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Kolumne

Nur in Kirchberg ist der 14. September ein Feiertag

Als Kirchberger hatte Redaktionsleiter Ruben Schönenberger während seiner Schulzeit am 14. September frei. Die Schadenfreude von damals verspürt er heute höchstens noch, wenn der 14. September auf ein Wochenende fällt.
Ruben Schönenberger
Ruben Schönenberger, Redaktionsleiter. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Ruben Schönenberger, Redaktionsleiter. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Wissen Sie schon, was Sie am morgigen Feiertag machen? Wenn Sie jetzt fragen, welcher Feiertag denn morgen sei, dann kommen sie höchstwahrscheinlich nicht aus Kirchberg.

Das Alttoggenburger Dorf – und nur das Dorf beziehungsweise der Kirchkreis, nicht die ganze Gemeinde – feiert an diesem Tag ein Wunder aus dem Jahr 1685. Am dritten Adventssonntag jenes Jahres soll sich das Kreuz in der katholischen Kirche von der Wand wegbewegt haben und in der Luft hin- und hergewippt sein.

In meiner Jugend kursierte sogar eine Version mit einem um die Kirche fliegenden Kreuz. «Flugtag» als alternativer Begriff des Feiertags hat sich deshalb bis heute in meinem Kopf irgendwie eingebrannt. Die Kirche beglaubigte indes nur die weniger filmreife Variante, dafür diese aber hochoffiziell.

Früher interessierte vor allem eines

Gefeiert wird übrigens morgen und nicht im Advent, weil die katholische Kirche am 14. September das Fest «Kreuzerhöhung» feiert. Zugegeben, diese Informationen musste ich für diese Kolumne recherchieren. Vermutlich wurde mir das alles früher schon mal erzählt, aber interessiert hat mich während meiner Schulzeit vor allem eines, wenn ich ehrlich bin: Am 14. September war schulfrei.

Und weil das eben nur in Kirchberg so war, bot das Stoff für ganz viel Häme. Die Kollegen im Fussballklub, die in Gähwil zur Schule gingen, hatten den Spott auf sicher, wenn ein Training auf den 14. September fiel. Oder noch besser: auf den Tag davor.

Nicht sehr christliche Schadenfreude

Diese wiederum freuten sich dann sicher auf den Übertritt in die Oberstufe, die für die Gähwiler Kinder in Kirchberg stattfindet. Insbesondere, wenn sie jüngere Geschwister hatten. So konnten sie am 14. September zu Hause bleiben, während der Bruder oder die Schwester in die Schule musste.

Selbst heute denke ich im Vorfeld des 14. Septembers oft an diesen Feiertag. Nur: Heute arbeite ich in Wattwil. Von einem zusätzlichen freien Tag können wir hier nur träumen. Das Einzige, was bleibt, ist die vermutlich nicht sehr christliche Schadenfreude: Wenn der 14. September auf einen Samstag fällt, haben auch sonst nicht viele Kirchbergerinnen und Kirchberger etwas davon.

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