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Noch vier Gipfel, dann hat der Bütschwiler Damian Göldi alle 4000er der Schweiz bestiegen

Beim Nachwuchs war Damian Göldi ein talentierter Leichtathlet auf den Kurzstrecken, heute bevorzugt er das steilere Gelände und Herausforderungen in Fels und Eis. Neben Touren in der Schweiz klettert er auch in Kirgistan und Pakistan.
Beat Lanzendorfer
Schnee, Felsen und dünne Luft: Hier fühlt sich Damian Göldi wohl. (Bild: PD)

Schnee, Felsen und dünne Luft: Hier fühlt sich Damian Göldi wohl. (Bild: PD)

Dort, wo die Luft dünn wird, fühlt sich der 24-jährige Bütschwiler Bergsteiger Damian Göldi am wohlsten. Erst kürzlich ist er von seiner dritten Kirgistan-Expedition zurückgekehrt, bei der er unter anderem den 7134 Meter hohen Pik Lenin im Alleingang überschritten hat. Er startete direkt vom Basislager und schaffte es in einem Tag auf den Gipfel.

Entdeckt hat er seine Leidenschaft für die Berge im Alpsteingebiet und in seiner Heimat, dem Toggenburg. Die sieben Churfirsten hat er schon fünfmal bezwungen – am Stück wohlverstanden. Trotzdem zieht ihn die Bergkette im oberen Toggenburg noch immer magisch an. Erstmals als 15-Jähriger. Aus jener Zeit weiss er eine Anekdote zu erzählen, über die er heute noch lacht.

«Ich habe meinen Eltern erzählt, dass ich auf den Selun wandere. Als ich mittags noch nicht zu Hause war, hat mich mein Vater angerufen. Am Telefon erklärte ich ihm, dass ich mit dem Zuestoll soeben den vierten Churfirsten in Angriff nehme, da ist er aus allen Wolken gefallen.»

Vater Urs konnte Sohn Damian dazu überreden, das Unternehmen abzubrechen, allein sei es zu gefährlich. Zwei Jahre später liess er sich vom Vorhaben nicht mehr abbringen und überschritt die Churfirsten erstmals.

Im Sommer auf Expedition, im Winter wird trainiert

Die Sorgen seiner Eltern Marlis und Urs Göldi sind geblieben. «Begeistert von meinem Hobby sind sie nach wie vor nicht, sie haben es aber akzeptiert», sagt Damian Göldi. Es verwundert daher nicht, dass seine Aussage «ich plane eine Expedition nach Kirgistan und Pakistan» bei ihnen ein Kopfschütteln auslöste. «Pakistan hat mit seinen Krisengebieten, die in der Grenzregion zu Indien liegen, in der westlichen Welt keinen besonders guten Ruf. Ich habe mich im Land selber aber immer sicher gefühlt.»

Seine Begeisterung zu den Bergen teilt der Ostschweizer mit dem Berner Oberländer Marcel Jaun, den er vor fünf Jahren im Rossi-Biwak kennen lernte, das sich auf der italienischen Seite hinter dem Breithorn unweit von Zermatt befindet. Mit ihm war er nicht nur auf seiner ersten Kirgistan-Expedition, gemeinsam waren sie in Südamerika und haben in Peru und Bolivien mehrere 4000er, 5000er und 6000er bestiegen. Wie bringt Damian Göldi das alles unter einen Hut? «Ich habe das Glück, dass ich mit der Firma Egli AG, bei der ich bereits meine Lehre als Konstrukteur absolvierte, einen verständnisvollen Arbeitgeber habe, der mir den gewünschten Freiraum gibt.»

Bei seiner dritten Expedition in Kirgistan darf Damian Göldi eine Weile die Gastfreundschaft einer kirgischen Familie geniessen. (Bild: PD)

Bei seiner dritten Expedition in Kirgistan darf Damian Göldi eine Weile die Gastfreundschaft einer kirgischen Familie geniessen. (Bild: PD)

Mit Freiraum sind jene vier Monate im Sommer gemeint, die ihm sein Arbeitgeber seit fünf Jahren einräumt, um seinem Hobby zu frönen. Die Wintermonate zu Hause nutzt er dann intensiv, um sich für die nächste Reise vorzubereiten. Es vergeht kaum ein Tag ohne Bewegung. Rennvelo fahren oder Joggen gehört zu seinen Lieblingsbeschäftigungen, wobei eine Einheit durchaus zwei bis vier Stunden dauern kann. Ein abendlicher «Sprint» aufs Schnebelhorn bildet da keine Ausnahme. Nicht umsonst bezeichnet er sich auch als Trailrunner. Jetzt, wo sich die ersten Vorboten des Winters ankünden, freut sich Damian Göldi auf die Skitouren, die ihn in der Vergangenheit häufig auf die Churfirsten führten. Einmal habe er die sieben Gipfel in sechs Stunden geschafft und sei wie vorgängig vereinbart am Nachmittag zurück am Arbeitsplatz gewesen.

Alle 4000er in der Schweiz und ein 8000er in Pakistan

Was hat ein junger Mann wie Damian Göldi als Bergsteiger noch vor, der mit seinen 24 Jahren schon einige Höhenflüge hinter sich hat?

«Natürlich würden mich die 8000er im Himalaja-Gebiet reizen. Das hat sich in den letzten Jahren aber zu einem sehr kostspieligen Hype entwickelt, dem ich mich nicht anschliessen möchte.»

Die «Seven Summits» zum Beispiel, das Besteigen des jeweils höchsten Berges der sieben Kontinente, ist etwas, das ihn überhaupt nicht lockt. Vielmehr würde ihn einer der fünf 8000er Pakistans reizen, wobei die Höhe eines Berges nicht unbedingt den Ausschlag geben muss.

Ihn fasziniert in erster Linie das Unbekannte. Er erwähnt dabei Erstbesteigungen oder das Erschliessen neuer Routen. Und weil auch die Schweiz voller wunderbarer Landschaften ist, gilt es eine vor fünf Jahren begonnene Aufgabe abzuschliessen – das Erklimmen aller 48 Gipfel der 4000er hierzulande. Bei 44 ist Damian Göldi angelangt. Der Dent Blanche, der Dent d’Hérens, das Gross Grünhorn und das Lauteraarhorn fehlen noch.

Der Bütschwiler Bergsteiger Damian Göldi bei der Durchsteigung der Eigernordwand auf dem Gipfelgrat (Mittellegigrat). (Bild: PD)

Der Bütschwiler Bergsteiger Damian Göldi bei der Durchsteigung der Eigernordwand auf dem Gipfelgrat (Mittellegigrat). (Bild: PD)

Damian Göldi erzählt von einer speziellen Tour, die er mit Marcel Jaun zurückgelegt hat. Beginnend in Stechelberg legten sie die Route Jungfrau–Jungfraujoch–Mönch– Eiger–Grindelwald zurück. Ihre 13 Stunden und 15 Minuten gelten in der Bergsteigerszene als schnellste Zeit auf dieser Strecke. Weil der Bütschwiler Bergsteiger fast immer die Fotokamera bei sich hat und seine Touren bildlich dokumentiert, wird er oft für Vorträge gebucht. «Ich erzähle den Menschen gerne von meinen Reisen und Expeditionen, denn sie handeln von Landschaften, die für die Zuhörer neu sind und in die sie in der Regel nicht hinkommen», sagt er abschliessend.

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