Nie so viel exportiert wie 2018: Toggenburg knackt die 500-Millionen-Grenze

Erstmals verlassen in einem Jahr Waren im Wert von mehr als 500 Millionen Franken das Thur- und Neckertal in Richtung Ausland. Auch der Handelsbilanzüberschuss steigt.

Ruben Schönenberger
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Noch nie haben so viele Waren das Toggenburg verlassen wie 2018. (Symbolbild: Keystone/Gaetan Bally)

Noch nie haben so viele Waren das Toggenburg verlassen wie 2018. (Symbolbild: Keystone/Gaetan Bally)

Es war nur ein Durchhänger und keine Trendumkehr. Vom Rückgang der Exporte im dritten Quartal 2018 war schon in den letzten drei Monaten des Jahres nichts mehr zu spüren. Der Einbruch – der erste seit zwei Jahren – setzte sich nicht fort.

Von Oktober bis Dezember wurden Waren im Wert von knapp 133 Millionen Franken aus dem Toggenburg ins Ausland verkauft. Das ist deutlich mehr als noch im schlechten dritten Quartal (rund 117,5 Millionen Franken) und auch deutlich mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (rund 123 Millionen Franken).

Noch in keinem Quartal so viel exportiert

Das vierte Quartal war gar das beste seit 2002, länger zurück liegen keine Daten der Fachstelle für Statistik des Kantons St. Gallen vor. Dank dieses guten Quartals wurde 2018 als Ganzes zum Rekordjahr. Erstmals überhaupt knackte das Thur- und Neckertal die 500-Millionen-Grenze. Mit einem Plus von fast 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr schlägt das Toggenburg auch den kantonsweiten Wert deutlich. Dort beträgt die Steigerung bloss knapp 3 Prozent. Mit Exporten im Wert von rund 505 Millionen Franken trägt das hiesige Gewerbe aber dennoch nur einen kleinen Teil zum Exportvolumen des ganzen Kantons von über 12 Milliarden Franken bei. Verantwortlich dafür zeichnet in erster Linie der Wahlkreis Rheintal mit rund 4,5 Milliarden Franken.

So handelt das Toggenburg mit der Welt

Exporte und Importe (Angaben in Millionen Franken Warenwert)
Exporte
Importe
200220032004200520062007200820092010201120122013201420152016201720180200400600

Auf der Import-Seite ist der Trend nicht gleich klar. Der Wert der ins Toggenburg eingeführten Waren betrug im letzten Quartal 2018 noch rund 92 Millionen Franken. Das ist ein Minus von rund 3 Millionen Franken gegenüber dem vorangegangenen Quartal und von rund vier Millionen Franken gegenüber dem Vorjahresquartal. Im langjährigen Vergleich nimmt 2018 aber auch bei den Importen einen Spitzenplatz ein. Nur zweimal wurde seit 2002 mehr importiert. Die rund 381 Millionen Franken des letzten Jahres wurden nur 2013 (rund 390 Millionen Franken) und 2008 (rund 394 Millionen Franken) übertroffen.

Auch bei den Importen bleibt der Anteil des Toggenburgs am kantonalen Gesamtbetrag aber bescheiden. Insgesamt wurden Waren von rund 9,7 Milliarden Franken in den Kanton St. Gallen importiert. Auch hier liegt das Rheintal an der Spitze, rund 2,5 Milliarden Franken entfallen auf den Wahlkreis in der Grenzregion.

Das Ausland schuldet dem Toggenburg Geld

Wenn die Exporte stärker wachsen als die Importe, dann vergrössert sich automatisch die Handelsbilanz. Vereinfacht gesagt sagt diese aus, ob das Toggenburg dem Ausland Geld schuldet oder umgekehrt. Eine negative Handelsbilanz wies das Toggenburg letztmals im Jahr 2013 aus. Im vergangen Jahr erreichte der Handelsbilanzüberschuss mit knapp 125 Millionen eine Höhe, die letztmals 2006 übertroffen wurde. Auch der Kanton St. Gallen weist einen Überschuss aus, was aber nicht alle Wahlkreise von sich behaupten können. Die Wahlkreise St.Gallen, Rorschach und See-Gaster importieren mehr als sie exportieren. Den grössten Überschuss verzeichnet das Rheintal mit rund 2 Milliarden.