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Das ganze Berufsleben im gleichen Schulhaus gelehrt

Peter Rudolf hätte bei seinem Stellenantritt nicht gedacht, dass er bei seiner Pensionierung 38 Jahre später nach wie vor an der Oberstufe Wier unterrichtet.
Sabine Schmid
Peter Rudolf unterrichtete während 38 Jahren im Schulhaus Wier I, das bald abgerissen wird und einem Neubau weicht. (Bild: Sabine Schmid)

Peter Rudolf unterrichtete während 38 Jahren im Schulhaus Wier I, das bald abgerissen wird und einem Neubau weicht. (Bild: Sabine Schmid)

Alles muss raus! Dieses Motto galt in den vergangenen Tagen für Peter Rudolf nicht nur, weil er wegen der anstehenden Pensionierung seine persönlichen Sachen aus dem Schulzimmer räumen musste. Es wird noch viel mehr aufgeräumt, denn in Kürze wird das Schulhaus Wier I abgebrochen. Dies sei einer der Gründe, warum Peter Rudolf mit 63 Jahren in Pension geht. «Ich hätte sowieso nicht mehr im neuen Schulhaus unterrichten können und ich wollte meine Lehrerkarriere nicht in einem Provisorium beenden», begründet er.

Beinahe vier Jahrzehnte lang unterrichtete er in der Oberstufe Wier in Ebnat-Kappel. Bei seinem Stellenantritt habe er gedacht, dass er nach einigen Jahren weiterziehen wollte, aber die Sekundarlehrerstellen seien rar gewesen. «Ich habe in Ebnat-Kappel Wurzeln geschlagen und eine Familie gegründet, so bin ich letztlich geblieben.»

Gute Beziehungen zu Schülern waren ihm wichtig

Das Klima in der Schule sei heute ein ganz anderes als noch in den 1980er-Jahren. Damals waren die Sekundar- und die Realschule klar getrennt. «Die Lehrer hatten die Türen zu ihren Schulzimmern stets geschlossen. Heute unterrichten die Lehrkräfte Sekundar- und Realklassen und es ist ein schönes Miteinander, das ich sehr schätze», sagt Peter Rudolf. Zudem finden gemeinsame Projekttage statt. «So ist es schöner für die Schüler, aber auch für die Lehrkräfte.»

Auch er habe sich in den Jahren verändert. Zu Beginn habe er die Klassen bewusst sehr streng geführt. Später, als er selber Vater von schulpflichtigen Kindern war, schaute er die Schule anders an. Dennoch ist er einigen seiner Grundsätze treu geblieben. «Noch immer setze ich Leitplanken und biedere mich nicht an. Die Schüler brauchen einen Lehrer und keinen Kollegen», sagt er. Ihm sei es auch immer sehr wichtig gewesen, dass das Klima in der Klasse stimmte und dass er gute Beziehungen zu seinen Schülern pflegte.

Emotionale Abschiede

Für Peter Rudolf war es jeweils speziell, wenn er sich nach den drei Jahren Oberstufe von einer Schulklasse verabschieden musste. «Es war an der Zeit, dass die Jugendlichen einen nächsten Schritt machen. Aber damit endete immer auch eine Beziehung», sagt er. Umso mehr freut es ihn, wenn er ehemalige Schüler sieht. Einige von ihnen seien auch ins ehemalige Schulzimmer zurückgekehrt, als Eltern seiner Schüler.

Peter Rudolf hat vor allem Mathematik unterrichtet, um sein Pensum aufzufüllen kamen noch weitere Fächer hinzu. Er habe gerne die technischen Fortschritte mitgemacht und darum auch Informatik gelehrt. Doch gerade in der Mathematik fühlte sich der Sekundarlehrer wohl. «Mein Ziel war es stets, den Schülern meine Freude an Mathematik weiterzugeben», sagt er. Sein Spruch «Mathematik ist logisch» sei wohl den meisten Schülern in den Köpfen hängen geblieben, sagt er. Gute Noten in den Prüfungen sah er als Bestätigung dafür, dass seine Schüler begriffen haben, was er sie gelehrt hatte.

Seine Schüler seien motiviert gewesen, neue Sachen zu lernen, ist Peter Rudolf überzeugt. Ihr Interesse hätten sie dadurch bekundet, dass sie viel gefragt hätten. Für die letzten Schulstunden haben sich die Schüler und die Lehrerkollegen von Peter Rudolf etwas ganz Besonderes einfallen lassen. «Als ein Schüler am Montag erklärte, dass er keine Lust auf Mathe habe und mich zu einer Schnitzeljagd einlud, war ich schnell dabei», erzählt Peter Rudolf, der in seiner Freizeit gerne Rätsel löst. Jede Klasse hat sich in der Folge auf diese Weise mit einem Rätsel bei ihm verabschiedet.

Schatzsuche in der Natur

Im Ruhestand will Peter Rudolf weiterhin seinen Kombinationsgeist trainieren und öfters auf Geocaching-Touren nach Schätzen in der Natur suchen. Auch fürs Tennisspielen werde er mehr Zeit haben. «Vor allem freue ich mich aber, dass ich mein Leben nicht mehr nach einem Stundenplan richten muss», sagt Peter Rudolf.

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