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Ohne Kabel in die Zukunft – Die Cekatec AG in Wattwil setzt auf Akkus

Die Wattwiler Cekatec AG will bei der Produktion von Akkus stärker werden. Auch für die eigene Werkzeugproduktion.
Ruben Schönenberger
Die Wattwiler Cekatec AG stellt unter anderem Werkzeuge für die Sika her. (Bild: Ruben Schönenberger)

Die Wattwiler Cekatec AG stellt unter anderem Werkzeuge für die Sika her. (Bild: Ruben Schönenberger)

Die Zukunft gehört den Batterien. So zumindest scheint es, wenn man sich die neusten Trends anschaut. In den Städten flitzen Geschäftige mit E-Trottinetten durch die Gegend, damit sie ihr per Strom betriebenes Auto nicht für kurze Distanzen verwenden müssen, und sagen per akkubetriebenem Smartphone zu Hause Bescheid, dass sie später kommen.

Auf die Karte Akku möchte auch die Wattwiler Cekatec AG setzen. Die Firma, die besser unter der Kurzform Ceka bekannt ist, stellt hauptsächlich Werkzeuge her. Seit 2005 führt sie jedoch auch eine Sparte im Bereich Energie. Zu Beginn stand hier die Entwicklung von Brennstoffzellen im Fokus. Diese wurden beispielsweise in Minibars der SBB verbaut. Unter anderem weil das Bahnunternehmen nicht mehr auf Minibars in ihren Zügen setzt, hat sich Ceka in diesem Geschäftszweig neu orientiert und setzt seit 2014 auf Akkus.

Ein Gesamtpaket aus einer Hand

MArco Pfister, CEO Cekatec AG. (Bild: Ruben Schönenberger)

MArco Pfister, CEO Cekatec AG. (Bild: Ruben Schönenberger)

Das tut sie nicht nur zum Selbstzweck. Die Akkus werden auch gleich in die in Wattwil hergestellten Werkzeuge verbaut. «Wir können so das Gesamtpaket aus einer Hand anbieten», erläutert Marco Pfister. Er ist seit dem 1. Januar 2017 CEO der Cekatec AG. Viele Werkzeughersteller würden die Akkus nicht selber herstellen. Mittelfristig soll das Akku-Geschäft das gleiche Niveau erreichen, wie jenes der Haushaltsgeräte, einer dritten Sparte des Unternehmens.

Damit das erreicht werden kann, hat Ceka 2018 eine Tochtergesellschaft in China gegründet. Seit diesem Jahr werden dort Produkte in grossen Stückzahlen hergestellt. Und genau darum sei es bei dieser Expansion gegangen, nicht um eine Verlagerung der Arbeitsplätze. «Wir können so unser Spektrum erweitern», ergänzt Pfister. Es gehe dabei um Aufträge, die man sonst gar nicht erhalten würde.

«Bei vielen manuellen Arbeiten sind die Lohnkosten in der Schweiz zu hoch.»

Qualitätskontrolle direkt vor Ort

Gleichzeitig könne man so auch die Beschaffung und die Qualitätskontrolle verbessern. «Wir können in China bestellte Ware prüfen, bevor wir sie verschicken. So laufen wir nicht Gefahr, dass wir in Wattwil den Grossteil einer Lieferung entsorgen müssen», erklärt Pfister.

Auch in der Schweiz will sich die Firma weiter entwickeln. «Wir wollen uns in der Produktion noch mehr spezialisieren», sagt Geschäftsführer Pfister. So sollen zum Beispiel bessere Klebetechniken zu besseren und schöneren Verklebungen führen. Auch den Tampondruck, mit dem Kunststoffteile bedruckt werden, hat Ceka zurück ins Haus geholt.

So will die Firma in die Zukunft gehen. Zuerst aber feiert sie den 40. Geburtstag. Gegründet wurde Ceka 1979 von Willy Kress als Ceka Elektrowerkzeuge AG, um Elektrowerkzeuge der Marke Kress zu entwickeln und herzustellen.

2011 kam es zu einem sogenannten Management-Buy-out, die Wattwiler Firma löste sich vom Mutterhaus. Dazu gründete das damalige Management eine eigene Firma, die heutige Cekatec AG. Die ursprüngliche Ceka Elektrowerkzeuge AG wurde deshalb obsolet. Deren Liquidation führte im Juli zu Verunsicherung. Mit der heutigen Firma hat diese Liquidation aber nichts zu tun.

Wegzug steht nicht auf dem Wunschzettel

Die rund 50 Mitarbeitenden werden weiterhin am Standort Wattwil arbeiten. Es könnten gar noch mehr werden. Nicht für jeden Job liesse sich jedoch geeignetes Personal finden. «Wir spüren den Fachkräftemangel stark», sagt Pfister. Die Region sei da nur ein Grund. Marco Pfister sagt:

«Und es gibt ja Gründe, die für Wattwil als Standort sprechen.»

«Wir haben viele treue Produktionsmitarbeiter aus der Region und die Mietkosten hier sind günstiger als anderswo.» Ein Wegzug steht daher nicht auf dem Wunschzettel für den runden Geburtstag.

Ein weniger starker Franken dürfte hingegen relativ weit oben auf einem solchen Zettel stehen. Auch wenn es nach der Aufgabe des Mindestwechselkurses mit dem Euro durch die Schweizerische Nationalbank im Jahr 2015 schlimmer gewesen sei und sich die Firma in der Zwischenzeit gut angepasst habe, sagt Geschäftsführer Pfister: «Ich schaue jeden Tag auf den Euro-Kurs.»

Hinweis Den 40. Geburtstag feiert Ceka mit einem Tag der offenen Türen. Diesen Samstag, zwischen 10 und 14 Uhr, können Interessierte die Firma besichtigen und dabei an verschiedenen Posten den Weg von der Idee bis zum fertigen Produkt mitverfolgen.

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