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Wegen Renovation: Nisthilfe für Mauersegler an Hochhäusern

In den Rollladenkästen der Wattwiler Hochhäuser nisten für gewöhnlich Mauersegler. Damit dies auch nach der Fassadenrenovation so bleibt, werden 25 Nistkästen auf den Dächern installiert.
Katharina Rutz
Es wurden vorübergehend Nistkästen für die Mauersegler ans Baugerüst gehängt. (Bild: Olivia Hug)

Es wurden vorübergehend Nistkästen für die Mauersegler ans Baugerüst gehängt. (Bild: Olivia Hug)

Mauersegler verbringen den grössten Teil ihres Lebens in der Luft. Die Wintermonate überbrücken sie in Afrika, wo sie, den Regenzeiten folgend, das reiche Insektenangebot während der «grünen Zeit» nutzen. Ende April, Anfang Mai kehren sie in den Norden zurück, um zu brüten – unter anderem auch in die Schweiz. Hohe Häuser, Brücken und Kirchtürme sind die Brutorte des schnittigen Fliegers. Mauersegler sind Koloniebrüter und bleiben der einmal gewählten Bruthöhle ein Leben lang treu. Bis zu 21 Jahre am selben Nistplatz sind nachgewiesen. Hohlräume unter dem Dach, in Rollladenkasten oder unter Ziegeln sind begehrte Nistplätze.

Auch die drei Hochhäuser an der Waisenhausstrasse in Wattwil bieten einer Mauersegler-Kolonie Nistplätze in den Rollladenkästen. «Wir sind vor rund drei Jahren hier eingezogen und die Mauersegler sind uns rasch aufgefallen, wie sie um die Hochhäuser flogen», erinnert sich die Anwohnerin Regula Khair. Irgendwann stellte sie fest, dass die Vögel in den Rollladenkästen brüten. Bisweilen unbemerkt von den Bewohnern der Wohnungen. Doch jetzt werden die Fassaden der Hochhäuser renoviert. Die Ortbetonfassade wird instand gesetzt und die Fenster ersetzt. Dies bedeutet die Zerstörung der Nistmöglichkeiten für die Mauersegler.

Einsatz für Ersatznistkästen

Dies wollte jedoch Regula Khair verhindern und brachte das Anliegen der Mauersegler deshalb an einer Eigentümerversammlung der Hochhäuser vor. Mittels eines Aushangs in den Hochhäusern versuchte sie all jene Anwohner zu ermitteln, die tatsächlich Mauersegler hatten. «Der Rücklauf war da, aber hätte vielleicht noch besser sein können. Ich hätte mir mehr Widerstand erhofft», sagt Regula Khair. «Wenn doch Nistmöglichkeiten zerstört werden, muss man den Mauerseglern etwas anderes anbieten. Schliesslich sind sie in der Schweiz geschützt», ist sie überzeugt.

Auf offene Ohren mit ihrem Anliegen stiess sie bei Gaby Schneeberger von der Mauer- und Alpenseglerberatung der Stadt St. Gallen sowie den Architekten der Schällibaum AG, die das Bauprojekt für die Eigentümer der Wohnungen ausführen.

Ein Mauersegler, auch «Spyr» genannt. (Bild: PD)

Ein Mauersegler, auch «Spyr» genannt. (Bild: PD)

Gemeinsam wurde eine Lösung für künstliche Nisthilfen gefunden. 25 Nistkästen sollen auf dem Dach der Hochhäuser am Liftüberbau angebracht werden. Obwohl Mauersegler geschickte Flieger sind und sogar fliegend ausruhen können, schaffen sie es nicht vom Boden aus aufzufliegen. Deshalb ist es wichtig, dass ihre Nistkästen eine gewisse Höhe vom Boden haben. «Ein Mauersegler benötigt eine freie Anflughöhe von drei Metern», sagt Gaby Schneeberger. Beim Liftaufbau ist diese Höhe mit rund 3,5 Metern gerade noch gewährleistet. «Die Nistkästen müssen ausserdem regensicher überdacht werden, aber dennoch gut belüftet sein.»

Nistkästen (noch) nicht angenommen

In diesem Jahr wurde die Instandsetzung der ersten Hochhausfassade in Angriff genommen. Als Ersatz wurden am Baugerüst Nisthilfen aufgehängt. «Diese haben sie allerdings nicht angenommen», wie Regula Khair beobachtete. «Vielleicht wichen sie auf die anderen zwei Hochhäuser aus.» Gaby Schneeberger hat jedoch bereits Erfahrung mit Nistkästen an Baugerüsten, die auch angenommen werden. Die beiden Frauen hoffen aber, dass die Mauersegler nach Fertigstellung der Renovation die neuen Nistkästen annehmen. Gaby Schneeberger rechnet sich gute Chancen aus. «Wenn das nächste Hochhaus renoviert wird und dort die Nistmöglichkeiten verschwinden, nehmen die Mauersegler die Nistkästen hoffentlich an», sagt sie.

Regula Khair ist fasziniert von «ihren» Mauerseglern und deren Lebensweise: «Sie vertilgen Unmengen an Mücken und Fliegen.» Mauersegler suchen sich ihre Nahrung ausschliesslich fliegend. Gezielt sammeln sie aus dem reichen Insektenangebot Blattläuse, Käfer, Fliegen, Spinnen oder – in Afrika – Termiten. Die Nahrung für die Nestlinge wird in einem Kehlsack gesammelt und nur periodisch ans Nest gebracht. Bei günstigen Bedingungen füttert ein Paar über 20000 Insekten pro Tag.

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