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Ohne einen Ball geht es bei Josef Meienhofer nicht

Seit 21 Jahren ist Josef Meienhofer Trainer beim FC Neckertal-Degersheim. Er hat mehrere Jahre die 1. Mannschaft trainiert. Seine Leidenschaft aber gehört dem Juniorenfussball.
Beat Lanzendorfer
Josef Meienhofer, seit 21 Jahren Junioren- und Aktivtrainer beim FC Neckertal-Degersheim. (Bild: Benjamin Manser)

Josef Meienhofer, seit 21 Jahren Junioren- und Aktivtrainer beim FC Neckertal-Degersheim. (Bild: Benjamin Manser)

Wer Josef Meienhofer gegenübersitzt, staunt über seinen Jahrgang 1957. Höchstens die Haarfarbe könnte einen Hinweis abgeben, dass er 62 Jahre alt ist. Der Mann ist fit und jung geblieben. Im Gespräch folgt die Begründung: Er hat sich einen Teil seiner Kindheit bewahrt.

Das Feuer für den Fussball und die Arbeit mit jungen Menschen ist kein kleines Flämmchen – es brennt lichterloh. Es ist für ihn eine Lebensaufgabe, eine Berufung und eine Herzensangelegenheit. Das Gespräch wird an einem Mittwoch geführt. Ein Feiertag für Josef Meienhofer.

Es ist der Trainingstag mit seinen G-Junioren, die er seit vergangenem Sommer betreut. Während gut einer Stunde steht er mit ihnen auf dem Fussballplatz. Das genügt ihm nicht. Danach folgt das Training mit den B-Junioren, die er als Co-Trainer betreut. Bei Bedarf springt er auch bei den D-Junioren als Aushilfe ein. Und am Wochenende stehen Spiele und Turniere auf dem Programm.

Die Kunst, eine Mannschaft zu bauen

«Die Kunst ist es, zu Beginn aus rund 21 Spielern eine Mannschaft zu bauen», sagt Meienhofer. Und weiter: «Das ist die grosse Herausforderung. Jede und jeder ist einzigartig und speziell. Als Trainer muss man diese 21 verschiedenen Welten entdecken, in sie eintauchen und kennen lernen. Oft sehen die jungen Menschen mehr als ich. Darum muss ich neugierig und offen sein.»

Josef Meienhofer ist am glücklichsten, wenn er mit dem Nachwuchs arbeiten kann. (Bild: Benjamin Manser)

Josef Meienhofer ist am glücklichsten, wenn er mit dem Nachwuchs arbeiten kann. (Bild: Benjamin Manser)

Die kleinen Schritte jedes Einzelnen seien der Weg zur Mannschaft, bis jeder seinen Platz gefunden habe. Es sei eine akribische und ausdauernde Arbeit. Dabei sei Fussball das eine. Die Schule fürs Leben aber das Wichtigere. Dafür brauche es einen echten authentischen Trainer als Bezugsperson mit klaren Vorstellungen und Ideen.

Weshalb ist er nach über zwei Jahrzehnten im Trainergeschäft noch immer voller Feuer und Energie? Seine Erklärung kommt prompt:

«Du Sepp, chasch du mir bitte no d’Schueh binde.»

Diese Bitte hört er oft im Training. Zwei strahlende Augen, die Freude und das völlige Vertrauen sind für ihn überwältigend. Das ist unendliche Energie. Dafür gibt er alles. Am liebsten nochmals mindestens 21 Jahre. «Schuhe binden macht mich glücklich. Wer hätte das gedacht», sagt er mit einem Lächeln.

Sein Meisterstück war der Aufstieg in die 3. Liga

Er selbst habe ein Licht in sich, das hell ist, immer brennt und ihn begleitet. Ihm bereite jedes Training neue Glücksgefühle, die mit nichts vergleichbar seien. Er betont, dass er jedes Training vorbereitet. Ohne einen Trainingsplan auf den Platz zu kommen, gehe gar nicht.

Was gibt es Schöneres als junge Menschen auf einem Teil ihres Weges begleiten zu können, ihnen Fussball als Lebensschule zu vermitteln. Dazu brauche es Freude, Ausdauer, Wille und die Liebe zum Spiel. So können die jungen Menschen spielerisch ihre Grenzen erfahren und lernen, ihr eigenes Leben einzuordnen. Sie wollen gefordert werden, sind wissbegierig und wollen ihre Namen im Training hören.

Könnte er sich vorstellen, wieder ein Aktiv-Team zu trainieren? Angebote gebe es genügend. Bei der Frage spüre er sofort die Antwort: «Bleib bei den jungen.» Die Erfolge können sich sehen lassen. Mit den Jahrgängen 92, 93 und 94 stieg er jeweils bei den C-, B- und A-Junioren in die Coca-Cola Junior League auf. Die höchste Klasse im Juniorenfussball in der Ostschweiz.

Als diese Generation den Schritt zu den Aktiven machte, blieb er ihnen treu und trainierte fortan die 1. Mannschaft des FC Neckertal-Degersheim. Sein Meisterstück liess nicht lange auf sich warten. Nach nur einem Jahr stieg «seine» Mannschaft in die 3. Liga auf. Die Spielphilosophie blieb immer dieselbe. Die Mannschaft stand für offensives Spektakel.

Meienhofer bewundert Trainer Pep Guardiola

Hat er noch Träume in seinem Leben? Die hat er. Und wer mag es ihm verdenken, sie hängen alle mit dem Fussball zusammen.

«Als Fan von Brasilien möchte ich irgendwann an der Copacabana Fussball spielen und die dortige Lebensfreude geniessen.»

Und dann wäre noch die Bewunderung für Pep Guardiola: «Er lässt jenen Fussball spielen, den ich liebe. Einmal bei einem Training dabei sein zu können, wäre für mich das höchste der Gefühle.» Genauso wie sein grosses Vorbild ist Josef Meienhofer ein Verfechter des Offensivfussballs. «Lieber 5:4 für den Gegner, statt nur 1:0 zu gewinnen.»

Kurt Schadegg ist sein Vorbild

Josef Meienhofer wohnt seit 30 Jahren in Degersheim. Der Vater zweier Söhne arbeitet seit sieben Jahren als Logistiker bei der Firma Krüger & Co. AG in Degersheim. Nebst dem Fussball geht er Velo fahren, biken und wandern oder hört Musik. Der Inhaber des B-Diploms absolvierte seine Juniorenzeit bei den Thurgauer Fussballclubs Sirnach und Münchwilen. Bei Letzterem kam er als Aktiver in der 2. und 3. Liga zum Einsatz.

Während zweier Jahre spielte er auch beim FC St. Gallen (Inter-A-Junioren und Reserven). Bei den Espen lernte er Kurt Schadegg kennen. Von den Spielphilosophien des ehemaligen Trainers des FC St. Gallen, der während Jahrzehnten auch als Instruktor für den schweizerischen sowie den Ostschweizer Fussballverband tätig war, schwärmt Meienhofer noch heute. Nach seiner Aktivzeit begann er 1989 als Juniorentrainer beim FC Neckertal-Degersheim. Daraus sind mit Unterbrüchen 21 Jahre geworden. (bl)

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