Der Kiosk beim Ebnat-Kappler Tanzboden ist nur dem Namen nach ein Kiosk

Am Freitag fand bei idealen Rahmenbedingungen – herrliches Winterwetter, genügend Schnee und bestens präparierten Pisten – die Eröffnung des neuen Kiosks bei der Talstation des Skilifts Tanzboden statt.

Rudolf Steiner
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Am Freitagabend zeigte sich, dass das Angebot im Kiosk beim Familienskilift Tanzboden geschätzt wird: Nach dem Nachtskifahren waren alle Plätze besetzt. (Bild: Rudolf Steiner)

Am Freitagabend zeigte sich, dass das Angebot im Kiosk beim Familienskilift Tanzboden geschätzt wird: Nach dem Nachtskifahren waren alle Plätze besetzt. (Bild: Rudolf Steiner)

Auf die vielfach von Polo Hofer in seinem Ohrwurm gestellte Frage «Bin i gopfriedstutz en Kiosk?» gibt es eine glas- und sternenklare Antwort: Mit einem Kiosk hat das Holzhaus nicht viel gemeinsamt. Es wurde im letzten Herbst von vielen fleissigen und teils freiwilligen Handwerkern in Rekordzeit bei der Talstation des Familienskilifts Tanzboden neu erstellte.

Viel mehr als an einen Kiosk erinnert der schmucke Holzbau am Waldrand hinter dem Fahrsträsschen zum ehemaligen Ski-Weltcupgelände Girlen an ein etwas zu klein geratenes Gipfelrestaurant mit gemütlicher Terrasse, von der man am Tag bei schönem Wetter eine wunderschöne Aussicht auf die gegenüberliegende Talseite bis zum Säntis und Richtung Obertoggenburg bis zu den Churfirsten hat.

Aufrichte im Herbst in Rekordzeit

Wie Präsident Daniel Hartmann am Freitagabend beim Eröffnungsapéro vor zahlreichen Gästen, Sponsoren und Genossenschaftern erklärte, sei die Planung und der Bau des neuen Skihauses als Ersatz für den baufälligen und in die Jahre gekommenen Container in relativ kurzer Zeit realisiert worden.

«Nachdem das Fundament und die Plattform nach den Sommerferien erstellt werden konnten, wurde der Holzbau dank vorfabrizierter Elementbauweise und teils in Fronarbeit auch wegen des prächtigen Herbstwetters im Oktober in der Rekordzeit von nur einem Tag aufgestellt.» Anschliessend wurden bis Mitte November die Innenausbauarbeiten – Küche, Elektro-und Sanitärarbeiten – erledigt, sodass bereits am 23. November mit den beteiligten Unternehmen und Handwerkern Aufrichte gefeiert werden konnte, so Hartmann.

Seit vier Wochen in Betrieb

Seit nun bereits vier Wochen hat die «alte» Pächterin Monika Wieser den Betrieb im neuen, in jeder Hinsicht gelungenen, Kiosk aufgenommen und bewirtet während den Betriebszeiten des Skilifts mit ihren Helferinnen die vielen kleinen und grossen Gäste mit kalten und heissen Getränken und Snacks. Und auf telefonische Vorbestellung ist im gemütlichen und wohlig geheizten Après-Ski-Stübli neu auch ein Racletteplausch möglich.

Wie beliebt der neue Kiosk bei der Talstation im Dicken für Skifahrer und Skifahrerinnen ist, zeigte sich bereits am letzten Freitagabend beim Eröffnungsapéro. Vor allem nach Ende der Betriebszeit des Skilifts um zehn Uhr gab es im gemütlichen, 20 Personen Platz bietenden Skibeizli bis Mitternacht keinen einzigen freien Platz mehr. Der Kiosk ist ab dem Parkplatz unterhalb des Bellevue über einen kurzen, 300 Meter langen Fussweg, der am Freitagabend romantisch mit Fackeln beleuchtet war, erreichbar.

Bau ist günstiger als geplant

Wie der Daniel Hartmann erfreut mitteilte, konnte der Neubau des Kiosks auch finanziell erfreulich abgeschlossen werden. An der HV im Frühling 2018 bewilligten die Genossenschafter einen maximalen Baukredit von 172'730 Franken. Die Bauabrechnung weist nun eine Schlussabrechnung mit Ausgaben von 161'715 Franken oder um 11'015 Franken tieferen Kosten aus. Und nach Abzug der vielen erfreulichen Spenden und Sponsoren in der Höhe von 28'100 Franken bleiben für die Genossenschaft Familienskilift Tanzboden Restkosten von 133'615 Franken, die sie mühelos aus den angesparten Reserven und dem Genossenschaftkapital begleichen kann.

Lohnendes, attraktives Skigebiet in der Region

Mit dem neuen Angebot positioniert sich das seit 1962 erschlossene Skigebiet Tanzboden als lohnende Alternative in der Region ohne lange Anfahrtswege und lange Warteschlangen am 1350 Meter langen Skilift. Und wie der Freitagabend zeigte, wird das Skigebiet auch von Auswärtigen aus eben diesen Gründen gerne besucht. So wärmten und stärkten sich neben vielen Einheimischen auch einige Unterländer und mit dem Jodelchörli Heimetfreud aus Mosnang und der Trachtengruppe Nesslau auch zwei Vereine im gemütlichen, heimeligen Skistübli nach dem Nachtskifahren auf den aktuell hervorragend eingeschneiten und präparierten Pisten.

Der einzige Wermutstropfen sei nur, wie die vier jugendlichen Skifahrer Loreno, Lauro, Maira und Anina mit Vater Stefan Maffei bedauerten, dass die Talabfahrt aus rechtlichen Gründen nicht mehr präpariert werde und deshalb für sie nicht mehr möglich sei.