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Regierungsrat im Ackerhus: «Nichts steht still, auch wenn man es bewahrt»

Regierungsrat Martin Klöti erläuterte im Ackerhus das neue Kulturerbe-Gesetz des Kantons St.Gallen. Eingeladen hat der Verein Kultur Toggenburg.
Sascha Erni
Textilbücher sind zum Beispiel als Kulturerbe schützenswert. Das Kulturerbe-Gesetz bezieht sich vor allem auf bewegliche Güter. (Bild: PD)

Textilbücher sind zum Beispiel als Kulturerbe schützenswert. Das Kulturerbe-Gesetz bezieht sich vor allem auf bewegliche Güter. (Bild: PD)

Der Kanton St.Gallen hat im Januar sein neues Kulturerbe-Gesetz in Kraft gesetzt, zeitgleich mit dem Start des internationalen Jahres des Kulturerbes. Gegen Ende dieses Jahres organisierte nun der Verein Kultur Toggenburg im Ackerhus-Museum in Ebnat-Kappel am Mittwoch ein Forum, um das Kulturerbe-Gesetz erläutern zu lassen. Denn nicht jedem ist klar, worum es bei diesem Gesetz überhaupt geht.

Als Gäste eingeladen wurden der St.Galler Regierungsrat Martin Klöti und Mitarbeitende der Fachstelle Kulturerbe. So war eine Diskussion direkt an der Quelle möglich, was die gut 40 anwesenden Kunstschaffenden und Kulturinteressierten auch rege nutzten.

Kulturerbe-Gesetz ist ein Angebot

Regierungsrat Martin Klöti. (Bild: Sascha Erni)

Regierungsrat Martin Klöti. (Bild: Sascha Erni)

«Das Ackerhus ist genau der richtige Ort, um über das Thema Kulturerbe zu sprechen», eröffnete Martin Klöti sein Referat. Denn beim Umgang mit dem Kulturerbe ginge es nicht nur ums Dokumentieren und Pflegen, sondern besonders auch um die Vermittlung – so, wie das Museum Ackerhus heute die Sammlung eines Toggenburger Lehrers aus dem vorletzten Jahrhundert zeige. Das Gesetz selbst beziehe sich auf bewegliche Güter wie Bücher oder Gemälde sowie auf immaterielle Kulturgüter. Mit Blick aufs Toggenburg nannte Klöti Jodel, Traditionen, Bräuche, Klänge und Industriegeschichte. Er unterstrich die Bedeutung, die Kulturerbe für Gegenwart und Zukunft hat:

«Wenn man nicht weiss, wo man herkommt, weiss man vielleicht nicht, wohin man geht.»

Ein Forumsteilnehmer äusserte Bedenken, ob sich nun der Kanton in eine Ausstellung oder Sammlung einmischen würde. Christopher Rühle, Leiter der Fachstelle für Kulturerbe, verneinte. Es handle sich um ein Angebot, nicht um Vorschriften.

Rühle und seine Mitarbeiterin Manuela Reissmann erklärten am Beispiel Heberlein, wo die Fachstelle ansetzen könnte. Ein Fabrikgebäude etwa läge nicht in ihrem Einflussbereich, da greife das Baugesetz. Die dazugehörigen Textil-Musterbücher hingegen wären als Kulturerbe schützenswert – falls denn der Besitzer auch ein Interesse daran hat. «Wenn die Eigentümer nicht wollen, kann das Kulturerbe-Gesetz nichts daran ändern», betonte Rühle. Die Fachstelle könne bei der oft aufwendigen Konservierung und Vermittlung solcher Exponate helfen. Im Gegenzug erhielten die Eigentümer Auflagen wie beispielsweise Ausfuhrbeschränkungen.

Musik zur Live-Illustration

Die Formationen «Windbläss» und «Skiclub Toggenburg» sollten an diesem Abend mehr als nur etwas musikalische Auflockerung bieten. «Windbläss» hat sich dem Erhalt und Weitergabe traditioneller Hausorgel-Musik verschrieben und arbeitet direkt im Umfeld des Kulturerbes. Im Gegensatz dazu experimentiert «Skiclub Toggenburg» mit elektronischer Musik und wirkt im Augenblick.

Tillmann Ostendarp und Adi Eberhard spielten als «Skiclub Toggenburg» elektronische Musik. (Bild: Sascha Erni)

Tillmann Ostendarp und Adi Eberhard spielten als «Skiclub Toggenburg» elektronische Musik. (Bild: Sascha Erni)

In Kombination zeigte sich der musikalische Teil des Abends nicht als widersprüchlich, sondern als perfekte Illustration des Forum-Themas. Zum Abschluss des Kulturforums stellte «Windbläss» drei kurze Stücke aus dem 18. und 19. Jahrhundert vor. Die beiden Tüftler von «Skiclub Toggenburg» machten davon eine Aufnahme und jagten sie durch ihre Geräte. Die Musikerinnen und Musiker demonstrierten so gemeinsam, greif- beziehungsweise hörbar, den Kern des Themas «Kulturerbe»: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft als steter Fluss. Oder wie Martin Klöti sagte: «Nichts steht still, auch wenn man es bewahrt.»

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