Obertoggenburg: Das Landschaftsqualitäts-Projekt befindet sich in der Halbzeit

Gut 200 Bewirtschafter lassen sich an der Hauptversammlung des Vereins Landschaftsqualitätsprojekt Obertoggenburg über dessen Stand, über die Personalwechsel beim Landwirtschaftsamt sowie über die Anwendung von Pufferstreifen informieren.

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Trockensteinmauern, markante Einzelbäume oder steile Weiden sind im Obertoggenburg prägende Landschaftselemente. (Bild: PD)

Trockensteinmauern, markante Einzelbäume oder steile Weiden sind im Obertoggenburg prägende Landschaftselemente. (Bild: PD)

Das Landschaftsqualitätsprojekt (LQP) Obertoggenburg befindet sich zeitlich in der Halbzeit der achtjährigen Projektphase, sagte der Präsident der Projektgruppe, Kilian Looser, an der kürzlich stattgefundenen Hauptversammlung. Projektbearbeiter Markus Wortmann informierte über die Erfolge und Massnahmen im Landschaftsqualitätsprojekt. Dabei wurden nochmals die Grundstrukturen der Beitragskategorien, getrennt nach Heimbetrieb und Sömmerungsbetrieb, aufgezeigt.

Eine wichtige Erkenntnis konnte zum Beispiel an den ausgelösten Beiträgen abgelesen werden. So wurden besonders viele markante Einzelbäume, Lebhage und steile Weiden angemeldet. Landschaftselemente, die das Obertoggenburg prägen. Mit den Landschaftsqualitätsbeiträgen sollen diese Elemente erhalten und gepflegt werden. Weitere Elemente wie Trockensteinmauern, Flachtümpel, attraktive Hofareale oder einzelne wertvolle Sträucher werden mit Landschaftsqualitätsbeiträgen abgegolten.

Zwei Drittel der Betriebe machen beim Projekt mit

Gut 75 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche und 80 Prozent der Normalstösse im Sömmerungsgebiet sind am Landschaftsqualitätsprojekt beteiligt. Das ursprüngliche Ziel, das zwei Drittel der Betriebe am Landschaftsqualitätsprojekt teilnehmen, konnte erfüllt werden. Einzig die Umsetzung und Anmeldung von den «Einmaligen Massnahmen» könnte besser werden. Wortmann appellierte an die Anwesenden hiervon Gebrauch zu machen, um das vorhandene Budget sinnvoll zu nutzen. Ein Anlass im Herbst soll zudem den Bewirtschaftern Tipps und Hinweise zur Pflege und zum Erhalt der Trockenmauern geben. Insgesamt sind über 90 Kilometer Trockenmauern im Landschaftsqualitätsprojekt angemeldet. Looser informierte anschliessend über den finanziellen Rahmen des LQP. Dabei konnte festgehalten werden, dass im Durchschnitt 95 Prozent der finanziellen Mittel ausgeschöpft wurden. Wünschenswert wäre, dass die Mittel komplett ausgeschöpft werden, da sie sonst verfallen.

Im Anschluss stellte sich Albert Fässler vom Landwirtschaftsamt St. Gallen vor. Er ist neuer Landschaftsqualitätsverantwortlicher beim Landwirtschaftsamt und übernimmt die Aufgaben von Dominik Hug, der innerhalb des Landwirtschaftsamtes gewechselt hat. Albert Fässler, selber auf einem bäuerlichen Betrieb aufgewachsen, führt das System weiter und steht für alle Bewirtschafter für Fragen und Informationen gerne zur Verfügung. Zudem fügte er an, dass es wichtig sei, die Landschaftsqualitätselemente im Erfassungssystem aktuell zu halten, um Probleme bei den Betriebskontrollen zu vermeiden. So sind Abgänge von angemeldeten Einzel- oder Obstbäumen immer zu melden.

Freude bereitete es Looser, den neuen Amtsleiter des Landwirtschaftsamt (LWA) St. Gallen Bruno Inauen den Anwesenden anzukündigen. So hatten die Bewirtschafter Gelegenheit, den obersten Chef des Landwirtschaftsamtes im Kanton kennen zulernen. Inauen stellte kurz seinen Werdegang in Appenzell Innerrhoden vor, bevor er in das LWA St. Gallen eintrat. Für ihn ist es wichtig, den Kontakt zur Basis zu erhalten. Um eine Landwirtschaftspolitik zu betreiben, die auch im Sinne der Bewirtschafter ist. Er verwies auf die anstehenden Reformen in der Landwirtschaftspolitik.

Pufferstreifen, Pestizide und Düngeabstand

Als weiteren Gastredner stellte Kilian Looser Fredy Trefny von der Sektion «Landwirtschaftlicher Umweltschutz» vom Amt für Umwelt (AFU) vor. Trefny, der bald in Pension geht und die Aufgaben an Walter Richner übergibt, informierte über die inhaltlichen und gesetzlichen Grundlagen zur Einhaltung der Pufferzonen in der Landwirtschaft. An Beispielen wurde die Problematik der Einhaltung des Pufferstreifens entlang der Gewässer, Hecken, Feldgehölze und Waldrändern erläutert. Das Thema Pufferstreifen, Düngeabstand und Einsatz von Pestiziden ist aktuell und wird auch in Zukunft die Landwirte und Amtsstellen herausfordern. Auch künftig werden vermehrte und intensivere Kontrollen durchgeführt. Looser fügte hinzu, dass neben den Pufferzonen bei Gewässern und Gehölzen auch die Pufferzonen für die Naturschutzgebiete gelten, die über die GAöL-Verträge und Schutzverordnungen geregelt werden.

Zum Abschluss referierte Kevin Rückmar von der Holzwolle Manufaktur Lindner aus Wattwil über den Einsatz von Holzwolle. So gibt es über 170 Holzwolleprodukte von der Verpackung bis zum Drainagerohr, die von der Holzwolle Manufaktur Lindner hergestellt werden. Dabei interessierte die Euterholzwolle Agroclean, welche für die Euterhygiene eingesetzt wird. Durch ein einzigartiges Verfahren zählt dieses Produkt zum Exportschlager in über 19 Ländern. (pd/lim)