OBERTOGGENBURG
Corona-Entschädigung: Skigebiete präsentieren Rechnung für Schliessung zwischen Weihnachten und Neujahr

Ende Dezember ordnete der Regierungsrat des Kantons St.Gallen ein Betriebsverbot für Bergbahnen an, an neun starken Tagen ging gar nichts. Nun sollen die Bahnunternehmen und die Tourismusregionen dafür entschädigt werden. Eine Nachfrage bei Toggenburg Tourismus und der Bergbahnen Wildhaus AG.

Martin Knoepfel
Merken
Drucken
Teilen
Die Bergbahnen Wildhaus AG durfte die neue Freienalpbahn über die Tage zum Jahresende nicht laufen lassen.

Die Bergbahnen Wildhaus AG durfte die neue Freienalpbahn über die Tage zum Jahresende nicht laufen lassen.

Bild: PD

Am 22. Dezember 2020 schloss der Regierungsrat für neun Tage die Skigebiete im ganzen Kanton St.Gallen. Das meist sehr erträgliche Weihnachtsgeschäft bei Skiliften und Bergbahnen fiel somit ins Wasser beziehungsweise den Schnee.

Im Februar dieses Jahres beschloss dann der Kantonsrat, dass der Kanton den betroffenen Bahnunternehmen finanziell unter die Arme greifen müsse. Das soll in der Juni-Session, die am Montag startet, mit einem Nachtrag zum Gesetz über die wirtschaftliche Unterstützung von Unternehmen in Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie geschehen.

In diesem Zusammenhang sollen die vier Tourismusorganisationen im Kanton – Toggenburg, Zürichsee, Heidiland und St.Gallen-Bodensee – total Hilfen von 750'000 Franken erhalten. Das Geschäft soll noch in der Juni-Session verabschiedet werden. Werden nun die Bergbahnen im Toggenburg und Toggenburg Tourismus Entschädigungen für das weggefallene Weihnachtsgeschäft verlangen?

Gressbach: Verteilschlüssel steht noch nicht fest

Christian Gressbach ist Geschäftsführer von Toggenburg Tourismus und des Tourismusrats. Im Tourismusrat sind die vier Tourismusdestinationen sowie die Hotel-, die Gastro- und die Casinobranche vertreten. Der Schlüssel für die Aufteilung der Gelder unter den vier Tourismusregionen sei noch nicht bestimmt, sagt Christian Gressbach.

Er wisse deshalb noch nicht, wie das Geld unter den Tourismusregionen aufgeteilt werde. Grundsätzlich sei das Geld nicht für den laufenden Betrieb, sondern für Marketingmassnahmen gedacht, sagte er. Es sei auch denkbar, dass mit den Beiträgen eine Kampagne für den ganzen Kanton lanciert werde.

Gastrobereich auf 20 Prozent des normalen Niveaus

Urs Gantenbein ist der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Bergbahnen Wildhaus (BBW). Er ist zufrieden, dass das Anliegen einer Entschädigung für das Berufsverbot im Dezember in den Nachtrag zum Covid-Hilfspaket aufgenommen wurde.

«Es braucht eine Entschädigung für die neun Tage.»

Die BBW haben laut Urs Gantenbein Entschädigungen für die Einnahmenausfälle im Gastrobereich beantragt und erhalten. «Der Gastro-Umsatz war 80 Prozent tiefer als sonst», sagt Urs Gantenbein. Wie viel die Entschädigung in Franken und Rappen ausmacht, will Urs Gantenbein nicht sagen. «Ich weiss das von den anderen Betrieben auch nicht.»

Gemeinde wird nicht zur Kasse gebeten

Die BBW haben zudem eine Entschädigung für das Betriebsverbot vom Dezember 2020 beantragt. Die Grundlagen für die Berechnungen gingen aus der Botschaft des Regierungsrats an den Kantonsrat nicht hervor, bedauert Urs Gantenbein. Zudem bekräftigt er, dass die BBW keine Entschädigungen aus Töpfen beantragen werde, bei denen Standortgemeinde, also Wildhaus-Alt St. Johann, einen Teil der Entschädigungen übernehmen müsste.