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Die GLP Toggenburg will ohne Altlasten in die Zukunft

Die Toggenburger Kreispartei der GLP ist noch jung. Was aber nicht bedeutet, dass sie nicht politisiert.

Dinah Hauser
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Die Hälfte der Mitglieder steht auf der Liste, das Ziel ist gesteckt: Fünf Prozent Wähleranteil sollen es werden am 8. März. Stefan Widmer, Präsident der Grünliberalen Partei Toggenburg, sieht das als ein hochgestecktes aber durchaus realistische Ziel an. Damit soll der Wähleranteil des Jahres 2016 knapp verdoppelt werden.

Auch hätte die Kreispartei gerne einen Sitz im Kantonsrat. «Aber auch mit 5 Prozent Wähleranteil reicht es nicht für einen Sitz nach bestehendem Sitzzuteilungsverfahren», ist sich Widmer bewusst. Nichtsdestotrotz hofft die GLP Toggenburg, sich mit den kommenden Wahlen gut für die Zukunft aufstellen zu können. Grosse Erfolge hat die Kreispartei indes allerdings nicht zu verzeichnen, da sie erst im Jahr 2012 gegründet wurde.

Enkeltaugliche Politik

Dass nur eine Frau auf der Wahlliste steht, damit ist Widmer nicht zufrieden. «Leider haben mehrere angefragten Frauen abgesagt.» Es sei schwierig, genügend Frauen zu finden, die sich auch aufstellen lassen wollen. «Wir freuen uns aber über neue Mitglieder, besonders über Frauen», sagt Widmer. Und fügt an, es seien in den vergangenen Monaten einige Personen zur Kreispartei gestossen.

Stefan Widmer, Präsident GLP Toggenburg

Stefan Widmer, Präsident GLP Toggenburg

Bild: PD

Die Partei will eine enkeltaugliche Politik betreiben. Will heissen:

«Wir wollen unseren Nachkommen keine Altlasten hinterlassen.»

Das beziehe sich nicht nur auf Umweltschutz oder die Förderung von erneuerbaren Energien, sondern auch auf einen ausgeglichenen Finanzhaushalt. Daher stellt sich die GLP auch erst einmal gegen die von der FDP und SVP geforderte Steuersenkung. «Solange die Parteien nicht belegen können, wo Sparpotenzial besteht, ist eine Senkung unverantwortlich. Zumal in den nächsten Jahren mit Mehrausgaben gerechnet werden muss.» Falls aber konkrete Sparmöglichkeiten aufgezeigt würden, so wäre auch die GLP bereit, über eine Steuersenkung zu diskutieren.

Für Windpark und Spitalkonzentration

Nicht zuletzt politisiert die GLP Toggenburg auch mit Umweltthemen: «Wir unterstützen das Windpark-Projekt in Krinau», sagt Widmer. Er betont aber auch, dass die Umweltverträglichkeitsprüfung noch aussteht. Er gibt sich jedoch zuversichtlich, was das Projekt angeht.

«Windkraft hat grosses Potenzial. Und sie würde zur Vision eines energieautarken Toggenburgs beitragen.»

Betreffend Energiegesetz fordert die Toggenburger Kreispartei den Kanton auf, eine Vorreiterrolle einzunehmen. Auch soll für die Umsetzung der Biodiversitätsstrategie die nötige Finanzierung und die personellen Ressourcen bereitgestellt werden – auch nach der ersten Umsetzungsphase, die 2025 enden wird.

In der Spitaldebatte befürwortet die Kreispartei, eine Konzentration der Spitalstandorte. «Ansonsten ist die Gesundheitsversorgung finanziell nicht mehr tragbar», sagt Widmer. Er begrüsst die kürzlich bekanntgegebene gemeinsame Ostschweizer Spitalplanung. Jedoch müssten für die Spitalplanung auch die Situation der Nachbarkantone Thurgau und Zürich mit einbezogen werden. «Dies wäre besonders für die Planung in der Spitalregion Fürstenland Toggenburg entscheidend.»

Im Bereich ÖV fordert die GLP Toggenburg den Ausbau des Bahnhofs Wattwil und die Wiederherstellung des Verkehrsknotenpunkts in Wil. «20 Minuten Wartezeit sind nicht vertretbar.» Beim Tourismus ist der Partei der Bergbahnenstreit ein Dorn im Auge.

«Die Branche hat andere Probleme, als dass man sich über ein Skiticket streiten kann.»

Mit dem Baumwipfelpfad und dem Klanghaus sei das Toggenburg gut aufgestellt und die Region soll als Marke gestärkt werden.

Die Klimadebatte begrüsst Widmer. Er hofft, dass es dadurch zu einem längerfristigen Gesinnungswandel in der Gesellschaft kommt. «Jeder junge Mensch, der sich für das Anliegen einsetzt, und zu Hause am Mittagstisch mit den Eltern oder Grosseltern darüber spricht, kann zu einem Umdenken im persönlichen Umfeld beitragen.» Widmer geht davon aus, dass der Klimawandel die nächsten Jahrzehnte ein wichtiges Thema bleiben wird.

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