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Nur 28 Stimmberechtigte kommen zu historischer Versammlung: Dorfkorporation Wattwil wird der politischen Gemeinde einverleibt

Am 27. März fand die 85. und letzte Versammlung der Dorfkorporation Wattwil statt. Sie wird auf den 1. Januar 2020 in die politische Gemeinde inkorporiert, die Thurwerke AG geht ins Eigentum der Gemeinde über.
Sascha Erni
Die 85. Korporationsversammlung im Thurpark war auch die letzte Versammlung der Dorfkorporation Wattwil. (Bild: Sascha Erni)

Die 85. Korporationsversammlung im Thurpark war auch die letzte Versammlung der Dorfkorporation Wattwil. (Bild: Sascha Erni)

Gerade mal 28 von 3370 Stimmberechtigten fanden am Mittwoch den Weg in den kleinen Saal des Thurparks. Dabei stand ein historisches Ereignis an: Die 85. Korporationsversammlung musste über die Eingliederung der Dorfkorporation in die politische Gemeinde Wattwil befinden. Mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung nahmen die Anwesenden den Antrag des Verwaltungsrats an: Auf den 1. Januar 2020 wird die Dorfkorporation Wattwil nach 85 Jahren Geschichte sein.

Thomas Grob, VR-Präsident der Thurwerke AG und der DK Wattwil. Bild: Sascha Erni)

Thomas Grob, VR-Präsident der Thurwerke AG und der DK Wattwil. Bild: Sascha Erni)

Zuvor aber gab Thomas Grob, Verwaltungsratspräsident sowohl der Thurwerke AG als auch der Dorfkorporation, einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr. Die Schweiz habe 2018 eine gute Entwicklung erlebt, das sei nicht selbstverständlich. Unsicherheiten blieben. «Wir wirtschaften doch noch in einem labilen Umfeld», sagte Grob. So sei noch nicht absehbar, welchen Einfluss die Einführung der 5G-Netzwerke auf die Kommunikationssparte der Thurwerke haben wird. Auch die zögerliche Umsetzung der Energiestrategie 2050 lasse viele Fragen offen: Welche Einschränkungen für die Bevölkerung und Veränderungen für die Energieversorger werden nötig sein?

Praktisch mit Null abgeschlossen

Das Unternehmen selbst habe letztes Jahr einige Meilensteine erreicht. Es konnte beispielsweise eine hohe Versorgungssicherheit in allen Bereichen gewährleisten, erklärte Grob. Der trockene Sommer 2018 habe die Wasserversorgung zwar auf den Prüfstand gestellt, aber in Zusammenarbeit mit Lichtensteig konnte auch diese Herausforderung gemeistert werden. Zusammen mit dem steten Ausbau des Wärmeverbunds und der Glasfasernetze könne das Unternehmen als professioneller, langfristig handelnder Versorger in Wattwil und dem mittleren Toggenburg fungieren.

Im Anschluss führte Aktuar Andreas Niedermann durch die Jahresrechnung 2018. Mit einem Verlust von 3824 Franken sei die Dorfkorporation praktisch bei Null rausgekommen. Beim Voranschlag 2019 machen die Gutachten, die die Korporation 2018 und Anfang 2019 erstellen liess, mit 50'700 Franken den grössten Batzen der Aufwendungen von total 68940 Franken aus. Mit der Ausschüttung der Thurwerke AG von 70'000 Franken soll die Dorfkorporation Wattwil mit einem Gewinn von 1060 Franken ihr letztes Jahr schliessen. Die Stimmberechtigten nahmen sowohl Jahresrechnung als auch Voranschlag einstimmig an.

Gemeinde will Eigentümeraufgaben erfüllen

«Wir kommen nun vielleicht zum Haupttraktandum», eröffnete Thomas Grob schliesslich die Diskussion zur Inkorporation. Der Verwaltungsratspräsident stellte klar, dass die Thurwerke AG heute und morgen in öffentlichem Eigentum blieben. «Das ist nicht in Frage gestellt», betonte er. Auch bekäme die politische Gemeinde Wattwil keine Altlasten aufgebürdet: Die Thurwerke AG sei in jeder Beziehung gesund und hätte eine gute Basis. «Wir sind fit für die Zukunft», wie er sagte.

Die Diskussion verlief unaufgeregt. Ja, es sei angedacht, dass die Thurwerke die Jugendförderung weiterführen wird, antwortete Thomas Grob auf eine entsprechende Frage. Ja, die Bürgerinnen und Bürger könnten sich in Zukunft immer noch in Sachen «Thurwerke» direkt einbringen. «Aber der Gemeinderat dürfte ein professionelleres Gremium als die Korporationsversammlung sein», meinte Grob mit Blick auf die niedrige Teilnehmerzahl dieses Abends.

Der Wattwiler Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner war als Gast an der Korporationsversammlung. (Bild: Sascha Erni)

Der Wattwiler Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner war als Gast an der Korporationsversammlung. (Bild: Sascha Erni)

Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner ergänzte, dass es der Gemeinde wichtig sei, die Eigentümeraufgaben zu erfüllen. Allgemeine Anfragen an der Bürgerversammlung stünden natürlich immer für Thurwerke-Fragen offen. «Man sagt manchmal etwas despektierlich, dass nach 85 Jahren die Dorfkorporation untergehe. Aber das Geschäft, das geht weiter.»

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