Oberhelfenschwil: Dank grosser Bautätigkeit 600'000 Franken im Plus

Die Rechnung 2019 der Gemeinde Oberhelfenschwil schliesst mit Ertragsüberschuss ab.

Urs M. Hemm
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Nach der Sanierung hat die Rennenbrücke über den Necker eine Maximaltraglast von 28 Tonnen.

Nach der Sanierung hat die Rennenbrücke über den Necker eine Maximaltraglast von 28 Tonnen.

Bild: Urs M. Hemm

Den Gemeinderat von Oberhelfenschwil beschäftigten im vergangenen Jahr insbesondere zwei Themen: Die Vorbereitungen für die geplante Gemeindefusion mit Neckertal und Hemberg einerseits, andererseits die Ortsplanung. Bei deren Überarbeitung hätten insbesondere der Umgang mit möglichen Auszonungsflächen, aber auch die Überbelastung des Raumplanungsbüros zu Verzögerungen geführt.

Den Entwurf zur Vorprüfung hat der Gemeinderat im Dezember nun aber definitiv genehmigt. «Eine Prognose, zu welchem Zeitpunkt diese Gesamtüberarbeitung rechtskräftig werden kann, ist aktuell jedoch noch nicht möglich», schreibt Gemeindepräsident Toni Hässig im Geschäftsbericht für das Jahr 2019.

Mehreinnahmen dank höherer Steuererträge

Wirtschaftlich kann Oberhelfenschwil auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken. Einem Gesamtaufwand von rund 6,5 Millionen Franken stehen Erträge in der Höhe von gut 7,1 Millionen Franken gegenüber. Daraus resultiert ein Ertragsüberschuss von knapp 600'000 Franken. Dieser Betrag soll gemäss Antrag des Gemeinderats dem Eigenkapital zugewiesen werden.

Ein Grund für den guten Rechnungsabschluss ist in der regen Bautätigkeit auf dem Gemeindegebiet zu finden. So schliesst das Konto Grundstückgewinnsteuern um etwa 148'000 Franken und das Konto Handänderungssteuern um knapp 41'500 Franken besser ab als budgetiert. Insgesamt weist der Steuerabschluss 2019 Mehreinnahmen von 103'000 Franken aus.

Dazu fiel der Aufwand auf einigen Positionen tiefer aus, als im Voranschlag vorgesehen. So fiel der Finanzbedarf der Schule Neckertal um knapp 53'000 Franken tiefer aus als erwartet. Die Kontogruppe Verkehr schliesst mit einem Minderaufwand von 26'000 Franken ab und für die Soziale Sicherheit mussten beinahe 100'000 Franken weniger aufgewendet werden als ursprünglich budgetiert.

Investitionen in der Höhe von 1,2 Millionen Franken

In Bauvorhaben wurden im letzten Jahr rund 1,2 Millionen Franken investiert. Unter anderem wurde die Ganterschwilerstrasse zwischen dem Abzweiger Feldstrasse und der Sonnenbergstrasse saniert. Im Zuge dieser Arbeiten wurden Teile der Kanalisation ersetzt. Die Arbeiten konnten noch nicht definitiv abgerechnet werden, da ein schlechterer Aufbau des Untergrundes im oberen Teil des Strassenabschnitts und eine zusätzlich erstellte Blocksteinmauer zur Erstellung eines Banketts zu Mehrkosten geführt haben.

Ebenfalls noch ausstehend ist die Bauabrechnung zur Sanierung der Rennenbrücke. Diese hat nun eine Tragfähigkeit von 28 Tonnen. Die Kosten dürften sich aber im Rahmen des Baukredits bewegen.

Mit dem Bau der dritten Etappe konnte im vergangenen Jahr zudem die abwassertechnische Sanierung im Gebiet Schwanden, Graben und Uttenwil abgeschlossen werden. Obwohl auch hier die definitive Abrechnung noch nicht erfolgt ist, geht der Gemeinderat davon aus, dass sich die Baukosten innerhalb des Kredits bewegen.

GPK empfiehlt, Rechnung zu genehmigen

Nach der Zuweisung des Ertragsüberschusses von 600'000 Franken beträgt der Bilanzüberschuss per 31. Dezember 2019 3,17 Millionen Franken.

Die Geldflussrechnung zeigt nach einer Gegenüberstellung der Betriebs- und der Investitionstätigkeit einen Finanzierungsüberschuss in der Höhe von 105'000 Franken aus. Zusammen mit dem Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit ergibt das einen Anstieg der flüssigen Mittel von insgesamt rund 330'000 Franken.

Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) der Gemeinde Oberhelfenschwil hat die vorliegende Rechnung geprüft. Im Zusammenhang mit der Einführung des RMSG, sind gemäss vorliegendem Bericht von der GPK insbesondere folgende ausserordentlichen Punkte überprüft worden: Die vollständige und richtige Anwendung des Rechnungslegungsmodells RMSG, die Bilanzübernahme vom HRM1 auf RMSG, namentlich die Neuzuteilung von Finanz- und Verwaltungsvermögen sowie deren Neubewertung und der Verwendung der entsprechenden Reserve.

Die GPK stellt den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern den Antrag, die Rechnung am Urnengang vom Sonntag, 19. April zu genehmigen.