Obertoggenburger Klänge begeistern das Publikum am zehnten «Zäme johle» in der katholischen Kirche Alt St.Johann

Das zehnte «Zäme johle» konnte zweimal vor ausverkauftem Haus durchgeführt werden.

Adi Lippuner
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Der Gesamtchor, bestehend aus Säntisgruess, Thurtal und Churfirstenchörli, singt als Zugabe den Naturjodel «de Wildhuser».

Der Gesamtchor, bestehend aus Säntisgruess, Thurtal und Churfirstenchörli, singt als Zugabe den Naturjodel «de Wildhuser».

Bild: Adi Lippuner

Echter Naturjodel, Gesänge, die unter die Haut gehen und der Beweis einer lebendigen Obertoggenburger Gesangskultur: Das ist, kurz zusammengefasst, das Jodelkonzert «Zäme johle». Bereits das zehnte Mal ging der vom Publikum von Beginn an begeistert aufgenommene Anlass am Sonntag- und Montagabend über die Bühne. Der Jodelclub Säntisgruess, Leitung Hans-Jakob Scherrer, der Jodelclub Thurtal, Leitung Albert Ulmann und das Churfirstenchörli mit Dirigentin Katja Bürgler-Zimmermann gestalteten, begleitet vom Akkordeonisten Daniel Bösch, das Programm.

«Sind nun zehn Jahre ‹Zäme johle› schon eine Tradition, stellte Moderator Hans-Jakob Scherrer die Frage in den voll besetzten Raum der katholischen Kirche in Alt St.Johann. Für die teilweise weit hergereisten Besucherinnen und Besucher stehen die unvergleichliche Stimmung, die gekonnt dargebotenen Naturjodel verschiedenen Klangfarben der Jodlerinnen und Jodler und die Möglichkeit, den Alltag zu vergessen, im Mittelpunkt.

Um es mit den Worten eines Konzertbesuchers zu sagen: «Dieser Anlass gehört für mich zum Jahresabschluss. Hier kann ich die vergangenen Monate Revue passieren lassen und mich aufs kommende Jahr einstimmen und dies ganz ohne künstlichen Schnick-Schnack, sondern bodenständig und ehrlich, ganz so, wie es zum obersten Toggenburg passt.»

Von «Unser Vater» bis «Rond om de Säntis»

Bereits zu Beginn wurden die Zuhörer zutiefst berührt. Das «Unser Vater» von Peter Roth, gemeinsam gesungen von allen drei Chören, geht unter die Haut. Hans-Jakob Scherrer dazu: «Dieses Lied ist nicht nur für mich ein Phänomen. Es besteht eigentlich nur aus den Akkorden, die zum ‹Gradhebe› gebraucht werden, doch es berührt und der helle Oberjodel von Katrin Abderhalden ist noch das i-Tüpfelchen, das den Klang gegen oben öffnet.»

Alle Darbietungen einzeln aufzuzählen, würde den Rahmen der Berichterstattung sprengen. Deshalb nur ein paar Details zu «Rond om de Säntis» von Dölf Metter, gesungen vom Jodelclub Säntisgruess. Dieses Lied zeigt die vier Arten von Jodel, wie sie rund um den Säntis gepflegt werden, auf. Vom Kuhreihen, dem Ursprung des Jodelgesangs über «Zäuerle» wie es in Ausserrhoden gepflegt wird, dem Toggenburger Naturjodel und dem «Rugguserli» aus Appenzell Innerrhoden.

17 Stunden auf harten Kirchenbänken

Während der zehn Konzerte, die jeweils in der Altjahrswoche aufgeführt wurden, sass – so hat es Moderator Hans-Jakob Scherrer ausgerechnet – das Publikum über 17 Stunden auf den harten Kirchenbänken. 56 Lieder und 82 Naturjodel waren in diesen zehn Konzerten zu hören.

Die ersten drei Male bestritten die drei Chöre den Abend, ab dem vierten Konzert kam Musik dazu und seit der fünften Auflage wird der Anlass jeweils an zwei aufeinanderfolgenden Abenden durchgeführt und dies, wie das zehnte «Zäme johle» zeigt, jeweils vor vollem Haus.

Applaus, und zwar nicht endend wollender, gab es für die Chöre und im Gegenzug, verbunden mit einer grossen Portion Dankbarkeit, auch von den Sängerinnen und Sängern für das treue Publikum. Der Präsident des Organisationskomitees, Ruedi Bollhalder, fand, genau wie Hans-Jakob Scherrer, die richtigen Worte, um den Anwesenden sowie den vielen Helferinnen und Helfern hinter den Kulissen zu danken.