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Öffentlicher Verkehr in der Region erhält gute Noten

Bahn- und Busbetriebe, die im Toggenburg tätig sind, erzielten bei den Bewertungen durch anonyme Testkunden gute Ergebnisse. Sie erfüllten die Erwartungen der Besteller weitgehend. Die Messung baut auf landesweit einheitlichen Kriterien auf.
Martin Knoepfel
Fahrzeug des Busbetriebs Lichtensteig-Wattwil-Ebnat-Kappel an der Haltestelle Rietwis. (Bild: Martin Knoepfel)

Fahrzeug des Busbetriebs Lichtensteig-Wattwil-Ebnat-Kappel an der Haltestelle Rietwis. (Bild: Martin Knoepfel)

Einige Bahn- und Busunternehmen in der Schweiz kamen schlecht weg, als das Bundesamt für Verkehr die Qualität des Angebots durch anonyme Testkunden bewerten liess. Hingegen liegen der Busbetrieb Lichtensteig-Wattwil-Ebnat-Kappel (BLWE), die Südostbahn und die SBB-Tochter Thurbo beim Gesamtergebnis über dem Mindeststandard.

Saubere Busse und freundliches Personal

Für die Busse liegt der Mindeststandard bei 91,73 Punkten. Der Akzeptanzwert beträgt 96,23 Punkte. Das Maximum sind 100 Punkte auf einer Skala, die bei Null beginnt. Der BLWE erreicht knapp 94 Punkte. In das Gesamtergebnis eines Betriebs fliessen rund 200 einzelne Bewertungen ein.

Qualitätsmesssystem für regionalen Personenverkehr

Das Bundesamt für Verkehr lässt die Qualität im regionalen Personenverkehr seit 2016 durch ein neues System messen. Erstmals gibt es Zahlen für ein ganzes Jahr, also für 2017. Anonyme Testkunden sind dazu in Zügen und Bussen mitgefahren. Sie haben die Bahnhöfe oder Haltestellen sowie die Fahrzeuge nach vorgegebenen und einheitlichen Kriterien bewertet. Eine Bahn- oder Busunternehmung sollte den Akzeptanzwert erreichen. Dann hat sie die Erwartungen der Besteller, also von Bund und Kanton, vollständig erfüllt. Aus methodischen Gründen gibt es eine Toleranzzone. Am unteren Ende der Toleranzzone liegt der Mindeststandard, den ein Transportunternehmen erreichen sollte. Leistungen unterhalb der Toleranzzone sind ungenügend. Zur Qualität zählt auch die Pünktlichkeit. 2017 wurde diese nicht gemessen, da bei einigen Transportunternehmen die technischen Voraussetzungen dafür noch fehlen. (mkn)

Das Ergebnis sei gut, aber es gebe Luft nach oben, sagt Heiri Güttinger, Geschäftsführer des BLWE. Gut schneide der BLWE bei der Ordnung und der Sauberkeit im Bus (97 Punkte), und beim Verhalten des Personals und bei der Kundeninformation (96 Punkte) ab. Ein Beispiel: Die Tester stellen den Chauffeuren Fragen, um festzustellen, ob sie freundlich und kompetent Auskunft erhalten. Bei der Kundeninformation sind es 86 Punkte. Güttinger erklärt das damit, dass die Durchsagen an den Endhaltestellen zu wenig verständlich waren.

Liniennetzplan zieht Durchschnitt herab

Bei den Haltestellen kommt der BLWE hingegen weniger gut weg. Hier liegt er mit 79,81 Punkten unter dem Mindeststandard von 84,39 Punkten, und hier liegt das grösste Verbesserungspotenzial. Bei den Haltestellen würden sehr viele Punkte geprüft, sagt Güttinger. Beispiele seien die Abfallbehälter, die Sauberkeit, die Existenz und Beleuchtung eines Wartehäuschens, Schadenfälle oder die Aushänge. Bei all diesen Kriterien erreichte der BLWE laut Güttinger jeweils 85 bis 90 Punkte, also fast den Akzeptanzwert. Da an den Haltestellen kein Liniennetzplan hänge, habe es bei diesem Kriterium nur 37 Punkte gegeben, sagt Güttinger. Das habe den Durchschnitt herabgezogen.

Für die Sauberkeit an den Haltestellen seien die Gemeinden zuständig. Sache des BLWE sei die Beschriftung, sagt Güttinger. In Bezug auf die Sauberkeit gebe es Unterschiede zwischen den drei Gemeinden, die der BLWE bediene. Am saubersten sei es in Ebnat-Kappel.

Bei der Medienstelle von Postauto heisst es, es gebe zu wenig Daten, um eine Aussage zu machen. Postauto bediente verschiedene Buslinien im Toggenburg.

Leicht besser als die anderen Linien

Hans Koller ist Leiter Markt bei der Bus Ostschweiz AG. Diese hat ihren Sitz in Altstätten, und tritt unter den drei Marken Rheintalbus, Wilmobil und Bus Sarganserland-Werdenberg auf. Wilmobil fährt im Toggenburg eine Buslinie, die Nummer 732 von Wil via Kirchberg bis nach Gähwil. Die Linie 732 erreicht laut Auskunft von Hans Koller 96,9 Punkte. Damit schneidet sie leicht besser ab als die Gesamtbewertung der Wilmobil AG, die 96,65 Punkte erreichen.

Auch die Wilmobil AG liegt über dem Akzeptanzwert für Busbetriebe, der 96,23 Punkte beträgt. Der Mindeststandard sind 91,73 Punkte. Die gleichen Chauffeure würden sowohl auf den Stadtbuslinien als auch auf den anderen Linien fahren. Beim Unterhalt der Busse gebe es ebenfalls keine Unterschiede, sagt Hans Koller. Deshalb sei zu erwarten gewesen, dass es keine Ausreisser geben werde. Er sei froh über das Ergebnis, obwohl immer Handlungsbedarf vorhanden sei. Eine Auswertung der einzelnen Haltestellen sei nicht möglich, da die Testkunden nur die Haltestelle bewerteten, an der sie ein- und aussteigen würden, sagt Hans Koller. (mkn)

Glaswände und Böden als Schwachpunkte

Die Südostbahn (SOB) erreicht mit 95,5 Punkten einen besseren als den Akzeptanzwert für Bahnen, der bei 93,59 Punkten liegt. Das Ergebnis der SOB bezieht sich gleich wie bei der Thurbo auf das ganze Netz. Die S4 fährt durchs Toggenburg. Bei der Kundeninformation liege die S4 bei 99 Punkten. Die Aufenthaltsqualität in den Zügen erhalte 93 Punkte, sagt Heiri Güttinger, zuständig für Verkehr bei der SOB. Bei der Sauberkeit der Glaswände, Fenster und Toilettenböden liege die SOB etwas tief. Die Pünktlichkeit sei sehr gut. In Wattwil träfen die Züge der S4 pünktlich oder maximal eine Minute verspätet ein. Der Voralpenexpress der SOB wurde nicht bewertet, da er nicht zum Regionalverkehr zählt.

Bei der Thurbo AG beschränken sich die vom Bundesamt veröffentlichten Zahlen auf die Züge, da das Unternehmen keine Strecken besitzt, Wil-Weinfelden-Kreuzlingen ausgenommen. Das sagt Mediensprecher Werner Fritschi. Thurbo fährt in der Region die S8 (Nesslau-St.Gallen-Schaffhausen) und die S9 (Wil-Wattwil). Beide lägen im untersten Drittel des Toleranzbereichs, sagt Fritschi. Mit 95 bis 100 Punkten sei die Kundeninformation im und am Fahrzeug überdurchschnittlich. Schwächen seien die Sauberkeit der Glastrennwände und der Fussböden der Triebwagen.

Alle drei Jahre würden Kunden mit Fragebögen um ein Feedback gebeten. Bei diesen Bewertungen werde die Sauberkeit besser beurteilt, sagt Fritschi. Erstaunt ist er, dass die Thurbo-Linien im Raum Zürich bei den Test-Kunden besser abschneiden als die östlichen Linien. «Die Fahrzeuge und Reinigungskonzepte sind überall gleich».

Die Testergebnisse geben auch in anderen Regionen zu reden

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