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Nicht jeder Toggenburger Jugendtreff ist gut besucht

Das Angebot für Jugendliche unterscheidet sich in der Region je nach Gemeinde stark.
Michael Hehli
Der Jugendtreff in Wattwil. (Bild: Michael Hehli)

Der Jugendtreff in Wattwil. (Bild: Michael Hehli)

Nicht überall laufen Jugendtreffs gut. Vielerorts bleiben die Jugendlichen weg, an manchen Orten mussten die Treffs sogar ganz geschlossen werden (diese Zeitung berichtete). Dem ist aber nicht überall so. So berichtete beispielsweise die «Wiler Zeitung» von den gut laufenden Treffs in Flawil, Degersheim und Niederbüren.

Im Toggenburg wird die Situation unterschiedlich beurteilt. Markus Meier, Leiter der Kinder- und Jugendarbeit in Wattwil, hat von seinem Jugendtreff Gutes zu vermelden. Der Jugendraum alleine erreicht laut Meier durchschnittlich 80 Jugendliche pro Woche. Er ist dabei innerhalb der Kinder- und Jugendarbeit Teil eines Ganzen.

210 Kinder pro Woche erreicht

Dazu gehören verschiedene Aktivitäten, unter anderem auch die Offene Kinderbaustelle. Mit allen Angeboten zusammen seien es rund 210 Kinder und Jugendliche, die pro Woche erreicht werden. «Es läuft sehr gut», meint er dazu. «Mit unseren Angeboten holen wir einen Grossteil der Kinder und Jugendlichen ab.»

Doch gehe es nicht nur darum, möglichst viele Junge zu erreichen: «Zahlen sind das Eine, die Qualität der Angebote das Andere». Es wird auch auf elektronische Mittel, beispielsweise Facebook und Snapchat, zurückgegriffen, um die Jugendlichen zu erreichen und präventive Arbeit zu leisten.

Werbung war früher aufwendiger

Auch in Ebnat-Kappel wird mit sozialen Medien gearbeitet. Das sei heutzutage unumgänglich, meint Jugendarbeiter Beat Giger. Diese neuen Kommunikationsmöglichkeiten sind gleichzeitig Fluch und Segen. «Es ist eine Herausforderung, an den Jugendlichen dranzubleiben, da die sozialen Medien sehr schnelllebig sind. Dafür kann man heute in kürzester Zeit viele Menschen erreichen», erklärt er.

Früher sei Werbung aufwendiger gewesen. Auch Ebnat-Kappels Jugendtreff ist gut besucht. Pro Abend, an dem der Treff geöffnet ist, kann er im Durchschnitt zwischen 40 und 50 Besucher verzeichnen.

Den Grund sieht Giger in der Beziehungsarbeit. Er sei schon lange dabei. Viele Wechsel in kurzer Zeit seien schlecht, da die Jugendlichen die Bezugsperson dann nicht mehr kennen würden. Die Attraktivität des Jugendraumes sieht er auch darin, dass das Angebot unverändert geblieben sei. «Wir bieten einen Raum, wo Jugendliche ungestört ihre Zeit verbringen können», sagt Giger.

Jugendräume bieten Jugendlichen die Möglichkeit, sich zu treffen und Zeit miteinander zu verbringen. (Bild: Hannes Thalmann)

Jugendräume bieten Jugendlichen die Möglichkeit, sich zu treffen und Zeit miteinander zu verbringen. (Bild: Hannes Thalmann)

Angebot in Wildhaus hängt von Jugendlichen ab

In Wildhaus ist der Jugendraum momentan geschlossen. Er entspricht aber nicht dem Modell eines von Jugendarbeitern geleiteten Treffpunktes. Rolf Züllig, Gemeindepräsident von Wildhaus-Alt St.Johann, erklärt, das Angebot richte sich an die Oberstufe. «Wenn sich vier bis fünf Jugendliche melden, die den Treff leiten wollen, können sie diesen ein bis zwei Jahre führen. Wenn kein Interesse besteht oder ein Jahrgang sich nicht benehmen will, bleibt er geschlossen.» Es brauche keinen geleiteten Jugendraum: «Die Jugendlichen benötigen Autonomie», so Züllig.

In Jahren, in denen der Treff geschlossen bleibt, besteht immer noch das Angebot «midnight sports», welches parallel zum Jugendraum angeboten wird. Dieses besteht jeweils im Winterhalbjahr an einem Abend pro Wochenende und bietet den Jugendlichen die Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen. «Pro Abend nehmen jeweils zwischen 20 und 30 Jugendliche dieses Angebot in Anspruch», sagt Züllig. Viele Junge seien auch in Vereinen aktiv.

Jugendraum in Mosnang immer noch geschlossen

Wie diese Zeitung 2014 berichtete, war der Jugendraum in Mosnang eine Weile unter den Jugendlichen beliebt, bis er 2011 geschlossen wurde, da die festgelegten Regeln nicht eingehalten wurden. Drei Monate später wurde er wieder eröffnet. 2014 wurde der Raum erneut geschlossen, da er kaum noch besucht wurde.

Den Grund für das abnehmende Interesse sieht Gemeindepräsident Renato Truniger in der modernen Elektronik: «Die neuen elektronischen Medien haben neue Räume geschaffen.» Jugendliche suchten Freiräume. «Das beisst sich manchmal mit den Regeln eines von der Gemeinde betriebenen Raumes.» Zur Zeit der Schliessung war Gemeindepräsident Renato Truniger Präsident der mittlerweile aufgelösten Jugendraumkommission.

Die Möglichkeit, wieder einen Jugendtreff aufzubauen, bestehe immer noch: «Der Gemeinderat ist bei Bedarf bereit, wieder etwas aufzubauen». Der zündende Funke müsse aber von den Jugendlichen ausgehen.

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