«Öpfelchueche, nöd Flüüg bueche!»

Im September sah auch die Toggenburger Zentrumsgemeinde die erste Klimademo. Rund 150 Personen nahmen teil.

Julia Engel
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Die erste und bisher einzige Klimademo in Wattwil verlief friedlich.

Die erste und bisher einzige Klimademo in Wattwil verlief friedlich.

Bild: Sascha Erni

«Man wird sicher von uns hören», sagte Joel Müller, Hauptverantwortlicher der Klimagruppe Wattwil, nach der ersten Klimademo in Wattwil Ende August. Dieses Versprechen lösen die Organisatoren der Demonstration Ende September ein. Die Klimagruppe wendet sich in einem offenen Brief an den Wattwiler Gemeinderat.

Klimakrise kennt keine Stadt-Land-Grenzen

150 Kinder, Jugendliche und Erwachsene marschierten am letzten Tag des Augusts in Wattwil bei der ersten Klimademonstration im Toggenburg mit. Zuvor fanden die Demonstrationen hauptsächlich in den Städten statt. Mit einer Demo auf dem Land wolle man ein Zeichen setzen, «dass die Klimakrise keine Stadt-Land-Grenzen kennt», stand in einer Pressemitteilung der Klimagruppe Wattwil.

Die Gruppe organisierte deshalb am 31. August eine Demonstration in Wattwil. Diese startete auf dem Bräkerplatz und sollte neben Reden und musikalischen Einlagen einen Umzug beinhalten. Ansprechen wollte man alle Generationen, organisiert wurde die Demonstration aber auch in Wattwil von Jugendlichen. Eine Forderung der Streikenden: den Klimanotstand in Wattwil auszurufen. «Das wäre auch ein symbolischer Akt, der zeigt, dass man die Klimakrise anerkennt», sagte Organisatorin Aline Geisser.

Bis 2030 keine Treibhausgasemissionen mehr

Weiter forderten die Organisatoren, dass in der Gemeinde Wattwil – wie in der ganzen Schweiz – bis 2030 keine Treibhausgasemissionen mehr freigesetzt werden. Schliesslich soll Klimagerechtigkeit hergestellt werden. Das heisst: «Die Verursacher sollen für die Kosten aufkommen.» Wenn diesen Forderungen nicht nachgekommen würde, wären die Konsequenzen für die Umwelt drastisch, schreibt die Klimagruppe weiter. Die Jahresdurchschnittstemperatur sei in den letzten Jahren massiv angestiegen, was die Bodenfruchtbarkeit und die Artenvielfalt bedrohe. Das ökologische Gleichgewicht sei dadurch ebenfalls in Gefahr.

Joel Müller der Klimagruppe Wattwil zeigte sich nach der friedlichen Demonstration in Wattwil hocherfreut über den Zulauf zur ersten Toggenburger Klimademo: «Es ist sehr positiv, zu sehen, dass das Thema doch so viele Leute erreicht hat.» Gerechnet hätte die Gruppe mit 50 bis 80 Teilnehmenden. Schlussendlich marschierten dann aber laut Müller 150 Menschen aller Altersgruppen lautstark durch Wattwil, um für griffige Massnahmen gegen den Klimawandel zu demonstrieren. «Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!», skandierte die Gruppe etwa, aber es wurde auch etwas ostschweizerischer: «Öpfelchueche! Nöd Flüüg bueche!»

Und was kam als Nächstes für die Klimagruppe Wattwil? Weitere Demonstrationen fanden keine mehr statt. In einem offenen Brief an den Wattwiler Gemeinderat fordert die Klimagruppe Wattwil jedoch eine Reaktion der Gemeinde Wattwil. «Die zahlreich erschienenen Menschen haben ein starkes Zeichen für mehr Klimaschutz im Toggenburg und insbesondere in Wattwil gesetzt», hiess es im Schreiben. (jue)