dann bis 17 Uhr der Abbau.

Die Jazztage 2018 werden nicht nur ein Jubiläum für Lichtensteig sein. Auch für Urs Castelberg jährt sich das Musikfest zum 30. Mal. Seinen Einstieg hatte er mit den Städtli-Schränzern hinter der Bar. Er erinnert sich gerne an diese Zeit zurück, als in kleinen Lokalen gespielt wurde. Café Huber, «Krone», «Leuen», «Traube» und natürlich der Jazz-Schopf. Dann kamen die ersten Zelte hinzu, das Festival wuchs und wurde populärer – auch von der Musik her.

Er vermisse diese frühen Zeiten manchmal, sagt Urs Castelberg. Eigentlich müsste man das Fest schon lange in «Musiktage» umbenennen. Dann lächelt er dennoch zufrieden. «Aber die Jazztage sind nun mal die Jazztage!»

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