Oberhelfenschwil

Gemeinde rechnet im kommenden Jahr mit leichtem Minus

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Oberhelfenschwil genehmigten das Budget für das Jahr 2021 mit nur zwei Enthaltungen.

Urs M. Hemm
Drucken
Teilen
Das Budget 2021 der Gemeinde Oberhelfenschwil wurde genehmigt.

Das Budget 2021 der Gemeinde Oberhelfenschwil wurde genehmigt.

Bild: Urs M. Hemm

«Heute sitzen wir hier mit Masken und ich frage mich, ob das noch für lange Zeit die Normalität sein wird. Diese Antwort kann hier und heute niemand geben.» Die Worte des Oberhelfenschwiler Gemeindepräsidenten Toni Hässig lösten bei den 44 Stimmberechtigten an der Budget-Bürgerversammlung vom Montagabend zum einen Nachdenklichkeit, zum anderen aber auch einen gewissen Kampfeswillen aus, Covid-19 nicht einfach hinzunehmen, sondern die Krise mit aktivem Einsatz gemeinsam zu überstehen.

Deshalb, so schien es zumindest, konnte die Anwesenden auch Toni Hässig Nachricht vom zweiten Einbruch ins Gemeindehaus in der Nacht von Sonntag auf Montag binnen sechs Monaten nicht aus der Ruhe bringen.

Entsprechend sachlich und speditiv handelte Toni Hässig denn auch die Ausführungen zum Budget 2021 ab, welches für die Gemeinde Oberhelfenschwil bei einem Gesamtaufwand von 7,123 Millionen und einem Ertrag von 6,940 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss von knapp 183'000 Franken vorsieht. Der Steuerfuss soll auf 134 Prozent belassen werden. Die Anwesenden stimmten dem Antrag des Gemeinderates grossmehrheitlich zu und genehmigten das Budget 2021.

Bildungskosten auf stabilem Niveau

Auf der Ausgabenseite nimmt die Bildung mit einem Anteil von 58,3 Prozent den grösste Teil ein. Der Finanzbedarf der Schule Neckertal für das Jahr 2021 beträgt insgesamt gut 9,53 Millionen Franken. Dieser Betrag werde gemäss einem vorgegebenen Berechnungsschlüssel auf die Gemeinden Neckertal und Oberhelfenschwil aufgeteilt. Der Oberhelfenschwiler Anteil beträgt für 174 Schülerinnen und Schüler gut 3,4 Millionen Franken. Die Kosten für die Bildung bewegen sich damit auf einen stabilen Niveau.

Zu den neuen, gebundenen Ausgaben gehören unter anderem Projektkosten in der Höhe von 8000 Franken für die Einführung einer kantonal einheitlichen EDV-Lösung für die Schulverwaltungen. Diese Kosten fällen während drei Jahre an.

21'000 Franken sind für die Bereinigung des Gemeindearchivs vorgesehen, damit dieses im Falle einer Fusion effizient mit den Archiven der Gemeinden Neckertal und Hemberg zusammengeführt werden kann. Diese bereiten ihre jeweiligen Archive ebenfalls entsprechend vor.

Interessierte konnten die Pläne für die Sanierung der Strasse vom Dorf in die Wasserfluh studieren.

Interessierte konnten die Pläne für die Sanierung der Strasse vom Dorf in die Wasserfluh studieren.

Bild: Urs M. Hemm

Für den Umbau des Feuerwehrdepots sind 7000 Franken eingeplant. Diese Arbeiten werden nötig, um das Schwarz-Weiss-Konzept umsetzen zu können. Ziel des Konzepts ist es, von Russ und anderen Schadstoffen kontaminierte Kleidung und Arbeitsgeräte komplett in einem dafür vorgesehen Bereich zu halten, um eine Verschleppung der Schadstoffe zu verhindern. Dazu gehören entsprechende Hygienemassnahmen, die beispielsweise den Einbau eines Boilers für Heisswasser erfordern.

15'000 Franken sind bei den neuen, nicht gebundenen Ausgaben eingeplant für Beiträge für Eltern, welche ihre Kinder in eine Kita oder in eine Tagesfamilie bringen.

Strassensanierung Dorf-Wasserfluh kommt an die Urne

Das grösste Investitionsvorhaben der kommenden zwei Jahre betrifft die geplante Strassensanierung Dorf bis Wasserfluh. Da die Bruttokosten des Projekts mit veranschlagten 1,5 Millionen Franken die Kompetenzen des Gemeinderates überschreitet, stellte Gemeindepräsident Toni Hässig das Projekt an der Versammlung lediglich vor. Über das Vorhaben soll das Volk an einer Urnenabstimmung am 7. März 2021 befinden.

Die Investitionsrechnung für das kommende Jahr sieht hauptsächlich den Ausbau oder kleinere Sanierungen an Gemeindestrassen vor. Dazu gehören unter anderem der Bau eines Wendeplatzes an der Oberen Bogenstrasse, die Sanierung der Strasse Metzwil-Necker oder die Erneuerung des Bachdurchlasses für den Eulochbach an der Langensteigstrasse.

Langjährige Behördenmitglieder verabschiedet

Toni Hässig nutzte die Gelegenheit, um einige langjährige Behördenmitglieder zu verabschieden. Nach zwölf Jahren ist Angelika Künzle aus dem Gemeinderat zurückgetreten, wo sie das Ressort Soziales betreute. In ihrer Funktion war sie unter anderem zuständig für die Zusammenarbeit mit den Sozialen Fachstellen Toggenburg, wo sie auch Mitglied der Verwaltungskommission war. Zudem war Angelika Künzle als Delegierte in verschiedensten Vereinen und Fachstellen tätig.

Ebenfalls nach zwölf Jahren ist Beat Brändle aus dem Gemeinderat ausgeschieden, wo er sich um das Ressort Umwelt kümmerte und als Vize Toni Hässig vertrat. Er hatte die Gemeinde in verschiedenen Zweckverbänden vertreten und war Mitglied der Bau- sowie der Personalkommission.

Aus der Geschäftsprüfungskommission waren auf die neue Legislatur drei Mitglieder zurückgetreten: Stefan Stillhart, der zwölf Jahre im Amt war, sowie Petra Schnellmann und Felix Tschumper, die beide während acht Jahren der GPK angehörten.