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Nostalgietag in Lichtensteig: Postkarten aus verschiedenen Zeiten werden einander gegenübergestellt

Eingebettet in den Nostalgietag wurde im Rathaus für Kultur eine Fotoausstellung zu Lichtensteig gezeigt.
Michael Hug
Sascha Erni stellte die Ausstellung «Metasteig» aus drei Lichtensteiger Epochen zusammen. (Bild: Michael Hug)

Sascha Erni stellte die Ausstellung «Metasteig» aus drei Lichtensteiger Epochen zusammen. (Bild: Michael Hug)

«Herzlichen Dank für Ihren Glückwunsch zum Jahreswechsel, den ich Ihnen bestens erwidere. Haben Sie fürs kommende Jahr kein Bleich für sich & mich gegossen? Auf Wiedersehen & Grüsse Ihr Jean». Die Nachricht kommt daher wie eine SMS. Doch sie wurde 1929 geschrieben, und zwar auf eine Postkarte. «Postkarten waren damals das billigste Kommunikationsmittel auf grössere Distanz», sagt Sascha Erni.

«Es gab zwar Telefon, aber längst noch nicht in jedem Haus. Es gab aber die Post, die jeden Tag ausser sonntags bis zu dreimal zugestellt wurde. Mit einer Postkarte konnte man so innert kürzester Zeit jemandem eine Botschaft übermitteln.» Für einen Brief hätte es Papier gebraucht und ein Couvert – eine Postkarte war da viel flexibler, aber auch etwas weniger förmlich.

Aus einem reichhaltigen Fundus ausgelesen

Die Lichtensteiger Journalisten und Fotografen Sascha Erni und Zora Debrunner haben für die Ausstellung «Metasteig» ein gutes Dutzend Postkarten aus und von Lichtensteig aus ihrem Fundus ausgesucht, die ausgestellt werden. Postkarten waren damals Nachrichtenträger, aber eben auch Bildbotschaft, mit einem auf der Rückseite aufgedruckten Bild. Im Falle der am Sonntag im Rathaus für Kultur ausgestellten Karten waren es Motive aus Lichtensteig.

Ein schwarz-weisses Lichtensteig ohne Bahnviadukt, mit Gebäuden, die es nicht mehr gibt oder heute durch andere Bauten verdeckt werden. Zora Debrunner sammelt Postkarten und besitzt rund 200 mit Lichtensteiger Motiven. Mindestens ebenso interessant sind zuweilen auch die Texte auf der Vorderseite: «Gruss aus Lichtensteig. Tunnelbau nach dem Neckertal. St.Gallen–Romanshorn».

Die Postkarte als Vorläufer der MMS und des Selfies. Mit dem Unterschied, dass man beim Bildmotiv noch auf das Angebot der professionellen Fotografen angewiesen war. Auch bemerkenswert: Die Rechtschreibung schien auch damals schon keinen grossen Stellenwert genossen zu haben.

Ansichten von Lichtensteig

Den Postkarten aus einer Epoche, in der noch niemand selber Fotos schoss, stellte Sascha Erni Bilder aus der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts gegenüber. Der Diaprojektor war zu jener Zeit das Mittel, um Fotos einer grösseren Zuschauergruppe zu präsentieren. Erni liess darum diese Bilder – die alle vom Lichtensteiger Hobbyfotografen Rolf Geiger stammten – mittels eines fünfzigjährigen Projektors auf die Leinwand werfen.

Auch hier: Ansichten von Lichtensteig in Farbe. Und auch hier war’s ein Ausflug in die Vergangenheit, der in Erinnerungen schwelgen liess: «Weischno säb Huus? Schtoot jetz nüme, schaad!» Lichtensteig verändert sich – und Lichtensteig festet. Im dritten Teil der Ausstellung befasste sich Erni selber fotografisch mit seinem Wohnort. Diese Bilder von den Jazztagen, vom Langen Tisch, von Festen und Feiern zeigte der Kurator durchlaufend am digitalen Grossbildschirm.

Wo man am Diaprojektor mittels Fernsteuerung noch selber das Tempo zum Betrachten der Bilder vorgeben konnte, hatte man am Bildschirm keinen Einfluss mehr. Die Bilder zogen im Sekundentakt am Betrachtenden vorbei.

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