Volleyball NLA
Volley Toggenburg kehrt aus dem Welschland mit einer Niederlage zurück, hat aber trotzdem einen guten Eindruck hinterlassen

Die Frauen aus Wattwil beziehen gegen Cheseaux beim 0:3 den zweiten Nuller in der noch jungen Saison. Zeitweise war aber kaum ein spielerischer Unterschied zwischen dem Ostschweizer Aussenseiter und dem Favoriten feststellbar.

Markus Imthurm
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Libera Lara Hasler zeigte in Cheseaux trotz Niederlage ein ganz starkes Spiel.

Libera Lara Hasler zeigte in Cheseaux trotz Niederlage ein ganz starkes Spiel.

Bild: Reinhard Kolb

Die Waadtländerinnen gehörten in der vergangenen Saison zu den Gewinnern. Souverän wurden sie Fünfte in der Liga und brachten sogar die Spitzenteams in Bedrängnis. Der Lohn dieser Leistung war die Qualifikation für den Europacup.

Die Stärke des Teams ist vor allem ihr Kampfgeist. Aggressiv agiert es in der Offensive, unverschämt hartnäckig in der Verteidigung. Mit ein bisschen Glück lag für Raiffeisen Volley Toggenburg ein Satzgewinn drin. Ein Punktgewinn jedoch wäre eine Überraschung gewesen.

Der erste Satz war lange sehr ausgeglichen

Volley Toggenburg startete nervös. Vor allem die Blockarbeit war zu Beginn fehleranfällig. Und auch die Annahme bekundete mit den variantenreichen Aufschlägen von Thaïs Freymond erhebliche Schwierigkeiten. Ab dem 8:4 war jedoch Schluss mit den Geschenken und es geschah Erstaunliches.

Die Defensive wurde stabiler und die Punkte umkämpfter. Vor allem Libera Lara Hasler und die beiden amerikanischen Angreiferinnen setzten sich immer stärker in Szene. Cheseaux schien überrascht, dass die Gäste so gut mithalten konnten.

Mit einer Serviceserie von Annouk Erni kamen die Toggenburgerinnen sogar wieder gefährlich nahe heran. Doch die Hypothek des Satzbeginns war zu gross. Cheseaux gewann den ersten Satz mit 25:21.

Ein Monsterblock sorgt für einen Schockmoment

Auch der zweite Satz verlief äusserst ausgeglichen. Volley Toggenburg kämpfte um jeden Ball und zeigte in der Defensive eine ganz starke Leistung. Die eingewechselte Alina Hofacher drehte mit einer variablen Serviceserie einen 8:5-Rückstand in einen 8:9-Vorsprung.

Volley Toggenburg war in dieser Phase das stärkere Team und drückte vor allem mit der Amerikanerin Roberts auf das Tempo. Beim 11:11 sorgte allerdings ein Monsterblock von Maude Lavanchy für einen Schockmoment.

Die Wattwilerinnen schienen kurz irritiert und gerieten dadurch aus dem Tritt, was die Waadt-länderinnen zum 15:12 nutzten. Cheseaux liess sich diesen Vorsprung nicht mehr nehmen und gewann den Satz mit 25:18 doch noch recht sicher.

Start in den dritten Satz komplett verschlafen

Die Toggenburgerinnen verschliefen den Start zum dritten Satz komplett. Nach dem dritten Fehler in Folge intervenierte Trainer Erni mit einem Timeout. Tatsächlich konnten seine Frauen das Spiel nochmals ausgleichen. Nicht zuletzt auch Dank der grossartig aufspielenden Sabryn Roberts. Doch man spürte, dass nun die Kräfte der Gäste aus dem Toggenburg langsam nachliessen.

Beim Stand von 8:5 kam Margaret Wolowicz zum Service. Die Amerikanerin sorgte mit ihrem variantenreichen Auf-schlag für reichlich Verwirrung bei den Wattwilerinnen. Diese bekamen deren Aufschläge nicht in den Griff und kurz darauf stand es bereits 18:5. Damit war das Spiel natürlich gelaufen. Auch wenn sich die Gäste nochmals fangen konnten, ging der dritte Satz mit 25:10 verloren.

Den Favoriten häufig vor Probleme gestellt

Das deutliche 25:10 im dritten Satz täuscht über den tatsächlichen Spielverlauf hinweg. In den ersten beiden Sätzen war Toggenburg auf Augenhöhe mit dem Team, das dieses Jahr in der Europa League spielt. Zwei bis drei schwache Minuten der St.Gallerinnen nutzen die Gastgeberinnen in den ersten beiden Sätzen resolut aus.

Erfreulich aus der Sicht von Volley Toggenburg waren die sehenswerten Angriffe des Trios Erni, Roberts und Kekauoha. Aber auch die Defensive war ganz gut aufgelegt und zauberte ein ums andere Mal. Mit so einer starken Leistung darf man sich zurecht auf die nächsten Spiele freuen.

Matchtelegramm

VBC Cheseaux – Volley Toggenburg 3:0.

Sätze: 25:21, 25:18, 25:10. Salle des omnisports, Cheseaux – 180 Zuschauer – SR Droguet/Wolf.

Volley Toggenburg: Sabryn Roberts, Joanna Mazzoleni, Jasmin Kuch, Annouk Erni, Elis Albertini, Harlee Kekauoha, Lara Hasler/Nora Sacher, Alina Hofacher, Jeanina Wirz (alle eingewechselt).

Hier sind die Tabelle und die weiteren Resultate zu finden.

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