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Nichts für schwache Nerven: Aus 4000 Metern Höhe springen sie ins Toggenburg

Die Fallschirm-Schweizermeisterschaften in Ebnat-Kappel stehen wettertechnisch unter einem guten Stern. Im Training aber gab es einen Schreckmoment.
Timon Kobelt
Wie ein Vogel in der Luft: Die Wingsuiter springen aus über 4'000 Metern aus den Flugzeugen. Dank dem speziellen Anzug kann der vertikale Fall in eine horizontale Flugbewegung umgewandelt werden. (Bild: Timon Kobelt)

Wie ein Vogel in der Luft: Die Wingsuiter springen aus über 4'000 Metern aus den Flugzeugen. Dank dem speziellen Anzug kann der vertikale Fall in eine horizontale Flugbewegung umgewandelt werden. (Bild: Timon Kobelt)

Von wegen Trainings sind für Zuschauer langweilig – gestern Donnerstag musste ein Fallschirmspringer bei einem Trainingssprung den Notfall-Fallschirm öffnen. Der erste Fallschirm war nicht sauber aufgegangen, weshalb sich der Springer dazu entschied, diesen abzukoppeln und den Notfall-Fallschirm zu verwenden. «In solchen Fällen gilt es zunächst einmal, die Ruhe zu bewahren und die Situation zu analysieren», sagt Markus Willi, Wettkampfleiter der Schweizermeisterschaften (SM) im Fallschirmspringen, die heute Freitag in Ebnat-Kappel begonnen haben und noch bis am Sonntag andauern.

Der Springer müsse sich bis etwa 500 Meter über Boden entscheiden, ob er die Landung mit dem mangelhaften Fallschirm versuche oder diesen abtrenne. Das Risiko bei Letzterem bestehe darin, dass der Notfall-Fallschirm zu spät aufgehe. «Die Wahrscheinlichkeit, dass der erste Fallschirm nicht sauber aufgeht, liegt bei eins zu 1'000. Dieser Springer hat sehr gut reagiert und die Situation war letztlich nicht allzu brenzlig», analysiert Markus Willi. Dennoch ist dem Springer nach der Ladung anzusehen, dass das Adrenalin noch kräftig pumpt.

Die Sicherheit und die Logistik sind eine Mannschaftsleitung

Abgesehen von diesem Schreckmoment verläuft der Trainingstag ruhig, geordnet und bei bestem Wetter. Dass alles seine Ordnung hat, dafür ist hauptsächlich Markus Willi verantwortlich. Seit 1986 ist er im Fallschirmsport dabei und verfügt daher über einiges an Erfahrung. Zu seinen Hauptaufgaben während des Wettkampfs gehört die Koordination mit den Flugzeugen. Stets ist er per Funk in Kontakt mit den Piloten und weiss genau, wann sich wieder ein Team von Springern in die Tiefe gestürzt hat. «Das ist mit drei Flugzeugen vom Typ Porter schon eine logistische Herausforderung», sagt Markus Willi, der in Kirchberg aufgewachsen ist.

Beim Training am Donnerstag herrschten perfekte Wetterverhältnisse. Die Aussicht konnte sich sehen lassen. (Bild: Timon Kobelt)

Beim Training am Donnerstag herrschten perfekte Wetterverhältnisse. Die Aussicht konnte sich sehen lassen. (Bild: Timon Kobelt)

Er betont, dass alles eine gewaltige Mannschaftsleistung der Beteiligten sei. «Das reicht von den Piloten über die Sicherheitsverantwortlichen bei der Flugpiste bis hin zu den anderen Helfern, die neben mir beim Manifest stationiert sind», erklärt Markus Willi. Als Manifest wird auf dem Flugplatz der Bereich bezeichnet, von dem aus der Flugbetrieb geregelt wird.

Bevölkerung heiss auf Tandemsprünge

Die Organisatoren der Meisterschaft wollen der Bevölkerung auch nebst dem Wettkampfbetrieb etwas bieten. So bestand in der Woche vor den Wettkämpfen die Möglichkeit, Tandemsprünge zu unternehmen oder als Passagier mitzufliegen. «Diese Angebote haben grossen Anklang gefunden. Wir haben rund 70 Tandemsprünge durchgeführt und auch die Passagierflüge waren sehr beliebt», sagt Marco Rancetti, Marketingverantwortlicher der SM im Fallschirmspringen. Das freue sie sehr, denn so könne der Sport den Leuten nähergebracht werden. Auch während der Meisterschaft werden noch vereinzelt Passagierflüge und Tandemsprünge angeboten.

Nach der Vorberichterstattung zur SM drückten einige Leser ihr Bedauern aus, dass man nicht mehr Werbung gemacht habe. Diesen Vorwurf kann Marco Rancetti nicht nachvollziehen. «Wir haben in den Gemeinden sowohl mit Plakaten als auch in den Online-Kalendern auf den Event aufmerksam gemacht. Die vielen Anmeldungen für die Tandemsprünge sind denn auch ein Zeichen dafür, dass wir wahrgenommen wurden und sich die Leute für uns interessieren.

2'500 Liter Treibstoff

Hier wird ein Porter frisch getankt. (Bild: Timon Kobelt)

Hier wird ein Porter frisch getankt. (Bild: Timon Kobelt)

Auf besonderes Interesse dürfte der Sonntag stossen. Dann versuchen 26 Springer einen neuen Schweizer-Rekord im Formationsspringen aufzustellen. Vor drei Jahren wurde dieser Versuch noch vom schlechten Wetter torpediert. Dieses Jahr ist das Wetter jedoch mehrheitlich gut, sodass die drei Porter, die zusammen am Tag etwa 2'500 Liter Treibstoff brauchen, zumeist in der Luft und nicht am Boden anzutreffen sind. Besonders am Samstag und Sonntag sollte oft die Sonne scheinen. Einzig heute sorgten Regen am Morgen und Wolken am Nachmittag für leichte Verzögerungen des Wettkampfbetriebes.

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